Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 4 (15.4.1931)
- Date
- 1931-04-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 4 ' Jüdische Schulzeitung. - Seite 7 schulen. Teil 2 die ncfamrcit B ea m re n rech ts ve rl, ä l tn i sse unter Heranziehung aller Erlasse und Rechtsenischeive. Tecl 3 das gesamte LK'soldungswesen. Gehalt. Zulagen. Sondervergütungen, Älaturalbezüge. Dienstarrfwandsentschädigungen. Dienstprämien, Binder- und Frauenzuschlag: Ucbergangsbeihilfen. Dienstbelohiulng, Vorschüsse, Sonderzrrschläge. Abfindungssummen. Besatzrlngszulagen. Unterrichtsvergütungen, Frachtgeld, Militärrenten, Unfalloergütung. - Äcotstands-Beihilfen, Unterstützungen. Darlehen, Kredite. Rcisetosten. Tagegelder, llimugsloitcii, Trennungsentschädigungen. 2Vohnungsbeihilfen. Steuern usw. Den Schlug bildet ein umfangreiches alphabetisches Schlagwvriverzeichnis. mit dessen Hilfe man auf jede Frage sofort die richtige Antwort findet. Gegenüber der vorjährigen Ausgabe sind ca. 2000 Aenderungea eingetreten. Reu ist der Abschnitt „Verhalten außer Dienst". Infolge der Acnderungcn der Besoldungsvorschriften ist der Abschnitt „Besoldungsdkenstalter" vollständig neu bearbeitet. Auch diese 47. Ausgabe kann als 'zuverlässiges Nachschlagebuch in allen Beamtenangelcgenheiten nur empfohlen werden. Leincnband über 600 Seiten. Vorzugspreis von 4.20 RM. soll bei sofortiger Bestellung nach dieser Veröffentlichung noch bestehen bleiben. Auf Sammelbestellung wird ein Rabatt von 5 Prozent gewährt. Zu beziehen durch Wirtschafts-, verlag A. Sudau G. m. b. H., Berlin-Wilhelmshagen. ...Heine-Lesebuch", Poesie »und Prosa von H. Werne ke. Verlag H. Weructe, Kehl (Baden). Zum 75. Todestag H'emrich - Heines erscheint dieses Heine-Lesebuch. das so recht geeignet ist. „die groben. Klassiker für das Volt" nutzbar zu machen. Das Lesebuch bietet eine grobe Auswahl der Schriften dieses Dichters, so das; man aus diesen, die Lcbensansichten Heines erkennen kann. Von seinen Iugenderinnerungen ausgehend, .bringt der Verfasser dieses Heine-Lesebuches Stücke, die der Dichter als Reiseschilderungen versaht hat. Die Proben aus diesen Schilderungen zeigen Heines dichterische Grütze. Er bespricht auch in satnrischer Weise die deutschen Zustände der Zeit und vergleicht sie mit den französischen und englischen. Dabei kommen die deutschen Verhältnisse nicht besonders gut weg. Aber aus seinen poetischen und prosaischen Schriften spricht ein unverwüstlicher Humor und eine grohe Sehnsucht uach seiner deutschen Heimat. Besonders wollen wir nicht versäumen, auf die „Jüdischen Melodien" Heines hinzuweisen. Es kommt darin seine echte Gemütsliefe und seine Kenntnis der im Elternhaus empfangenen Iugendeindrücke zum Ausdruck. Professor Werneke versucht in seinem Buche, den Dichter der „Lorclen" dem deutschen. Volke näher zu bringen,'! er hat sein Ziel erreicht.- E—e. Dr. S. Levy, Das Judentum in der Musik. Eine kritisch-historische Betrachtung. Druck und Verlag Gutenberg- Druckerei, Erfurt. Nach einem kurzen Ueberblick über die Tätigkeit jüdischer Musiker und Komponisten im Mittelalter versucht der Verfasser das unter gleichem Titel im Jahre 1850 erschienene, von Richard Wagner verfaßte Pamphlet zu widerlegen. Entstanden ist das Machwerk Wagners aus .Angst vor der Konkurrenz Mendelssohns und Meyerbeers, die beide zu einer Zeit, da es Wagner verstanden hatte, sich an vielen Orten unmöglich zu machen, der eine als Komponist und Dirigent, der andere als Beherrscher der Bühne, eine bedeutende Rolle in der damaligen Zeit spielten. Schon damals entstanden eine ganze Anzahl Gegenschriften, die Wagner auhcrordentlich kompromittierten und dieser Eindruck über den Menschen Wagner hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Der Begriff Dankbarkeit scheint für Wagner ein unbekanntes Wort gewesen zu sein, denn sind cs doch gerade Juden .gewesen, die ihn in jeder Weise unterstützten, und war es vor allem ein Hermann Levy, der se'ber von Wagner berufen wurde, den „Parsifal", das „christlichgermanische Weihespiel", zu dirigieren. Der Verfasser würdigt dann noch das Wirken von Menerbeer. H. Levn. Bizet, Mendelssohn-Bartholdy, des Geigers Joachim. Offcnbach. Brüll. Ghldmark, Mahler und einer Anzahl zum Teil heute noch lebender Dirigemten. Das Buch ist als Material - für den Abwehrkampf wann zu empfehlen. M. A-^r.' Ein »euer Wen? Zu dem Buche: Los vom Materialismus, von R. R. Eoudenyove-Kalergt, erschtenen Im Pan» europa-Verlag, Wien-Leipzig. Es ist genau wie in den seitherigen Werken des grasten Paneuropäers: ein kühner Hauptgedanke und tausend schillernde Beigcdanken. Der Hauptgedanke dieses Falles: eine materialistische Welt ist n o ch vorhanden, aber schon im Absterben. Eine neue Weltanschauung, geformt vom Idealismus neuer Prägung, mit der Form als zeugendem und wertendem Ausgangspunkt zieht herauf. Ein modifizierter Nietzsche tritt an Stelle von Karl Marx in seine Rechte. Jetzt die Beigedanken: Da wird gesprochen über Gott, über Demokratie. Hellas und Juda, Strafen und Prämien, Kapitalismus, Arbeitslosigkeit, Matriarchat, Ehekrise, ftunjt, Sklaverei und tausend andere Phänomene.. Kalergi ist gewiß ein Meister des Schlagworts, aber fo interessant seine Formulierungen sind, so summarisch sind sie auch. Tausend Figuren, aber kein rundes Bild. Tausend Klugheiten, aber nicht die Weisheit, aus der eine neue Weltanschauung und Lebensführung mit zwingender Notwendigkeit entstehen must, aus der ein neuer Weg der Einzelnen und Gemeinschaften sich zwangsläufig formt. Am Ende weist ich nicht: Spricht hier eine glückliche oder eine unglückliche Mischung von Philosophie und Reportage. Trotz einer unverkennbaren Grandiosität der Anlage und der historischen Blickweite, trotz der Fülle an Substanz überzeugt das Buch nicht. Ich glaube deshalb, weil es mit einem übergroßen Anspruch nuftritt. Ungeheuer anregend, das kann man gewiß von dein Buche sagen. Aber warum dieser anmaßende Titel? Einen anderen Titel her, und ich will dem Buch ein Loblied singen. Issi B a y e r. Ernst Kahn: Der internationale Geburtenstreik. Societätsverlag, Frankfurt a. M. v Unter der immer wieder betonten Voraussetzung, daß neue Tendenzen nicht neue ungeahnte Wirkungen zeitigen, zeigt der als produktiv wie reproduktiv bekannte Nationalökonom an Hand übersichtlicher Statistiken und Kurven, ein deutliches Bild zukünftiger Bevölkerungsmcngen und Schichtungen. Fachfpezialiften würden vielleicht ihr kritisches Talent an der eingeschlagencn Methode austoben und ebensowenig unfehlbare, nur andere Methoden daneben stellen. Uns genügen Methoden und Resultate und Ausblicke. Der Bevölkerungsniedergang ist eine Tatsache. Und wir sind dein Verfasser dankbar, daß er es unternommen hat, mit bemerkenswerter Kunst der Unterteilung, Gliederung und Darbietung, der breitesten Oeffentlichkeit klaren Einblick in bevölkerungspolitische Vorgänge und deren weitreichende Auswirkungen lauf Arbeitsmarkt. Kapitalmarkt, Produktion. Konsum. Wohnungsinarkt. Staatsfinanzen u. a.) zu geben. Teil n des Buches hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Dann die Ueberschrift des Kapitels X: „Die Ueberfchätzung der wirtschaftlichen Motive", nämlich bei der Geburtenregelung, führt leicht irre. Denn gemeint ist doch, geburteneinschränkend wirkt weniger wirtschaftliche Rot an sich, die kann, wie gezeigt wird, auch zum Gegenteil führen, sondern gestiegene Erkenntnis, gestiegene „Planwirtschaft". Im übrigen vermittelt das Buch absichtlos viele Einsichten in wirtschaftliches Geschehen. Kapitel lv über: „Die deutschen Juden in der Auflösung" wird uns besonderes interessieren. Alles in allem: ein höchst instruktives, klargeschriebenes Buch von hoher Bedeutung, um so empfehlenswerter in einer Zeit, wo es niemand mehr gestattet sein darf, das Denken über wirtschaftliche Probleme der engeren Fachwelt zu überlassen. Aus Raummangel kann leider auf Einzelheiten nicht eingegangen werden, so daß der Rezensent sich mit einer vorbehaltlosen Gesamtempfehlung begnügen must. Issi Bayer. Schönberger, Davin: Elias schickt einen Traum. Festtagsspiel für die jüdische Jugend. Aachen. Ransenberg. 16 Seiten. Das kurze Spiel mit wenig szenischem Aufwand wird den kleinen Schauspielern Freude machen. Der Inhalt ist kindertümlich, wie oft wünscht man in der Wirklichkeit einen Helfer oder ein Wunder fürs Lernen herbei! Der Inhalt ist kurz der, daß der kleinen Mirjam im Traum die Feste des jüdischen Jahres mit ihren Symbolen erscheinen. Dabei wäre zu bemerken, daß als Symbol des Schewuausfestes ein Kind nicht als Thora-Rolle verkleidet erscheine. Das nimmt der Thora, in den Augen der Kinder die Heiligkeit und Unantastbarkeit. Am Schewunusfejle kann Ruth, die Aehrenleserin, erscheinen. Ich halte es auch nicht für richtig, daß der Iaumkippur durch ein Kind im Sterbekleid dargestellt