Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 9 (15.9.1930)
- Date
- 1930-09-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung. Nummer 9 Reifte gestellt, einmal zu zeigen, wie das „Sachlefen" auf der Grundschule aus dem allgemeinen Lesen heraus vorbereitet werden kann und weiterhin: die Möglichkeiten für die fruchtbare Benutzung der Texte sowohl in den einzelnen Fächern als auch zur Gkunvlsgung und Stützung eines Gesamtunterrichts in den oberen Klassen der Volks- und Mittelschulen. So bietet er sich dar als der erste brauchbare Wegweiser für die Eingliederung des Sachlesens in den Gesamt- und Fachunterricht. Eine Weltkarte und Zeittafel geben jedem Lehrenden die Möglichkeit, die Stoffe nach dem Bedarf seiner Klasse oder Schule aufzufinden und zu ordnen. Der Führer wird vom Hermann Schaffstein- Verlag, Köln, auf Anforderung. kostenlos geliefert, auch in größerer Anzahl für Arbeitsgemeinschaften, Lehrerkollegien usw. Bei der Schriftlertung eingegangene Bücher. Josef Wohlgemuth, Das Tier und feine Wertung im Alten Testament. I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1930. Ca. 150 S. Drosch. 4 ML Psychologie der frühen Kindheit bis zum 6. Lebensjahre. Von Professor Dr. W. Stern. MitBenutzung ungedruckter Tagebücher von Klara Stern -und Beitragen von Professor Curt Leöin und Heinz Werner. 6. Auflage. 20.—24. Tausend. 552 Seiten und 11 Tafeln. Geh. 10.80 ML In Leinenband 12.80 Ml. Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. Die Reisezeit. Grundfragen der Jugendpsychologie und Sozialpädagogik. Von Professor Dr. Walter Hoffmann. 3. neubearbeitete und verbesserte Auflage. 380 Seiten und 4 Tafeln. Geh. 10 Ml, in Leinenband 12 ML Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Das Buch Leschajahu. Verdeutscht von Martin Vuber gemeinsam mit Franz Rosenzweig. Lambert Schneider, Berlin. Immanuel Vernfeld, Eid und Gelübde nach Talmud und S ch u l ch a n A r u ch. Heft 9 der Zeitschrift „Das Licht". Brosch. 0,95 ML Philo-Verlag, Berlin 1930. Sinclair, Leidweg.,der Liebe. Malik-Verlag, Berlin W 50. In Leinen 7 Ml. L Aus dem Lehrerverbande. Zum 10. L eh re rv erb and s tag. Der 10. Lehrerverbandstag wird vom 29. bis 31. Dezember in Berlin abgehalten werden. Folgende Tagesordnung ist in Aussicht genommen: A. Jüdischer Lehrerverband in Preußen. Montag, den 29. Dezember, 9 Uhr, nichtöffentliche Sitzung: 1. Eeschäftsbericht, 2. Kassenbericht und Entlastung, 3. Etatsberatung für die nächste Verbandsperiode, 4. Wahlen (Vorstand, Ausschuß für den Neichsverband, für den Pr. Landesverband). 5. Anträge und .Satzungsänderungen, 6. Fre>e Aussprache. 11V2 Uhr, öffentliche Sitzung: „Die Eesamtlage der jüdischen Lehrerschaft im Reiche und Forderungen für die Zukunft." Referenten: für Preußen, Nord- und Mitteldeutschland Steinh> ard t. für SüddeutschlandRosenfeld- München. 6. Neichsverband der jüdischen Lehrervererne. Montag, den 29. Dezember, 20 Uhr: Begrüßungsabend. Dienstag» den 30. Dezember, 91/2 Uhr, öffentliche Sitzung: „Die Apologetik im jüdischen Religionsunterricht." Re,e-- v reuten: Prof. Michael Euttmann- Breslau und Lehrer Lilienthal-Wiesbaden. Aussprache. Mittwoch, den 31. Dezember, 9Vs Uhr. nichtöffentliche Sitzung: Tagesordnung wie in der Preußensitzung. Vorschläge für. Ergänzung und Abänderung der Tagesordnung werden baldigst erbeten. Anträge für die Tagung müssen bis zum 25. September dieses Jahres bei der Geschäftsstelle eingereicht werden. künstlerisch und exakt ausgeführt» liefert an Lehrer' zu billigsten Preisen A. Katz, Frankfurt a. M.» Sandweg 7. Notizen. Die heiligen Feste nahen. Welches jüdische Kinderherz schlägt nicht schneller, men» es an n*Y denkt, den Tag, an welchem es den Ettern und Angehörigen .nziv HIV1? Zurufen soll. Zwar sind die Zeiten vorüber, wo in subtilster Schönschrift auf rosenumkränzten Bogen mit Eoldschrift der Himmel auf Erden herabgewünscht wurde. Aber die Großeltern sollen einen Brief zu bekommen, vielleicht auch ist das Kind von den Ettern entfernt. Aber bitte keinen Kitsch. Dem Verständnis und Jdeenkreis des jüdischen Kindes sind auch in diesem Jahre die Wunschbogen angepaßt, welche die bekannte Kunstgewerbestube Freudenthal in Breslau herausbringt. NSW Enn3 steht am Kopf des Bogens, die Worte, die das Kind aus der Schule und der Synagoge kennt. Der Schofarbläfer ist ein würdiger alter Mann, nicht wie er jetzt so häufig zu sehen ist, im Smoking und Zylinder, sondern in den Sterbekleidern, zu innerer Einkehr gemahnend. Es wäre dem neuen Vogen, wie seinen Vorgängern, die weiteste Verbreitung zu wünschen. M. * Reichswerbetag für Jugendherberge». Wie andere Sportbetätigungen hat in den letzten Zehn Jahren auch das Jugendwandern eine außerordentliche, stetig wachsende Belebung -erfahren. Diese Sportbewegung ist, von gewissen Auswüchsen abgesehen, keine Modeerscheinung. Sondern es geht dabei um die Kräftigung unseres jungen Nachwuchses. Diese Jugend, die unter den Entbehrungen von Krieg und Inflation aufgewachsen und in ihren entscheidenden Entwicklungsjahren vielfach gehemmt worden ist, bedarf einer besonderen sorgsamen Pflege, um die Schäden jener Notzeiten wieder zu beseitigen und die Grundlagen für eine dauerhafte Kräftigung zu schassen, die wirklich lebensfähige Geschlechter heranwachsen läßt. Eines der wirksamsten und für den Einzelnen am wenigsten kostspieligen Mittel hierzu ist das Jugendwaudern, das auf beide Geschlechter eine erfreulich zunehmende Anziehungskraft ansübt. Der Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen e. V. hat durch die Einrichtung von llnterkunftshäusern hauptsächlich mit dazu beigetragen, daß die Bewegung in den letzten Jahren so stark gefördert werden konnte. Die Zahlen sprechen hier eine überzeugende Sprache. Während vor dem Kriege die Entwicklung des Jugendherbergswesens nur langsame Fortschritte machte — im Jahre 1911 wurden nur 3000 und 1913 nur 12 000 Uebernachtungen in deutschen Jugendherbergen gezählt — stieg die Zahl der Uebernachtungen im Jahre 1920 bereits auf 120 000 und nahm dann in den folgenden Jahren ununterbrochen einen überraschenden Aufschwung. Gegen 1911 haben sich die Uebernachtungen im letzten Jahre mehr als vertausendfacht und mit dreiundeinerhalben Million einen Stand erreicht, der das allgemeine Wanderbedürfnis unserer Jugend deutlich genug geigt. Mit dieser Zahl von Uebernachtungen, der durch einen Bestand von rund 2000 deutschen Jugendherbergen möglich gemacht wurde, ist allerdings die Aufnahmefähigkeit der Unterkunftshäuser erschöpft, wenn nicht schon überschritten. Denn bei diesen 2000 Herbergen gibt es, neben einer Reihe gut eingerichteter nnd allen billigen Anforderungen entsprechender Häuser, auch eine große Anzahl solcher, die diesen einfachen Anforderungen bei weitem nicht genügen, ganz abgesehen davon, daß noch mindestens die doppelte Anzahl von Herbergen nötig wäre, um die wanderlustige Jugend zur Nacht unterzubringen. Um den dringendsten Bedürfnissen entsprechen und die Wanderbewegung weiter kräftig fördern zu können, will nun der Neichsverband für Deutsche Jugendherbergen einen Neichswerbetag 21. September d. I. veranstalten, dem wir einen vollen Erfolg wünschen.