Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 4 (15.4.1931)
- Date
- 1931-04-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung. Nummer 4 wird. Ein festlich-feierliches weißes Gewand genügt. Diese Nvündsrnnsen wkrsn IE wnnfchsn»«»«. wenn tza» Spiel eOnu Bedenken gespielt werden soll. Im Aufträge der Iugendschriften-Kommission des Lehrerverbandes: E. M., Breslau. Fießler: „Vau und Leben des menschlichen Körpers". Hippokrates-Verlag, Stuttgart—Leipzig. Das vorliegende Werk ist eine Bearbeitung des großen ärztlichen Volksbuches von Meng, in drei Heften zusammengestellt. Es gibt dein Laien Antwort auf alle Fragen aus der Anatomie und den wichtigsten Fragen aus der Entwicklungslehre und der Physiologie. Die Darstellung ist sehr lebendig und der Text findet in den zahlreichen Abbildungen eine musterhafte Ergänzung. Es verbindet in vorbildlicher Art eine wissenschaftliche Darstellungsweise mit der Kunst einer guten und anschaulichen Schilderung. Dr. W. St. Wege der Technik: Die Lilienthals. Tottasche Buchhandlung Nachfolger, Berlin und Stuttgart. Um die persönlichen Erinnerungen an die Pioniere der Luftfahrt, die Brüder Gustav und Otto Lilienthal, der Nachwelt zu erhalten, hat Frau Anna Lilienthal, die Frau des noch lebenden, aber am Sprechen und Schreiben bereits behinderten Gustav Lilienthal, in vorliegendem Buche das Material gesammelt. das geeignet ist, dem Leser die Wesenszüge dieser Helden der/Luft nahezubringen. Ausdauer, Opfermut, Eharakterfestigkeit und eine Auffassungsgabe für das Problem des Fliegens, die in das Gebiet des Künstlerischen übergeht, sind die Grund- Klagen der Erfolge der Lilienthals gewesen. Der Todessturz Otto Lilicnthals im Jahre 1896 ist für den Bruder ein dauernder Ansporn geworden, durch unerschrockene Arbeit an der Eroberung der Luft weiterzuarbeiten. Für jeden technisch Interessierten ein empfehlenswertes Buch. Dr. W. St. Eberhard, Otto: Die Pädagogik der Gegenwart und der Religionsunterricht. Verlag Dorffling & Franke. 1980. Nach kürzeren Ausführungen über die Pädagogik Herbarts und Zillers einerseits und die des 20. Jahrhunderts andererseits skizziert der Versager in klarer und verständlicher Weife die pädagogischen Systeme der Jetztzeit, die neutralistische, die ethizistische und die christlich-evangelische Pädagogik, wobei er die Sonderrichtungen der einzelnen Systeme ebenfalls klar skizziert, so daß dem Leser ein sehr gutes Bild unserer augenblicklichen pädagogischen Wesensarten gegeben wird. Natürlich bleibt die Kritü nicht aus, aber sie ist milde und wird gern oft gebilligt werden (z. B. die Bemerkungen über und gegen'die Freudsche Methode, S. 21s.). 2m letzten Kapitel setzt sich der Verfasser für die evangelische Schule ein, d. h. für die Konfessionsschule. Älich mir werden bei Anwendung auf unsere Verhältnisse zugeben: Erziehung in der Duldsamkeit — das heißt docy Erziehung zur menschlichen Gemeinschaft im Gebiete der religiösen Bindungen — und Erziehung in konfessioneller Gebundenheit widersprechen einander so wenig im Lichte wahrer Autonomie, das; ... (S. 05, interessant ist, was über den Hamburger Schulreformer Kurt Zeidler, S. 17, gesagt ist: Ihm ist aus siebenjähriger Erfahrung an der Versuchsschule die alte Weisheit neu geworden, daß Freiheit nicht denkbar ist ohne Gebundenheit, ohne Selbstsucht, und daß vergebens werden ungebundene Geister nach der Vollendung der Höhe streben, das ist unser altes nririTinn). Zur Klärung und Orientierung ist das 'hlichte Büchlein sehr zu empfehlen. Nabbincr Dr: A. P o s n e r, Kiel. Das Buch Esther, hebräischer und deutscher Text, mit einer Einleitung von Rabbiner Professor Dr. K u p f e r. Verlag Josef Belf, Wien, gebunden 1,50 Schilling. Die Ausgabe ist wirklich als Prachtausgabe zu bezeichnen, sie erscheint in einem schönen Einbande, mit großen Illustrationen und gutem Druck. Die Übersetzung ist frei, so sehr, daß der deutsche Text glatt lesbar ist und das Original vergessenläszt. Die Segenssprüche und Gebete für Purim sind ebenfalls beigcgcben. Das schlichte Einführungswort sagt mit Recht, daß unsere Kinder an dem neuen Buche rechte Freude haben können. Die Anschaffung ist bestens zu empfehlen. Rabbiner Dr. Posner, Kiel. Notizen. Hygiene-Lehrgänge für Lehrer und Lehrerinnen. Der Neichsausschuß für hygienische Volksbelchrung veranstaltet auch in diesem Jahre wieder im Anschluß an die Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden Hygiene-Lehrgänge für Lehrer und Lehrerinnen. Für Berufsschullehrer und -lehrerinnen ist ein Lehrgang in der Zeit vom 21. bis 23. Mai, für Lehrer und Lehrerinnen an Volks- und Mittelschulen vom 26. bis 28. Mai und vom 29. Ma' bis 1. Juni 1931 vorgesehen. Für den Besuch der Ausstellung, Vorträge und Führungen sind 7 Ml pro Person zu entrichten. Verbilligte Unterkunftsmöglichkeiten und Fahrpreisermäßigungen werden vermittelt. Meldungen sind unter gleichzeitiger Einsendung von 7 Mt auf das Postscheckkonto Berlin 31935 an den Reichsausschuß für hygienische Volksbelchrung, Berlin NW 6, Luisenplatz 2—1, bis zum 15. Mai ds. Js. zu entrichten. Programme der Veranstaltung werden auf Wunsch zugesandt. Der Morgen: Das erste Heft des siebenten Jahrgangs ist soeben erschienen. Einige geleitende programmatische Sätze legen Richtung und Ziele des neuen Jahrgangs dar, wie sie sich aus der Fortführung des bisher Gebotenen und der geistigen Lage der Gegenwart ergeben. Das Aprilheft nimmt mit einer Reihe besonders bedeutsamer Arbeiten die angezeigte Linie auf. Leo B a e k eröffnet das Heft mit einer Betrachtung über „V o l k s - religion und Weltreligion", in der er die Idee einer über das Staatliche hinausreichenden, mit ihrer Forderung an die Welt sich wendenden Religion aufzeigt. Es folgt ein Abschnitt aus dem Iosephroman von Thomas Mann, „das bunte Kleid", ein jüngst entstandenes in sich abgeschlossenes Einzelbild von großer Schönheit. Aus dem Nachlaß F r a n z K a f! a s erscheint eine Reihe bedeutender philosophischer Aufzeichnungen: ,.V o m menschlichen D a s e i n", „V o n der S ü n d e", „Von der Hoffnung". Der Dorpater Religionsphilosopy D. Werner G r u e h n gibt eine aufschlußreiche Einführung in einen außerordentlich interessanten Wissenskreis: „D i e S t u f e n der mystischen V e r s e n k u n g und ihre seelischen Hintergründe". Der Autor fügt seiner Abhandlung ein ausführliches Literaturverzeichnis bei. Max Diene m a n n ergänzt diese Ausführungen durch eine Betrachtung „Erlebnis u n d T a t". in der er das eigenartige Wesen der jüdischen Mystik darlegt. Eine eingehende Darlegung und Kritik „des nationalsozialistischen W i r t s ch a f t s p r o g r a m m s" von Margarete Wiener kommt einem allgemeinen Bedürfnis nach Aufhellung dieses Fragenkomplexes entgegen. Eine wissenschaftlich fundierte Kritik des Programms wird hier mit leidenschaftsloser Sachlichkeit vorgetragen. P a u l u s van H u s e n gibt. einen Ueberblick über „die g e i st i g e n Strömungen des Katholizismus Deutschlands". Der Frankfurter Universitätsprofessor Franz W e i d e n r e i ch behandelt „das Problem der jüdischen Rasse" mit Sachkenntnis und großer Ueberlegenheit und gibt wertvolle, statistische belegte Tatsachen über Rasse, Blutgruppenforschung und verwandte Fragen. Auch das Gebiet der Wirtschaft kommt in diesem vielseitigen Heft zur Sprache: Leopold M e r z b a ch legt in vorzüglichen „Betrachtungen zur Wirtschaftslage" die Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise dar, und Ge rha rd Schacher beschließt seine Ausführungen: Die wirtschaftliche Lage der jüdischen Minderheiten in Süd - ofteuropa". Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich Liedes- Heft ist ca. 100 Seiten stark) und ist durch jede Buchhandlung oder direkt durch den Philo'-Verlag, Berlin W 15. Emfer Str. 42„ zum Iahrespreis von 12 Ml zu beziehen.