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Jüdische Schulzeitung · 1931-04-15 · 4 (15.4.1931) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
7 (1931)
Issue
4 (15.4.1931)
Date
1931-04-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Z ^uu.,:cr l aus einer großen Zahl von Zeichen, die ganze Begriffskomplexe darstellen und welche die mechanischen Schwierigkeiten zur Erlernung eines jeden Faches beseitigen sollen. Außerdem hat Herr Messerer einen Apparat, der bereits patentiert ist, erfunden. Dieser Apparat, der in einer Zeichnung vorgezeigt wurde, macht den inneren Bau eines Lehrfaches derart sichtbar, daß dasselbe in kurzer Zeit vom Lernenden erfaßt werden kann. Der drucktechnische Teil dieses Systems besteht aus einer 4—5 Meter großen Tabelle. Sie enthält numerierte farbige Zeichen, welche den Inhalt eines Lehrbuches ersehen sollen. Durch die Arbeit mit dieser Tabelle soll die Freude des Lernenden wachgerufen werden; das Mechanische soll „spielend" erlernt werden. Durch seine Unterrichtserfolge hat der Referent feststellen können, daß der mit dem Auge erfaßte Lehrstoff besser im Gedächtnis haften bleibt, zumal durch die Tabelle der zu vermittelnde Lehrstoff mit einem Blick übersehen werden kann. Von dem patentierten Apparat ist zu sagen, daß er die in der Tabelle gebrauchten Zeichen verwendet. Durch eine Apparatur werden die Zeichen auf eine Projektionsfläche geworfen und in jede beliebige Stellung gebracht. Die Beziehungen der verschiedensten Begriffe untereinander werden ausgezeigt. Durch Umgruppierung der Zeichen sott der Lernende zum selbständigen Denken und produktiven Schaffen erzogen werden. Der Apparat zeigt ferner in klarer Weise den Satzbau und kann durch ein besonderes Verfahren die Satzglieder und ihre Abhängigkeit voneinander sichtbar machen. Die technischen Hilfsmittel des Erfinders können für jede Sprache und auch für die Mathematik benutzt werden. In der erwähnten Sitzung demonstrierte Herr Messerer an Hand einer verkleinerten Tabelle die Erlernung der hebräischen Sprache. Herr Messerer verfügt über zahlreiche Anerkennungen bekannter Gelehrten und Schriftsteller, und Herr Alfons Paquet hat zu seinem Unterrichtswerk der russischen Sprache das Vorwort geschrieben. Die Erfindung sei allgemeiner Beachtung bestens empfohlen. I. Fl. Don meiner Palästinareife. Von Otto Geismar, Berlin. ' 5. Biblische Orte. (Schluß.) Dem heimgekehrten -Palästinareisenden wird von besonders Interessierten oft die Frage vorgelegt.- Gibt es in Palästina liocl) Dinge und Orte, die an die biblischen und nachbiblischen Zeiten erinnern? Und der Fragende staunt dann, wenn man ihm erzählt, daß man fast auf Schritt und Tritt an die Bibel erinnert wird. Vieles davon habe ich hier schon erwähnt, beson^ rs die Andenken in Jerusalem, auf dem Berg Zion, im Kidrontal, auf dem Tempelberg. Daß der alte Olivengarten der ehemaligen Oelkelter (Getsemane) am Fuße des Oelberges noch existiert, dürfte allgemein bekannt sein, auch daß nicht weit nördlich vom Skopusberg noch das den Christen heilige Bethanien liegt. Ferner zeigt man das Haus des Kaiphas, des Hohenpriesters. Was aber am meisten Erstaunen erregt, ist die Tatsache, daß auf der höchsten Stelle des Berges Zion noch ganz erhebliche Ueberreste des jüdischen Königschlosses. von ziemlicher Ausdehnung vorhanden sind. Verschiedene alte Quellen sind hier auch schon erwähnt worden. Daß aber etwa 300 Städte und Dörfer, die uns aus der biblischen und nachbiblischen Geschichte geläufig sind, noch leibhaftig weiterbestehen, dürfte weniger bekannt sein. Nicht einbegriffen in dieser Zahl sind diejenigen Städte, von denen bloß noch Ruinen vorhanden sind, z. & Megiddo, Schechem, auch nicht diejenigen, die von Kolonisten unter dem alten Namen neu gegründetwurden, wenn auch an derselben Stelle oder in nächster Nähe der alten Stadt, wie En Charod, Nehallal u. a. Seite f> Außer Jerusalem und den schon erwähnten Städten Beeroth, Namah, Hebron sei hier nur noch auf einige wenige hingewiesen: Bethlehem liegt südlich von Jerusalem auf 2 Hügeln. Hart an der Landstraße, kurz vor Beginn der Stadt, steht das Grab der Rahel. Die Echtheit wird von mancher Seite bezweifelt. Der Grabstein im Innern ist von außergewöhnlicher Größe; meiner Ansicht nach stammt er nicht, wie angenommen wird, aus dem Mittelalter; denn die Vorliebe für das Gewaltige ist eher charakteristisch für das Altertum (Pyramiden, Absalomsdenkmal). Dieses muß ja auch, bevor es in der klassischen Zeit umgearbeitet wurde, ein ganz gewaltiger Monolith gewesen sein. Zwar war dieses Streben, ins Uebergroße auch der Nachblütezeit sowohl der griechischen als der römischen Kunst eigen, aber dieser Grabstein hat ein Merkmal, das unzweideutig auf ein sehr hohes Alter schließen läßt: einen flachen, korbbogenähnlichen Abschluß nach oben, genau wie die alten ägyptischen Gedenksteine im Museum in Berlin oder die von Flinders Petri auf dem Sinai gefundenen urhebräischen. Also selbst für den Fall, daß dies nicht Rahels Grab ist, halte ich den Stein für ein Denkmal aus jener oder einer nicht viel fpätern Zeit. R a m a t a i m Z o f i m, von den Arabern Ramallah genannt, (1. Sam. l. l.) liegt auf der Hochebene nördlich von Jerusalem. Es ist von armenischen und arabischen Christen bewohnt. Man genießt von dort eine prächtige Rundsicht und sieht M i z p a (Mizpe) hoch oben auf einem spritzen Berg liegen. Manche Fachleute glauben nicht, daß es mit dem biblischen M. identisch sei und halten das alte Dorf N e b i S a m w i l für das alte Mizpa. Ferner sieht man Bethel (li 12. — 1. 28., Nicht. 1), ferner G i b e o n (Dschiü) unterhalb Mizpe und südlich A t h a r o t h (Atara)> nicht zu verwechseln mit der in nächster Nähe liegenden jüdischen Kolonie Atharoth, die schwer unter Wassermangel leidet, wo aber Birnen, Aepsel, Pfirsiche, Aprikosen gedeihen, die man sonstwo nicht antrifft. B e r s e b a habe ich nicht besucht, weil kein jüdischer Chauffeur weiter als nach Hebron fahren wollte, und die arabischen Chauffeure sind meist so zuverlässig wie ihre Wagen. B n e Brak ist eine neue jüdische Kolonie, die man im Autobus von Tel Aviv aus erreicht. Die Hauptstraße heißt m'py '21 nm die Seitenstraßen sind nach den anderen Gelehrten benannt, die an jenem denkwürdigen Sederabend teilgenommen haben, an dem vermutlich neben dem Exodus auch die hohe Politik eine große Rolle spielte. Aber geht man in nördlicher Richtung .weiter Petach Tikwah zu, so sieht man schon nach lö—20 Minuten hinter dem Hügel das alte Dorf noch genau so daliegen wie zu Rabbi Akibas Zeiten. Auf einem Vorhügel des Giwat-Hamore (Klein. Hermon) liegt malerisch das große Dorf Sunem, dasselbe, in dem der Prophet Elisa so gastfreundlich Aufnahme fand. Ein großes altes Gebäude betont den höchsten Punkt des Hügels. Sunem wird von den Juden ebenso gemieden wie Endor, das auf der Rückseite des Berges ebenso malerisch gelegen ist. Beide Orte habe ich mir bloß von außen angesehen, aber nicht betreten. Ich sehe von der Aufzählung weiterer Orte ab und will nur noch die älteste Stadt der Welt, Damaskus erwähnen, in welcher Eliefer geboren war (1. 14. 10.) und die unter David sogar zum israelitischen Reich gehörte (2. Sam. 8. 5—0). Mein Auto brachte mich über die Flüsse W manah und Parpar (2. Kön. 6,12). Der erstere ist sehr wild und etwa 20 Meter breit, der Parpar bloß 0—8 Meter. In. D. sah und zeichnete ich die Ruinen eines Palastes, der dem N a e m a n zugeschrieben wird (2. Kön. 6.) Sieht man von den byzantinischen Ueberrcsten, die dazwischen stehen, ab. hat man die Reste eines Palastes vor sich, der die Merkmale jener Kulturepoche aufweist, Jüdische Schulzeitung.

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