Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 11 (14.11.1930)
- Date
- 1930-11-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nummer 11 Jüdische Schulzcitung. Seite 3 VIII. Beziehung zu anderen Organisationen. Der Reichsverband gehört mit einem kleinen Beitrag den, „Jüdischen Friedensbund" und der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" korporativ an. 2m Erziehungsausschub der „Deutschen Liga für Völkerbund" und im Vorstand des „Verban.es der jüdischen Jugcndocreme Deutschlands" sind wir durch den Vcrbandsvorsitzenden vertreten. 2m „Jüdischen Frauenbund" vertritt uns die Kollegin Cilli Marr-Köln, im „Ausschuß zur Erhaltung der jüdischen Kunstdenkmäler" College Katz- Nienburg. Auf die Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" der „Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden" sind wir abonniert. IX. Persönliches. Wir nehmen Veranlassung, auch in unserem Berichte auf die frohen Vorgänge hinzuweisen, an denen der Verbandsvorstand und weite Kreise unserer Mitglieder freudigen Anteil genommen haben. Kollege Abraham-Essen konnte sein 40jähriges Lehrerjubiläum, Kollege Peritz - Königsberg sein 40 jähriges' Jubiläum als Leiter des ostpreußischen Waisenhauses feiern. Beide Kollegen, die bei dieser Gelegenheit ihr Amt als Vercinsvörsitzende niederlegten, wurden zu Ehrenvorsitzenden ihrer Vereine ernannt. Die gleiche Ehrung wurde dem Koll. Neuburger- Vhilippsburg zuteil. Das goldene Jubiläum ihres Bestehens konnten die Vereine Mitteldeutschland und Bayern begehen. An der ersten Festlichkeit nahm der gesamte Vorstand und Ausschuß für Reich und Preußen teil, die ihre statutenmäßige Sitzung zu dieser Zeit in Leipzig äbhielten. Beim Jubiläum der bayerischen Kollegen vertrat Kollege Steinhardt den Verbandsvorstand und wird ihn voraussichtlich auch beim 00 jährigen Jubiläum des Vereins Pommern (am Bußtag in Bclgard) vertreten. Dank dem warmherzigen und tatkräftigen Bemühen besonders des Kollegen L e v y - Frankfurt a. M. ist das Erholungsheim für Lehrer und Kantoren in Ems bereits eröffnet und seinem Zwecke dienstbar gemacht worden. Koll. L e v i) selbst konnte in voller Frische seinen 60. Geburtstag begehen. Gern würde der Verbandsvorsitzende der einen oder anderen an ihn ergangenen Vereinsladung gefolgt sein, uin mitzufeiern und mitzuarbeiten. Wenn die Veranstaltungen aber nicht in seine Ferien fallen, ist ihm dies leider nicht möglich. Dafür war der Kollege Steinhardt als sein Vertreter in der Lage, während der zu Ende gehenden Verbandsperiode folgende Vereine gelegentlich ihrer Tagungen zu besuchen: Hannover, Emden-Oldenburg, Konferenz Hessen, Volksstaat Hessen, Frankfurt a. M., Rheinprovinz und Westfalen, Bayern, Arbeitsgemeinschaft Hamburg. Dabei bot sich ihm wiederholt Gelegenheit, in öffentlichen Versammlungen zu den Eemeindemitgliedern . der Tagungsorte zu sprechen und ihr Interesse für die Bestrebungen der Lehrerschaft zu wecken und zu stärken. . X. Ausblick. Der schwere Druck, der seit langem auf Deutschland lastet, muß sich naturgemäß auch auf unsere Arbeit auswirken. Wir sind in allen praktischen Angelegenheiten auf die Mitarbeit, Unterstützung oder Anerkennung der jüdischen Gemeinden und deren Organisationen angewiesen. Die furchtbare wirtschaftliche Krise lähmt aber auch die jüdische Initiative in den Gemeinden und Verbanden. So ist nirgends ein Fortschritt, eher vielleicht. ein Rückschritt, vor allem in der wirtschaftlichen Lage, festzustellen. Die Sicherung der Beamtenstellung, ehemals wenigstens in der Theorie als berechtigte Forderung anerkannt,. ist heute, wo alles wankt, problematischer denn je. In der Lehrerbildungsfrage sind Schwierigkeiten aufgetaucht, die wir längst erledigt glaubten. Einzig und allein die Vorbereiiungsanstalt des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden entwickelt sich den, einmal gesteckten Ziele zu. Anderwärts sehen wir nach vielversprechenden Ansätzen Stillstand. Und die nächste Zukunft erscheint auch nicht danach angetan, hoffnungsfreudig zu stimmen. Unter diesen Umständen werden wir uns bescheiden müssen, das Erreichte nach Möglichkeit zu sichern und die Weiterentwicklung in Richtungen unserer Bestrebungen und Forderungen auf eine — hoffentlich nicht allzu ferne — günstigere Zeit zu verschieben. Anträge für den Lehrerverbandstag in Berlin. A. Satzungsänderung betreffend. Antrag des geschäftsführenden Ausschusses: § 2. Der Absatz „Der Verband bewahrt in allen religiösen und jüdisch-politischen Fragen Neutralität" erhält den Zusatz: „Soweit solche Gegenstände zur Behandlung kommen, dürfen Beschlüsse, die eine religiöse Bindung für die Vereine und ihre Mitglieder bedeuten, nicht gefaßt werden." 8. Die Mitgliedschaft in den Einzelvereinen betreffend: 1. Antrag des Ausschusses: Die Vereine werden ersucht, ihre Satzungen dahin zu revidieren, daß sie in Zukunft nur solche Mitglieder aufnehmen, deren Ausbildung nicht in Ge- ' gensatz zu den Beschlüssen des Lehrerverbandes steht. Die 'Rechte' der jetzigen Mitglieder bleiben unberührt. 2. Antrag Steinhardt: Die Vereine haben folgende Bestimmung in ihre Satzungen aufzunehmen: Vereinsmitglieder. welche in einen anderen Bezirk verziehen, können nur dann Mitglieder ihres bisherigen Vereins bleiben, wenn sie auch Mitglieder des neuen dem Verbände angeschlossenen Vereins werden. Mitteilungen vom Ortsausschuß. 1. Es ist. um den Aufenthalt der Teilnehmer am Verbandstage zu verbilligen, die Unterbringung in guten, billigen Privatwohnungen in Aussicht genommen. Kollegen, die darauf reflektieren, müssen sich bis spätestens 15. Dezember hierfür anmelden. Spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. 2. Für Montag, Dienstag und Mittwoch ist ein gemeinsames Mittagessen zum Preise von etwa 2.— tfJt in Aussicht genommen: auch hierfür können spätere Anmeldungen als bis zum 15. Dezember nicht mehr berücksichtigt werden, 3. Weitere Bekanntmachungen bezüglich sonstiger Veranstaltungen erfolgen in der Dezember-Nummer der „Jüdischen Schulzeitung". 4. Alle die Teilnahme am Verbandstage betreffenden Zuschriften und Anfragen sind ausschließlich zu richten an Lehrer i. R. A. Kadisch, Berlin W 30, Landshuter Str. 6. Tel.: Amt Cornelius 1320. Aus dem Lehrerverbande. Alle Verbandsmitglieder, welche noch mit ihrem Verbandsüeitraae im Rückstände sind, werden hierdurch dringend gebeten, ohne Verzug ihren Verpflichtungen gegen ihren Verein nachzukommen, damit dieser in der Lage 'sei, seinen Verpflichtungen gegen den Verband gerecht zu werden. B e r l i n, den 27. Oktober 1920. Der Geschäftsführer des Verbandes. M. Abraham.