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Jüdische Schulzeitung · 1930-04-15 · 4 (15.4.1930) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
6 (1930)
Issue
4 (15.4.1930)
Date
1930-04-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Jüdische Schulzeitung. Nummer 4 V. Gott.erkennen heißt bei ihm: wissen, daß der Ewige die Liebe ist und Liebe übt. und daß er solches auch von den Menschen verlangt (VI, 6). VI. Wohl verkündet auch er das drohende Strafgericht. Verheerung im Lande, Verbannung nach Assur und Aegypten (IV, 3-6). VII. Er ist aber überzeugt, daß die Liebe Gottes zu Israel so unerschütterlich ist, daß er sich ganz gewiß seines Volkes erbarmen wird, besonders bei aufrichtiger Buße. Darum ermahnt er zur Besserung und Umkehr durch sittliches Tun (XIV, 2-9 und XI. L—9). 8. Er verkieißt ein neues Bündnis zwischen Eott und Israel, das sich auf Recht und Gerechtigkeit gründen und dauernden Bestand haben wird. (II, 18—22). Jesaja. A. Seine Berufung, ca. 740 (Kap. 6) I— 4 Die.Vision und Audition — Gottes überwältigende Hoheit: 5 Jesajas Erbeben — Jesajas demütige Erkenntnis: 6—7 Seine Entsündigung — Die Weihung seines Mundes: 8—10 Der göttliche Auftrag: . II— 13 Furchtbarer und tröstlicher Ausblick. B. Seine Nügereden. 1. Anklage Gottes und Klage des Propheten. (Kap. 1.) 2—3 Gottes Liebe — Israels Undank: 4—9 Des Volkes unfaßbarer Starrsinn trotz furchtbarer Züchtigung. II. Das Lied vom Weinberg. (Kap. 5.) 1—6 Das Gleichnis: Die Sorgfalt des Freundes, feine getäuschte Hoffnung, sein Strafgericht. 7 Die Deutung: Israel — Gottes Weinberg. Gottes Wohltaten, Israels Verderbtheit, die Folgen. III. Weherufe. (Kap. 5.) 8,10,17 Unersättliche Habgier der Neichen. 11—16 Maßlose Schwelgerei. 18—19 Freche Verhöhnung Gottes. 20 Umkehrung aller sittlichen Begriffe: 21 Törichte Einbildung. 22—23 Prahlerische Trunksucht: Bestechlichkeit der Richter. Kap. 10, 1—4 Bösartige Gesetzgebung. IV. Die maßlose Eitelkeit und Putzsucht der Frauen. (Kap. 3, 16—22.) V. Der Gerichtstag. (Kap. 2, 12—17.) .VI- Die Forderungen Gottes. (Kap 1.) 10—15 Nicht: falscher Gottesdienst — Werkheiligkeit der Frevler, 16—17 sondern: rechter Gottesdienst — gerechtes und liebevolles Tun der Reinen. 18—21 Darum: Umkehr und Besserung. C. Jesaja und die Politik der Könige. I. Ahas (736-728). (Kap. 7. vgl. II. Kg. 16.) Der syrisch-ephraimitische Krieg (735). 1—2 Die Angst des Königshauses, 3—9 Jesajas Wort vom Glauben, 10—17 das Zeichen. Kap. 26,14—18 Ueber den Bund mit Assur. II. Siskia (727—699). a) Kap. 30, 1—5. Gegen ein Bündnis mit Aegypten, Kap. 30,15—17 für Nuhehalten. Kap. 31, 1—3 Ohnmacht Aegyptens. b) Kap. 36 Sanheribs Zug gegen Jerusalem (701), Kap. 37 der Hochmut der Assyrer, Kap. 10, 5—15 Beurteilung durch Jesaja. Kap. 37.21—35 Die Weissagung vom schimpflichen Abzug, Kap. 37.36—37 die Erfüllung. c) Kap. 33 Hiskias Krankheit und Genesung, Kap. 39, 1—8 Die Gesandtschaft Merodach-Baladans. I). Trostlieder Jesajas an seine Anhänger. I. DerderernstigeidealeKönig. (Kap. 11) Kap. 11, 1 Abstammung. 2— 3 Ausrüstung. 3- 5 Wirken, 6—9 der allgemeine Friede — zwischen den Tieren — zwischen Tier und Mensch — zwischen den Menschen. II. Das d e r e i n st i g e G o t t e s r e i ch auf Erden. (Kap. 2.) a) Die künftige erhabene Bedeutung des Tempelberges, b) die Bekehrung der Völker zum Cotte Israels. c) der allgemeine Völkerfriede. (Zortsevung folgt) Literarisches. Von neuen Büchern. „Die Wahrheit ist ein bitt'rer Trank, hat selten Dank: denn der Menge schwacher Magen kann ihn nur verdünnt vertragen". In den folgenden Büchern wird uns die Wahrheit gesagt. wir müssen sie begreifen, wenn es uns auch besser zu sein scheint, ein bißchen Vogel Strauß zu spielen. Da ist zunächst das D e l m o n t s ch e: Juden in Ketten (Leipzig. Fr. W. Grunow). Ein krasses Bild der Judenheit im zaristischen Ritßland wird vor uns aufgerollt: das Leben in der Gemeinde, die Angst vor der Außenwelt, mitunter Kriecherei, um das bißchen Leben zu fristen. Beamte, die nur Geldgier und Grausamkeit kennen. Der Held Haschele geht nach Petersburg, um Wissen zu erlangen. Warum? Um seine Brüder von dem schweren Joch zu befreien, unter dem sie seufzen. In einer Eeheimversammlung wird er mit Leidensgenossen, Christen und Juden, verhaftet und nach Sibirien verschleppt. Es gelingt ihm. zu fliehen, in sein Heimatsltttdfchen m aelmMiii, Hk?r lebt, lein-Myes Weih.nli Geachtete. Sre i|t von einem rusmchen Offizier geschändet worden: sie und das Kind werden von fanatisch eingestellten Glaubensbrüdern dem Schnupf ausgesetzt. Haschele und sein Weib werfen die Ketten von sich und gehen nach Deutschland. Ein aufwühlendes Buch, die Gegensätze prallen scharf aufeinander, wie mir scheinen will, zil scharf. Delmont geht mit den Juden des Städtchens zu heftig ins Gericht: das Judentum kennt keine absolute Verurteilung eines Menschen, der gezwungenermaßen das Religionsgesetz übertreten mußte. Von ihren Eltern, guten Juden, verstoßen und enterbt wird die Heldin in Georg Finks Buch: „Mich hungert". (Berlin. Cassierer.) In einein kleinen Landstädtchen in Schlesien führt sie — der Vater ist ein wohlhabender Müller — ein stilles, beschauliches Dasein. Die Eltern schütteln den Kopf, daß das Mädchen bis jetzt jeden Freier ausgeschlagen hat. Triebhaft folgt sie eines Tages einem bildschönen christlichen Müllerburschen ihres Vaters nach Berlin und wird sein Weib. Und nun beginnt das erschütternde Gemälde vom Leben des fünften Standes, von denen, die nichts haben, vor uns zu entstehen. Das wenige, was die beiden haben, ist schnell vom Manne in den Kneipen vertrunken. Zola und Strindberg haben uns so sch o n u n g s - l o s das Leben der Entrechteten dargestellt: aber wir fühlen, das ist nichts Anempfundenes, da ist Erlebtes, schmucklos ist es dargestellt, und gerade in der Einfachheit liegt das Erschütternde des Buches, dem ich weiteste Verbreitung.wünschen möchte, zumal es die Schattenseiten einer Mischehe grell beleuchtet. Von Hunger und Elend, freilich unter schillernder Außenseite, sagt uns Upton Sinclair in „Die goldene Kette" oder „Die Sage von der Freiheit der Kunst" (Berlin, Malik-

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