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Jüdische Schulzeitung · 1930-04-15 · 4 (15.4.1930) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
6 (1930)
Issue
4 (15.4.1930)
Date
1930-04-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Jüdische Schulzeitung. Nummer 4 Seite 7 Verleg). Biel Erbitterung spricht aus dem Buche, in welchem der amerilanifche Wahrheitsaposte! darzulegen versucht. dag jede Kunst, jede BlütezeiL in der Geschichte der Kunst von der „Plulokratie" und der „Aristokratie" eines Landes bestimmt und herbeigesührt werden. Sie geben dem Geschmack Richjuuq, und wehe dem Künstler, der Eigenes schafft, üijiie nicht von einem Lelbnmnny äestübt zu sein. Er wird einsam und elend werden. Einsam und im Elend gebt auch die kleine Agar Moses in Pierre Benoits „Ter Jakobsbrunnen" dahin Vom kleinen Nähmädchen steigt sie zur berühmten Tänzerin, die ihr Geld für die Schöpfungen ihrer Brüder in Erez 2is;roel hingibt. .Hier lernen wir ideale Zionisten kennen, Menschen, die um ihre Idee im heiligen Lande kämpfen, die unter unsäglichen Mühen jeden Fuhbrcit Boden zu gewinnen suchen, deren Arbeit aber an Verrat und Uebelwollen der Araber scheitert. Agar versucht noch einmal. Geld zu gewinnen. indem sie in Paris als Nevuestar auftritt und vor den Geldmenschen Kotau macht, sich ihnen hinwirft. . . . umsonst. Wir haben die Tragödie unserer Elaubensbrüder in Erez Jistroe! im vergangenen Jahre erlebt. Erbt es heute eine Bücherschau ohne Kriegsroman? Ich möchte sagen: sapienti sat! Theodor P l i v i e r zeigt uns irr „Des Kaisers Kulis" (Berlin. Malik-Verlag) den Roman der deutschen Kriegsflotte, so wahr, so grausig, wie wir den Krieg in Remarque, in Nenn, in Frey, in Dwinger erlebt haberi. Nein, nicht erlebt haben. Das soll sich niemand, der nicht selbst in Not und Tod war, vermessen, zu sagen. Sagen wir, wie wir ihn empfunden haben: Eewis;, wir haben ein gerüttelt Mas; Kriegsliteratur, aber noch nicht genug, um jeden einzelnen von dem Wahnsinn eines Krieges zu überzeugen. Deshalb soll auch Plivier gelesen werden, mag uns auch der Stoff „Seekrieg" ferner liegen als der Krieg zu Lande. E. Mk. S. M ülle r: Von jüd. Bräuchen und jüd. Gottesdienst. Verlag Bolhe, Karlsruhe. Der geehrte Verfasser nützt die Muhe, die ihm seine amtliche Zuruhesetzung nach Erreichung des geschlichen Lebensalters für aktive Beamten gewährt, um unsere Schule und unsere Gemeinschaft mit neuen Arbeiten zu bereichern. Zuerst schuf er das wertvolle „Buch für unsere Mütter", das überall freundlich ausgenommen worden und nun liegt das obemgenannte Merkchen vor uns, das allen Suchenden, den Jungen und den Alten, dienen will. Viele kennen die Geschichte unserer Gemeinschaft, sie kennen auch das sittliche Wesen unseres Schrifttums, aber das religiöse Leben des Juden, das in diese Bräuche in Haus und Synagoge will das Buch einführen. Die beste Einführung ist freilich immer noch das religiöse Haus, das Leben in und mit diesen Bräuchen. Aber das Haus versagt eben hier in vielen Fällen. So mancher möchte nachholen, was das Elternhaus einst versäumte. Er kann es nicht über sich bringen, bei den Wissenden zu fragen und sich zu erkundigen. Er greife zu dem vorliegenden Büchlein. Es wird ihm Führer fein in seinem Suchen. All die Formen und Bräuche, in denen der jüdische Volksgcist seine religiöse Innigkeit, seine religiöse Kraft und sein religiöses Sehnen hrneinlegte. sind hier kurz und treffend ausgezeichnet und erklärt. Wir sehen, wie m ihnen sich tiefe Frömmigkeit offenbart. Die Jugendbünde müssen dies Büchlein zur Hand nehmen und bei passenden Gelegenheiten die entsprechenden Abschnitte lesen, ihren Sinn und ihren' Geist aufnehmen und in Leben umsetzen. Beim Religionsunterrichr kann das Werkchen wertvolle Dienste leisten. In ihm findet der Schüler den Stoff festgehalten, der in jedem Religionsunterricht geboten werden muh und der so leicht wieder vergessen wird, weil das Laus ihn nicht übt. Hier kann der Schüler ihn immer und immer wieder lesen. Möge es dem ansprechenden Büchlein nicht an Leser fehlen. Möge es das religiöse Leben in unseren Häusern befruchten und uns wieder die Sicherheit des Lebens geben, die einst unsere Väter besahen. Rothschild, Ehlingen. C. Rorhschild: Aus Vergangenheit und Gegenwart der Jsracliüschen Gemeinde Worms. 60 S. Br. 2.50 fftM. I. Küusfmann-Verlag. Frankfurt a. M. "1929. Diese kleine Monographie aus der Feder des bekannten greücn Kollegen erscheint bereits in siebenter Auflage, und er in ihr noch weitere Verbreitung zu wünschen. Nicht nur wegen ihrer Verbundenheit mit dem Namen Naschis soll die Gemeinde Worms jedem jüdischen Schüler bekannt sein, sondern auch weil sie, wie das Büchlein deutlich macht, mit der Mannigfaltigkeit ihres Geschicks das Paradigma für die Geschichte einer jüdischen Gemeinde in Deutschland vom frühen Mittelalter an abgibt. Dem geschichtlichen Teil bat Rothschild „Sämtliche Sagen und Legenden des „Maasse- Nissim'-Buches" (25) angehängt, wodurch das Büchlein und die Gemeinde Worms auch dem kleineren Schüler interessant werden. — Der gute Druck und die saubere Illustration seien besonders hervorgehoben. Nb. H. Wern ecke, Lesebuch der Sittenkehre für Unterricht und Erziehung. Verlag H. Wernecke, Kehl (Baden) 1930. 199 S. Br. 2 SUt. Eine fleihig und zielsicher zusammengetragene Sammlung mit einer gröheren Anzahl Beiträge des Herausgebers. Wohl für freireligiöse und weltliche Schulen bestimmt, für uns aber wenig geeignet. Es sei jedoch nicht verkannt, dah es manche Anregung bieten kann. Vor allem die, m dieser Art oder ähnlich ein Lesebuch für den jüdischen Religions-Unterricht zu schaffen. Aber mit weniger Moralien getränkt. - SV. Zeitschristenschau. Die neue Fassung der methodischen Grundfragen: von Wilhelm Flitner. (Die Erziehung. Dez. 1929).. Staat, Staatsgedanke und Erziehung: von Gerhard Grefe. (Die Erziehung, Dezember 1929). Weichlichkeiten in der modernen Erziehung: von Martin Häven st ein (Die Erziehung, Dezember 1929). Vom Wesen und Werden des Charakters: von A. Willw oll (Stimmen der Zeit. Januar 1930). Zur Geschichte der Entwicklung des jüdischen Schulwesens in der Provinz Posen: von Manfred Laubert (Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland, Januar 1930). Grundriß der Kinder- und Jugendfürsorge mit einem Anhang der einschlägigen Eesehesterte: von Josef Beeking, (Stimmen der Zeit. Januar 1930). Jugend in Not: von J o h. Bückler (Weltbühne, Februar 1930). Zur Schicksalsfrage der Pädagogik. Unter besonderer Berücksichtigung der Fürsorgeerziehung: von Helmut Schreine v. tZeitwende, Januar MO). Gestaltungen und Wandlungen der Psychopathielehre in ihrer Bedeutung für die Heilpädagogik: von Julius Moses (Die Erziehung, Dezember 1929). E. M. Der der Schriftleiturrg emgegLMgerre Bücher. Prof. Martin Philippson. Neueste Geschichte des jüdischen Volkes. Band ll. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Bearbeitet von Dr. Jmanuel Bernfeld, Frankfurt a. M. 1930. I. Kauffmann. 392 S. Preis brosch. 9 MM. Lina Wagner-Tauber. Jüd. Märchen und Sagen dem Midrasch nacherzählt. Leipzig. 1930. M. W. Kaufmann. König, Ed. Das Buch Hiob. Eingeleitet/ übersetzt und erklärt. VIII, 510 S. 1929. Preis geb. 22 9tM. Prof. Michael Baumgarten. David ein König ohnegleichen. (Neu herausgegeben von K. Bussemer.) Witten d. Ruhr. 1929. Bundes-Verlag. Uvton Sinclair: Goldene Kette. Berlin. Malik-Verlag. Preis 2,60 SftM, Leinw. 4,80 UlM. Theodor $ linier: Des Kaisers Kulis. Berlin. Malik- Verlag. Brosch. 3.20 31M, Leinw. 5 SUt. Ed. Biberfeld: Beiträge zur Methodologie der hebräischen Pentateucheregese. Berlin 1926. Dr. Biberseld. Hcidereutergasse 4. Karl Zeininger: Magische Geisteshaltung im K'mdcsalter und ihre Bedeutung für die religiöse Entwicklung. Leipzig 1929. Joh. Ambrosius Barth. Die Legende vom Leben des Buddha. In Auszügen aus den heiligen Texten. Aus dem Sanskritt, Pali und Chine-

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