Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 4 (15.4.1930)
- Date
- 1930-04-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Beite 4 Jüdische Schulzeitung. Nummer 4 enthalt in einem Garten der Dauer (ny) ungeeignet. Sein Wesen ist vielmehr: Abhängigkeit vom Genuß der Gewächse aus der Erde, also des körperlichen schlichtester Art (statt der Baumfrüchte riK“10b “lÖrU „bie den Blick fesseln", werden „Dornen und Disteln" „sprießen" — dieser Ausdruck ist sowohl dort. 1. M. 2, 9 als auch hier. 1. M. 3, 18, verwendet.) “DK pyTD —„In Beseitigung deiner selbst*) issest du Nahrung. bis du zur Erde zurückkehrst, von der du genommen bist." Du, der du dich voll der Erde nährst, kannst nur gleich ihr vergänglich sein: rniDK. Der du von. Erdenstaub bist, kehrst ja wieder zum Erdenstaub zurück, von welchem — — die Schlange, der Trieb sich nährt! ' Also bist du schließlich die Nahrung deines eigenen Triebes, verzehrst dich gewissermaßen selbst: wie rannst du demnach Anspruch auf „Leben" machen, das dich sein ließe wie Gott. „Kenner von gut und bose"?- ,.erhaben über gut und böse"? Die hier angewandten Begriffe rHTK und yf finden sich ebenfalls im inneren Zusammenhang, und zwar in Parallele, in 4. M. 23. 7. nur daß dort ny' als Wortfamilienglied erscheint. hxrv' noy? roh) cpy ->> hik roh „Mache vergehen Jakob, beseitige Israel." Die Form “yf finden wir in Hiob 17. 1 Qyn '»D'1 — „Sind meine Tage beseitigt worden, so . . ."**) nHT ist in 2. M. 28, 28 vom Brustschild des Priesters gebraucht, „so daß der Schild nicht vom Ephod fortrücke." fijT in Hof. 8, 3 „Da Israel vom Guten abgerückt ist, verfolgt cs der Feind." Auch “s bezeichnet ein „Beiseitesein" und zwar in dem Sinne der Schonung und des Unverschrtseins, z. B. vom Oel, daher rein. Mit f]T in Parallele steht Klaget. 4, 7 DS, wovon nrpns „abseits" (das „Abseits") in Pf. 66. 7: „Gott läßt Einsame ein Laus bewohnen" (d. h. geselligen Anschluß finden, vgl. rVOH CTIpy führt Gefangene zur Freiheit, während Abtrünnige die Abgeschiedenheit zur Nachbarschaft genommen haben" (d. h. ohne Anschluß bleiben). In fll'j erkennen wir den Begriff der Dauer aus der Verbindung Dh^ü fVtJh)* In Psalm 42, 5 erscheint "p als „Miteingeschlossenfern". Von ‘"pD ist HDD — „Verwahrung, Geborgenheit" geformt. Ein „Bedecken" (weil „verwahren") bezeichnet -psy z. B. 2. M. 33, 22: — “jiOD Wahren (einer Gepflogenheit,' daher “DJ in Jes. 29, 10 „lange nnhalten lassen". ~jiyn — „beiseite halten" — „vorenthal-, ten". 1. M. 22. 16. Durch Anhängung eines “] an “jf entsteht ist „wahren", z. B. Jerem. 2, 2: „Ich habe dir gewahrt die Liebe (die ich in) deiner Jugend (zu dir empfand) als Liebe deirrcs Brautstandes, seit du mir nachgingst in der Wüste, in einem unbesäterr Lande." Oder: 3. M. 26. 42: „Wie ich gewahrt habe den Bund Jakobs, so werde ich auch meinen Bund mit Jsak und auch meinen Bund mit Abraham wahren, indem ich das Land wahren werde." (Die erste Bundeswahrung --- rrHD [3 Sätze weiter) war die Lerausführung aus Aegypten lß auch 1. M. 46. 4 y^y DÜ ~jSyK ’'DjK)]. So wie (Sott diesen Bund innegehalten, wird er auch den mit Jsak und *) rma -jrr „du selbst" („daß dein Vertrauen im Ewigen sei. habe ich heute dir selbst kündgetan". Spr. 22. 19. **) Man vergleiche zu das deutsche „hin-siechen". Abraham geschlossenen wahren, der sich auf die Besitzergreifung und -dauer des verheißenen Landes bezieht.) rQOT OP DK DD? „Wahre den Sabbathtag, um ihn zu einem besonderen (Tag) 311 machen." Analog diesem “HD? in 2. M. 20, 8 steht im 5. M. 5. 12 “TiDSy „hüten", also ein sinnverwandtes Wort, das die Bedeutung von “)DT gewisserinaßen bestätigt. Das „Gewahrte" --- das. was „währt", ist aber daS deutsche „wert". Diese Bedeutung hat auch ID* in 1. Ai. 40, 14: "pK DHIDi CK O =* falls du mich bei dir bewahrt haben wirst (---- falls ich mich bei dir bewährt haben werde), lnämlich) wenn es dir gut geht, so . . . daß du mich zur Geltung bringen wirst beim Pharao." □pH “PDTD *OK HK ..Meine Verfehlungen lasse ich heute zur Geltung kommen", sagt der Mundschenk zum Pharao: denn sie können jetzt zu etwas nützen. (Ohne die Verfehlungen wäre er nicht ins Gefängnis gekommen, hätte dort nicht Josef kennen gelernt und also nicht auf seine Traumdeutekunst Hinweisen tonnen.) Mindestens paradox wären die Thoraforderungen, die sich auf das Verhalten Israels Amalek gegenüber beziehen, wenn man IDT als „erinnern" oder „gedenken" ausfassen 'wollte. Alsdann hieße es: „Gedenke, was dir Amalek getan . . .", gleichzeitig aber auch: „Auslöschen sollst du das Andenken Amaleks", also: einmal „gedenken" und dann auch das „Andenken austilgen". Der Sinn ist viebnehr: „Verwahre, was dir Amalek getan", d. h. in welch gefahrbringender Weise er dich angriff. Den ersten schweren Kampf hattest du mit ihm 311 bestehen, da du, im Kampfe noch unerprobt, einzig auf die Hilfe des Ewigen angewiesen warst. Laß dir dies unvergessen sein. In bei:: ästigen Kämpfen laß dir dieses Erlebnis als ücttucvu dienen. Mit deiner eigenen Kraft allein wird es dir nie gelingen. Vergiß nicht, daß du die Auslöschung pyoy IDT CK der „Geltung Amaleks" nur „unter denr Hinnnel" vollziehen kannst, d. h. wie Mose, im Aufblick zum Ewigen." (Symbol für diese Mahnung: Saul soll nichts von 'Amaleks Beute nehmen lassen. Die Beute war ja der Lohn für die Tapferkeit, welche im Kampfe mit Amalek vollkommen ausschaltet.) — Es kann sich also bei IDT keinesfalls um ein „sich-er-innern" handeln, und ebenso nicht um ein „Gedenken", es sei denn, diese Begriffe werden als „wahren" aperzipiert. 2m Gebet D^ilP 151DT bitten wir um „Wahrung" --- „Erhaltung" des Lebens. Die Stelle . . . ”t>dtK Dlp-DH ^DD kann ebenfalls nur verstanden werden, wenn IDT inr Lifal als .»gelten lassen" übertragen wird» besonder« wenn die Stelle 2. Mose 23, 13 danebenhält: „und den Namen anderer Götter sollt ihr nicht zur Geltung kommen lassen." In 4. M. 5. 15 heißt py niDTD [TOT nn:D „ein Eeltungsopfer, das die Folge einer Schuld zur Geltung bringt". Inwiefern DDT w der Bedeutung „männlich" mit „wahren" zufammenhüngt, stellt vielleicht einer der geehrten Leser fest. Möglich, daß es mit pp“ “ durchbohren zusammenhüngt. Es würde alsdann zu HDp2 stimmen, zu dessen Stamm es sich verhält wie die Ursache zur Wirkung. DpÜ wiederum ist hergeleitet von (d) Dp, das in Parallele mit Dyt (siehe oben!) steht. DpK 11.0 1 oy? KP DyTK rO) hx Up KP. Wer denkt bei DDO nicht an „sickern" angesichts der Tl)oraftelle. Ist doch „sickern" ein „Verhalten", wie denn „See" - verhaltenes Wasser ist, ebenso „seicht", auch „zechen", „zäh"