Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 8 (15.8.1930)
- Date
- 1930-08-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nmnu-er S Jüdische Schulzeitung. Seite 7 Urteil iiidjt einverstanden sein tann. Das siebente (letzte) Luch behandelt den Orient 1830—1914: Damaskusaffäre, Palästina usw. Wir sind überzeugt, daß diese Neubearbeitung eine günstige Aufnahme finden wird, insbesondere dann, wenn auch die Neuauflage des 3. Bandes sich in den gleichen Wegen exakter historischer Darstellung bewegen wird. Literarisches. Karl Z eining er. Magische Geist eshaltuM im Kindes alter und ihre Bedeutung für die religiöse Entwicklung. (2. A. Barth, Leipzig, 1929.) Die Schrift ist als Beiheft zur „Zeitschrift für angewandte Psychologie", herausgegeben von Stern und Lipmann, erschienen. In der Hauptsache beschäftigt sie sich mit der Darstellung der magischen Geisteshaltung überhaupt beim Primitiven und beim Kinde: die Ausbeute für die Nolle des Magischen in der kindlichen Ncligion ist dagegen sehr dürftig und noch geringer in den Folgerungen für die Neliigionspädagogik. Das; diese die Aufgabe habe, „eine zunehmende Vergeistigung, eine wachsende Abkehr vom magischen Denken und Tun, ein Ergreifen des Sittlichen durchs Religiöse" zu erstreben, und das; dabei Ethisierung und Nationalisierung die Mittel seien, das ist, das Ergebnis der Untersuchung, die in ihrem allgemeinen Teil bedeutsamer ist. Die Schwierigkeit des Problems liegt in der innigen Verflechtung von magischer und religiöser Geisteshaltung. Das Gemeinsame liegt darin, das; in beiden Haltungen eine übersinnliche Macht anerkannt wird, das Trennende in dem.Verhältnis zu dieser Macht: während die Neligion nur „die unbedingte und schlechthinige Abhängigkeit und Unterordnung unter die göttliche Macht kennt", will die Magie Zwang auf das Ueberfinnliche ausüben und es vergewaltigen, will es für die egoistischen Zwecke des Gläubigen verwenden. Am deutlichsten kommt dies in der Religion der Primitiven zum Ausdruck, sublimiert in jeder Religion. Die kindliche Neligiositüt nähert sich wieder derjenigen der Primitiven: die Beispiele, die der Verfasser ausührt, finden sich z. T. auch in meiner „Psychologie des Religionsunterrichts". Sie beweisen aber durchaus keine besondere typische Eeisteshaltung gegenüber derjenigen des Erwachsenen. wie der Verfasser - wohl zeigen möchte, sondern nur die dem Kinde in allen seinen Haltungen eignende Primitivität und Naivität. Dr. H. Stern. Heinrich Meyer, Necheumethode für deutsche Schulen, als Probe angewandter Logik. 5.80 (AJC. Denken und Tun. Rechenbuch für Schüler. Einzelheft 0,70 bis' 1,20 (JJL Denke» und Tun, Lehrerausgabe, Eiuzelheft 1 bis 2,40 (/Ul. Verlag Stalling, Oldenburg. Gemeinsam mit Bouman und van Zelm. den Herausgebern eines in Holland weit verbreiteten Rechenbuches, bearbeitete H. Meyer das für deutsche Schulen bestimmte methodische Werk, sowie je acht Hefte für Schüler und Lehrer. Nach ausführlicher Darlegung seiner Ansichten über die methodische Behandlung verlangt er die Beachtung der drei Forderungen: Sammeln und Sichten des Necheustoffes seitens der Schüler. Das selbsttätige Finden der rechnerischen Problerne. Die einwandfreie Lösung in guter Form. Die Ariregung zur Materialsaurmluug ergibt sichungezwungen aus dem Inhalt mancher Aufgabengruppen, z. B. Auf dem Güterbahnhof, Im Lebensmittelgeschäft, Vorarbeiten zunr Neubau. Zur Erfüllung der zweiten Forderung bieten eine Handhabe Zahlenangaben ohne Formulierung einer bestimmten Frage. Den Schülern fällt die sicherlich sehr anregende Aufgabe zu. diese Zahlen miteinander in Beziehung zu setzen. Durch Selbstbelehrung wirken nachhaltig und eindrucksvoll die Ergebnisse der Aufgabengruppen über Schädigung durch Alkohol, Schutz der Singvögel. Obstgarten als Kapitalsanlage. Zahle bar u. a. lieber Geldbeschaffung durch hypothekarische Belastung sprechen zehn miteinander in Beziehung stehende Aufgaben. Das Rechenheft Nr. 8 enthält gute Schaubilder über Ernährung» Zug in die Großstadt. Steuern und Wirtschaft. Praktisch zumumrengestellt sind die für den persönlichen Gebrauch des Lebrcrs bestimmten Hefte. Sie enthalten die Aufgaben der ^cnülerausgabe. die Lösungen und eine theoretische auf den betretenden Band entfallende Einleitung. Da zu den bereits crwZnnen /Vorzügen noch der niedrige Preis als günstiger Umuaud hmzulommt, darf man annehmen, daß das Rechenbuch von Meyer in deutschen Schulen weite Verbreitung! finden wird. S. Sonn, Berlin. Volkstümliche NasienkMlde von Prof. Dr. H. Iltis/ Urania-Verlagsgesellschaft m. b. H., 2ena. Mit 41 Abbildungen. Broschiert 1,50 (/Ul, in Ganzleinen 2 (AM, Vorzugsausgabe 2,75 .AM. Völkische und nationalsozialistische Nassetheorieu und Heilslehren werden überall mit großem Stimmaufwand. Stuhlbeinen und Biergläsern als die besten angepricsen. Jahrmarkt. Gewiß. Man könnte darüber hinwegsehen, wenn nicht der wertvollste Teil der Gesellschaft, die Jugend, davon in stärkstem Maße ergriffen wäre. So muß in allen Volksschichten dazu Stellung genommen werden. Es ist sehr zu begrüßen, daß eine Autorität auf dem Gebiete der Rassenkunde. Prof. Dr. Hugo Iltis, der bekannte Biograph Gregor Mendels, auf den die moderne Nasse- und Vererbungsforschung zurückgebt, es unternommen hat, in volkstümlicher Weise? jede Einseitigkeit vermeidend, das Wissenswerte über die Rassenkunde der Menschen in einem reich illustrierten Bändchen zusammenzustellen. Trotz des relativ geringen Umfanges des Werkes wird alles Wesentliche gründlich behandelt und dadurch dem Laien ein Bild ververmittelt, was es nicht nur mit der Juden' und Negerfrage, sondern überhaupt mit den Menschenrassen für eine Bewandtnis hat. Alle wichtigen Nassetheorieu sind treffend gekennzeichnet. Das Buch ist deshalb noch von besonderem Interesse. weil hier zum ersten Male von einem auf dem Boden des Sozialismus stehenden Naturforscher eine Kritik der Nassenkunde unternommen wird. Eine große Anzahl von Abbildungen erhöhen die Anschaulichkeit, die bei der gemeinverständlichen Schreibweise des Verfassers in vorzüglicher Weise gewährleistet wird. Das Buch verdient weiteste Verbreitung und Eingang in alle Volksschichten, zumal cs auch preiswert und in der Ausstattung allen Ansprüchen genügt. Erich Kuttner, Pathologie des Raffeuantlsemitismus mit einem Vorwort von Ministerialrat Dr. Veyer. Philo- Verlag, Berlin, 1930. 32 S. Preis 0.50 31)1 brosth. Der Verfasser, Mitglied des Preußischen Landtags, versucht in der vorliegenden kleinen Schrift die psychologischen Untergründe des antisemitischen Rassenfanatismus — und damit des Rassenfanatismus überhaupt — aufzudecken. Er findet die Wurzel der vornehmlich im Deutschland der Nachkriegszeit öehoimateteu Erscheinung, dabei der Judividualpsychologie Alfred Adlers folgend, in der den Neurotiker kennzeichnenden Spannung zwischen Minderwertigkeitsgefühl und Geltungsstreben. Indem der Verfasser die Ideologie und die Betätigung der Rassenantisemiten analysiert, entdeckt er eine Neurose, deren Einzelziige sich zwanglos, mit wissenschaftlicher Folgerichtigkeit der Erundaussassung einsügen. — Die Darstellung ist temperamentvoll, von unerbittlicher Konsequenz, aber frei von verletzender Schärfe und infolge der ständigen Bezugnahme auf Tatsachen aus der rasienantstemitifcheu Praxis als objektive Betrachtung einer der hervorstechendsten Zeiterscheinungen anzusprechen. — Diese Erscheinung als eine Gefahr nachzuweisen, bemüht sich Dr. med. Veyer im' Vorwort. M. N. Wagner, Jnsektenzucht in der Schule. Eine Anleitung zu einer Reihe leichter und lohnender Zuchten. 8 °, 116 Seiten Text mit 98 Abbildungen und 5 Kunstdrucktafeln. Herausgegoben und verlegt von der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens in Hamburg, in Kommission bei Paul Hartung, Verlag, Hamburg 25, 1939. Preis broschiert 3.50 31)1. Diese leicht faßliche, für die Praxis geschriebene Anleitung erleichtert die Schwierigkeiten, die in ihrer Ueberschätzung bisher so manchen Schulmann von der Jnsektenpslege abschreckien, trotzdem gerade diese besonders dazu geeignet ist, dem Kinde einen Einblick zu geben in den Entwicklungsgang eines Lebewesens und es mit Achtung zu erfüllen vor'dem sich sichtbarlich entfaltenden Leben überhaupt. Einen ganz außerordentlich wertvollen Behelf zur Unterstützung des Naturgeschichts-Unterrichtes an Bildern, Büchern, Präparaten und eine notwendige Ergänzung der Lehrausflüge gibt uns der Verfasser hier zur Hand, indem er bei reichlicher Bebilderung seines klaren, in knapper Form gehaltenen Textes die Möglichkeiten erörtert, mit wirklich einfachsten Hilfsmitteln doch Zuchtanlagen zu schaffen, die fördernd und befriedigend ihren Zweck erfüllen. Kein Schulmann wird ohne dankbar gewonnene Anregung diesen Leitfaden aus der Hand legen, sondern ihn immer wieder hervorziehen von seinem Platze neben den Anleitungen zur Pflege von Terrarien und Aquarien. Wagners Angaben über das Sammeln der