Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 9 (15.9.1930)
- Date
- 1930-09-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Schulzcitung. die uni all- .'20), " die \:,dt •3} . :\v., ■ 'VD ■•lies ber i.nficn biCii/i ■?, 21 ::::ub an- 3'. 31 ■aale er "2;:cn; :.lür : re. bei .. 2;CiI i-ia.T* ■;:r 2 ne 3;H ...n: ■in - 3- Nrrmurcr 9 Seite 7 LiLerarischss. Rabbiner D r. Jakob H o f f m a n n, Die Schicksalsfrage der deutschen Iudenheit. Predigt, gehalten am 1. Pcßachtage in der Synagoge Börneplatz zu Frankfurt a. M. Verlag 2. Kauffmann. Brosch. 1 ffll. Än dieser Predigt erimext der hervorragende Kanzelrednvr die bedrohliche innere Lage der deutschen, man könnte sagen, der westeuropäischen Iudenheit. Alle trüben Erscheinungen der Zeit, die so bedenklich am Lebensmarke des Judentums zehren, werden vorgeführt. Verfasser erwartet Rettung von den jüdischen Frauen. „Werden uns Frauen erstehen", so fragt er, „die fernab von der übersteigenden 2ch-Kultur und Jch-Pflege und fernab von Genußsucht und Eitelkeit und Bequemlichkeit mit Freude und Stolz in hingebungsvoller Liebe dein jüdischen Hause und dem indischen Kinde das Leben weihen? Diese Frage ist die Schicksalsfrage der deutschen Iudenheit!" Wir können verstehen, das; aus den: Publikum heraus, dem es vergönnt war, diese Predigt zu hören, der Wunsch laut wurde, sie auch gedruckt zu lesen. Möge sie weite Verbreitung und Beachtung in allen jüdischen Kreisen finden. M. St. „Der Morgen". Jahrgang 6, Heft Nr. 3. Wir heben aus dem in gewohnter Weise' so reichen Inhalt als besonders beachtenswert hervor: Erich Stern, „Krankheit und religiöses Leben". B. Jacob, „Misck)eh en". Richard Mllller-Freienfels, „Zur Problematik des Raffenbegriffes". M. S., „Antwort auf einen .Offenen B r'i e f a n die deutschen Jude n'". ■ Die vornehme Zeitschrift sollte im Hause jedes Gebildeten gelesen werden, sie gibt auch uns Lehrern viel Anregung und Stoff zum Sichversenken in die wichtigsten Tagesfragen. M. St. „Jesus von Nazareth", von Joseph Klausner, Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem. Jüdischer Verlag, Berlin. Während das Christentum zu keiner Zeit versäumt hat, in reger Propaganda die ctbische Ueberlogenheit des neuen Testaments gegenüber dem alten zu betonen, hat es an einer der Stärke dieser Propaganda entsprechenden Abwehr oder Gegenoffensive von jüdischer Seite stets gefehlt. Zwei Gründe kommen hierfür wohl in Betracht. Erstens bestand für das Judentum insofern keine unmittelbare Veranlassung hierzu, als es eine religiöse Propaganda mit dem Zweck, unter oen Nichtjuden Anhänger zu werben, als seinem Wesen nicht entsprechend ablehnte, und zweitens wäre ihm ein solcher Versuch zu Zeiten, als die Kirche nicht nur eine religiöse, sondern zugleich auch eine weltliche Macht war, bei den mitunter recht ungeistigcn Kampsesmethoden der Kirche gegenüber „Ketzern und Ungläubigen" schlecht bekommen. In einer Zeit ernster Geschichtsforschung ist es allerdings dem Judentum nicht mehr möglich, an der Erscheinung Jesu und seiner Lehre vorbeizugehen ohne irgendwie dazu Stellung zu nehmen. Wie schwer diese Aufgabe ist, vor allem angesichts der Dürftigkeit des bezüglichen' historischen Quellenmaterials, das wird dem Leser dieses höchst beachtlichen Buches erst so recht klar. Es zeigt, das; cs eine absolute Objektivität nicht geben kann. Entweder stellt sich ein Schriftsteller auf den Standpunkt, von Jesus nur das anzuerkennen, für dessen historische Wahrheit zwingende Beweise vorlicgen, oder er stellt sich in cinein gewissen Wohlwollen der Jesusgcstalt gegenüber grundsätzlich auf den Standpunkt seiner historischen Existenz und streicht aus dem Quellenmaterial das, was das Judentum mit gutem Recht als unwahr oder sehr stark übertrieben ansehen muß. Der Verfasser beschreitet den letzteren Weg, wie er sich überhaupt bemüht, der Erscheinung Jesu von Nazareth eine größtmögliche Würdigung zukommen zu lassen. Für ihn hat Jesus gelebt als Jude, der nur Jude sein wollte, mit einer ausgesprochenen Abneigung gegenüber Heiden und Heidentum. Er ist der Jude, der .am stärksten den ethischen Gehalt des Judentums betont hat. Das jüdische Gesetz war ihm viel weniger wichtig. Wenn er es auch selber offenbar noch hielt, so lag in seiner Lehre doch schon die Aufforderung zum Abfall vom Gesetz begründet. Erst Paulus hat hieraus die bekannten Konsequenzen gezogen, indem er das Gesetz -als aufgehoben erklärte. Jesus' mangelndes Verständnis für die politischen Bedürfnisse des jüdischen Volles, das schwer unter dem Joch der Römer litt, sowie seine Geringschätzung des Gesetzes, das dem Judentum nicht nur der religiöse Wegweiser, sondern die soziale und nationale tdrundlage seines Lebens war, entfremdete ihn immer mehr .eruem Volke. Das Judentum war eine, wenn auch strenge "cdre des Lebens und hatte kein Verständnis für eine Lehre, -\'r ^'!o!iu'.q erst uach dem Tode vtztssirM Das nWe oqus» den vuvpn als Messias hatte erkennbar : — können, blieb aus. Jesus wurde gekreuzigt, die Kunde i von seiner Wiederauferstehung fand bei den Juden keinen Glauben. Er starb als Jude wie taufend vor ihm, und taufende nach ihm, für feine Ueberzeugung, nicht anerkannt von feinem Bolle, noch nicht einmal verstanden von feinen Jüngern und nach seinen eigenen Worten am Kreuze von feinem Gotte, dem er sich besonders nabe glaubte verlassen. Hierin liegt die große Tkagvvlo seines Lebens. Seine geistige Bedeutung war nicht die der Propheten, er brachte dem Judentum keine neuen Gedanken, wenn er auch verstand, manche Gedanken des Judentums in Gleichnissen von seltener Schönheit auszudrücken und war ein Ethiker von Format. Es wäre -zu begrüßen, wenn der Verfasser sich entschließen würde, als Fortsetzung ein Buch über die beoeutfamo Erscheinung des Paulus, ohne den es kein Christentum geben würde, der Oeffentlichkeit zu übergeben. . Dr. W. Steinhardt. Fort mit dem V.D.A. aus den Schulen! Vortrag von Dr. Oskar Stillich mit einem Vegleitwort von Professor Paul Oestreich. Verlag fürs deutsche Volk, Breslau. 36 Seiten. Preis 0.35 m. Die vorliegende Schrift stammt von einem Gelehrten, dem wir bereits eine interessante Einführung in die Nationalökonomie (5 kleine Bände) und zahlreiche andere Schriften verdanken. In der vorliegenden klagt er den V.D.A. -an, daß er, um nur das wichtigste herauszuheben, mit anderen reaktionären Organisationen Beziehungen unterhält, daß er mit seinen Werbevcranstaltungen. usw. die Jugend nicht vertieft, sondern verflacht, daß er sich um die auf die Schattenseite gestellten Deutschen im Jnlande überhaupt nicht kümmert, daß die Betreuung der Ausländsdeutschen, die Errichtung von Schulen im Auslande usw. zwar kulturpolitischen Charakter trägt, dahinter aber machtpolitische Ziele sich verstecken, daß er die Jugend nicht zum Glauben an den gegenwärtigen Staat erzieht, sondern sie eher für die staatsfeindlichen Verbände und Parteien wie den Stahlhelm, die Nationalsozialisten usw. vorbereitet, daß er die Schüler schließlich mit Vorstellungen von anderen Völkern erfüllt, die der Weimarer Verfassung mit ihrer Forderung der Erziehung im Geiste des deutschen Volkstums und der Völkerversöhnung direkt widersprechen. Alle,diese Gesichtspunkte bilden die Begründung der im Titel der Schrift ausgesprochenen Forderung. Lehrer wie Schüler werden zu dieser Schrift, die die Arbeit und die bevorrechtete Stellung des V.D.A. in den Schulen scharf kritisiert, Stellung zu nehmen haben. Vor allem aber wird der preußische Kultusminister darauf hinwirken müssen, daß nunmehr anstelle der gefährlichen Inflation des V.D.A. an den Schulen eine Deflation tritt. Unsere Schullandheime, ein Beitrag zur Landheimfrage von Studienrat Fr. Risse und Studienrat R. Troitzsch, Dresden. Veröffentlichung Nr. 14 des Sächsischen Philologenvereins. Broschiert 1 %il. Zu beziehen durch die Kanzlei des Sächsischen Philologenvereins, Dresden-A 1, An der Frauenkirche 12, Erdgeschoß. Das Heft ist der. Bericht des S?üV-Lehrganges 1929, der der erste Schullandheimlehrgang in Deutschland war. Es wird ein guter Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Landheimbewegung gegeben, um die knappe anschauliche Darstellung führt in die wichtigsten Landheimfragen ein. Im einzelnen werden behandelt: die Schullandheimbewegung und der Reichsbund der deutschen Schullandheime, Jugendherbergen als Schullandheime, die finanziellen -und wirtschaftlichen Fragen, sowie Erziehung und Unterricht. Angeschlossen sind Berichte über Unterrichtsstunden in verschiedenen Fächern. Eine Beilage A gibt die Auswertung eines Fragebogens über Landheime der höheren Schulen Sachsens, die sehr lehrreiche Ergebnisse gebracht hat. Die Beilage L, ein Verzeichnis der Schullandheime der höheren Schulen in Sachsen, zeigt, daß bereits 36 Schulen in der Landheimbewogung tätig sind. Schulen, die die Landheimarbeit durchführen oder beginnen wollen, werden diese Schrift nutzbringend verwerten, für die Bewegung selbst bedeutet sie Feststellung des Erreichten, und sie weist güte Wege für die Weiterarbeit. Weitgehende Verbreitung ist ihr zu wünschen, damit die in ihr enthaltenen Gedanken zum Vorteil der Schule ausgewertet werden. Severin Nüttgers „Schaffsteins Grüne Bändchen im Sachunterricht und als Klaffenlektüre". Hermann Schaffstc'm- Verlag, Köln. Als eine willkommene, oft gewünschte Anleitung zmn Gebrauch der „Grünen Bändchen" sowohl im Fachunterricht als in den allgemeinen Lesestunden erscheint soeben unter dem Titel „Schaffsteins Grüne Bändchen im Sachunterricht und als sehr verbreitungsfähige Gebiet des Lesens. Er hat sich die Auf-