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Jüdische Schulzeitung · 1930-06-16 · 6 (16.6.1930) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
6 (1930)
Issue
6 (16.6.1930)
Date
1930-06-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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:::;cr 6 C i) V c f r. ';üi C:i - ' Cricr- -rund mit» seiner ,:;e Svolicö :: Sendung - ein für '.'.ui» U'cu .1 i^cbciis® -'■■vi :) Gült,- i-crn gi> . Voiles, den .u von ider .j i e'.'regle- Nummer 6 Jüdische Schulzeitung._' _Seite 7 kJ IV. Das Sdjxdfal der Schriften Jeremias!. (Kap. 36.) I— 4 Die Niederschrift — im 2ahre 605. 5—10 Die Verlesung durch Baruch — im Kislew 604. II— 13 Michas Bericht an die Fürsten. 14—19 Die Fürsten und Baruch. 20—25 Der König und die Schriftrolle. 26 Des Königs vergeblicher Haftbefehl. 27—32 Die neue Nolle. (Schluß folgt.> ■ Literarisches. Anna Freud, Einführung irr die Psychoanalyse für Pädagogen. Zypokrates-Verlag, Stuttgart u. Leipzig, 1930. In vier Vorträgen, gehalten vor Wiener 5 irterziehern, i werden die Grundbegriffe und Erundanschanungen der Psychoanalyse in der den Theoretikern dieser psychologischen Schule eignen plastischen und fesselnden Weise dargestellt: Unbewußtes und Verdrängung. Neaktionsbildung und Sublimierung, Oedipus- und Kastrationskompler: Uebertragung, Libido und infantile Serualentwiälung von der Frühzeit, durch die Latenzperiode zur Pubertät: die Entwicklung des Ueber-2ch (Gewissen) infolge „Ablösung" von der elterlichen Autorität! durch „Einverleibung" derselben,- der Aufbau der kindlichen Persönlichkeit aus Triebleben (Libido), Ich, Ueber-2ch, und die von Entwicklungsperiod-e zu Entwicklungsperiode wechselnden Relationen zwischen diesen Gegebenheiten. — Das kleine Buch zeigt wieder von neuem, wieviel man aus der Psychoanalyse auch dann lernen kann, wenn man auch noch so vieles ablehnt, was einem übertrieben, abstrus, ja, grotesk erscheint. Von den behaupteten drei Leistungen der Psychoanalyse für die Pädagogik treten allerdings nur zwei deutlich hervor: die Kritik an den bestehenden Erziehungsformen und die Schärfung des Verständnisses für die komplizierten Beziehungen zwischen Kind und Erzieher. Von der dritten, der Heilung der Schäden, also von der Hauptsache, ist wenig zu merken: eine Enttäuschung, die auch andere psychoanalytische Pädagogen ihren Lesern leider nur zu oft bereiten. 2n zwei Punkten nimmt die Verfasserin Erkenntnisse für die Psychoanalyse in Anspruch, die dieser nicht zukommen. Daß die Erziehung des Kindes mit dem ersten gebenstag beginnen solle, hat schon Rousseau gefordert, und daß gewisse kindliche Eigenarten, wie der Egoismus, nicht als Unarten und Fehler zu beurteilen, sondern aus der.Natur des Kindes zu verstehen seien, hat z. B. schon Mar Brahn in Adele Schreibers „Luch vom Kinde" im Jahre 1907 gezeigt. H. St.. Karin Michaelis, Sünden, Sorgen rmd Gefahren. Berlin. Gustav Kiepenheuer, Verlag.- Käme das Buch nicht unter der Verantwortung des Kiepenheuer-Verlages heraus und ginge nicht dem Titel der Name der berühmten Verfasserin voran, man könnte vom Lesen abgeschreckt werden. Sünden, Sorgen und Gefahren ..., der Titel ist unglücklich gewählt, er erinnert an Marlitt und andere Nomanfabriken. Das Inhaltsverzeichnis mit den Kapitelüberschriften liest sich immer noch mißtrauisch und der abrupte Sprung in die Handlung ist nicht jedermanns Sache. Dann aber tut sich eine Welt auf. nicht zum ersten Male geschaut und geschildert, aber vielleicht zum ersten Male s o dargestellt. Ritsch-Ratsch wird dem „Bürger" der Schleier weggerfssen, die Honoratioren marschieren auf in ihrer ganzen erhabenen Lächerlichkeit, und das alles auf dem Wege einer Sprache, die keinerlei Eigentümlichkeiten aufsucht und doch in jeder Wendung ein besonderes Blickfeld enthüllt. Das unverstandene Mädchen, die unverstandene Frau — Karin Michaelis beweist das — sind Themen, die auch ohne in Mode zu sein, eine große Linie haben können, wenn nur .der Schreiber sie.hat. Und die.große Dänin holt diese Linie nicht aus erlernter Technik, sondern aus ihrem großen Herzen, aus ihrer Kreatürlichkeit. Es gibt ein wundervolles Bild von Georg Scholz: Kleinstadt bei Tage. Die boshaften .Farben gemildert, dafür viel Mitleid und Trauer auf die .Palette, dazu einige Seelchen — nach außen gewendet — aufs Postament gestellt, das wäre dann unser Luch. Buch? Nein. Ein erschütterndes Stück Leben! ' IssiBayer. D:e Legende vom Leben des Buddha. 2n Auszügen aus ocn peihnen Teilen. Aus dem Sanskrit, Pali und Chinesischen ui'cvesi und ein geführt von Ernst Waldschmidt. Volrsverbcmd der ^nchcrsrcunde. Wegweiser-Verlag E.m. b. H., Berlin. Angcstcyis der Legende har die übliche Buchkritik keinen ‘‘■•••3 die Hegende bedarf nicht der literarisch-kritischen Sanktionierung. Aber eine aufgereihte Auswahl bedarf der Kritik, und diese Auswahl fordert sie heraus — um sich loben zu lassen. Der gelehrte Verfasser hat, der eigentlichen Legendenauswahl eine Einführung vorangehen lassen, die in drei Abschnitten „Zur Buddhalegcnde", „Heber die Quellen" und „Zu den Bildern" mustergültig auf die Terte selbst vorbereitet. Ein Anhang weist zum Schluß auf die Haupt- und Nebenquellen eingehend hin. (Den Laien mag das allerdings weniger interessieren, aber es bezeugt ihm die Gründlichkeit der Arbeit.) Dazwischen liegt nun die Legende, nein, vielmehr eine Komposition der Legenden, deren Znsammenfügung uns trotz der instruierenden Einleitung vergessen läßt, daß wir eine Bearbeitung vor uns haben. Es werden last keine Bruchstellen sichtbar, was in diesem Falle höchlies Lob bedeutet. Die Qualität der Uebersetzung mag man daran erkennen. daß ein sprachlicher Rhythmus von stärkster Kraft dem Leser sogar das Tempo des Lesens aufzwingl. Welche Kapitel am stärksten wirken? Die ..Bekehrung des Kaschyapas" entbehrt der Größe, alles übrige \\t von gewaltiger Tiefe. Einen Auszug zu geben ist unmöglich, beirrt Füllmaterial enthält die Komposition nicht, kein Wort ist zuviel. Der V. d. Bücherfreunde. dem dank seinem, festen Abnehmerkreise ein geruhsames Schaffen beschieden ist, hat dem Buche eine exzellente äußere Form und Ausstattung gegeben. Die eingefügten Bilder, erstmalig Publikationen übrigens, bestimmen — wie der Verfasser sagt — die Konzeption des Buches und sind mehr als nur ein Buchschmuck, sind Vilddokumente der Legende. Alles in allem: der Wegweiser- Verlag darf die Herausgabe dieses Buches, als wirklich wegweisende literarische Tat seinem Äktivkonto hinzufügen. kleberflüssig zu sagen, wie wertvoll dieses Buch uns Lehrern für Unterrichtszwecke sein kann. 2 s s i Bayer, Bingen. Bei der Schrrftleitlmg emgegmrgene Bücher. Prof. H. W. M i ch e s, Handschrift und Vildschrist. Sonderheft der Zeitschrift „Die zeitgemäße Schrift". Heintze & Blanckertz, Berlin. Preis 1.20 Ml. Paul Mühsam, Worte an meine Tochter. Fr. Will). Erunow, Leipzig. Geb. 4 Ml. Lieder für Schule und Haus. Herausgegeben vom Oldenburgischen Landeslehrerverein. 1. Teil für die Grundschule 1.30 Ml, 2. Teil für die Oberstufe 2 Ml, 3. Teil 0.00 Ml, enthält technische Uebungen für das Singen nach Noten, Atem-, Stimm- und Lautbildungsüüungen. Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Erich Kuttner, Pathologie des Raffenantifemitismus. Mit einem Vorwort von Ministerialrat Dr. Beyer. Philo- Verlag, Berlin. Brosch. 0.50 ML 32 S. Wagner, Jnsektenzucht in der Schule. Paul Hartung Verlag, Hamburg, Borgfelderstraße 28. Preis 3.50 ML L eh r g ä n g e fü r j ü d if ch - f o zi al e Aus bild un g un d Fortbildung. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums veranstalten Lehrgänge zum Zwecke einer ergänzenden jüdisch-sozialen Ausbildung und Fortbildung für in der sozialen Arbeit und Ausbildung stehende Personen, sowie für Rabbiner und Lehrer und in der Ausbildung zu diesen Berufen Stehende. Der erste Lehrgang findet in der Zeit vom 19. Juni bis Ende Juli 1930 statt. Lehr- und Stundenplan für den ersten Lehrgang: 1. Jüdische Wohlfahrtspflege und jüdische Lehre, Dr. Baeck, Donnerstag, 19. Juni, 5—6 Uhr: 2. Soziologische und sozialpfychologische Grundlagen der jüdischen Wohlfahrtspflege, S. Wronsky, Mittwoch. 25. Juni, 5—6 Uhr: 3. Einführung in die jüdische Wohlfahrtspflege (Aufbau, Arbeitsgebiete), Dr. Ollendorff, Donnerstag, 19. Juni, 6—7 Uhr,- 4. Grundfragen der jüdischen Sozialpolitik (mit besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Sozialpolitik), Dr'.. Kreutzberger, Mittwoch, 25. Juni, 6—7 Uhr: 5. Arbeitsgemeinschaft mit der „Schule der jüdischen Jugend" über Durchführung der Reformgedanken in der Praxis der jüdischen Wohlfahrtsarbeit, Dr. L u b i n s k i, Edith E o h n, Dr. Kreutzberger, Mittwoch, 25. 2rmi, 7lh—8Ve Uhr. Die Lehrgänge 1 und 3 finden in der Hochschule für die

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