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Jüdische Schulzeitung · 1930-02-14 · 2 (14.2.1930) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
6 (1930)
Issue
2 (14.2.1930)
Date
1930-02-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 2 Jüdische Schulzeitung. Seite 7 schlossenen Fürsorge, der Anstaltserziehung jeder Art, aufgerollt wurde, vor die Oeffentlichkeit gebracht wurde durch die „Revolte im Erzichungshaus" und durch die „Jungen in Not". Die Zeitungen aller jüdischen Richtungen haben s.Zt. zu der Frage Stellung genommen. Es ist hier nicht der Ort, darüber zu sprechen, ich möchte Sie nur auf eine objektive! Schrift, die bereits vor zirka zwei Jahren erschienen ist. aufmerksam machen, und die geeignet ist, beruhigend auf die Gemüter zu wirken: SLeuk: „Das Erziehungsideal in der Jugendfürsorge". Das Buch gcwinntfür uns insofern an Bedeutung, als der Verfasser immer wieder betont, die Anstaltserziehung dem Milieu des Jugendlichen, vorzüglich dem religiösen, anzupassen. Sie wissen, dah diese Frage erst vor kurzem bei der Eröffnung von Wolzin akut wurde. Auch die Belletristik nimmt die Probleme der Erziehung, der Schule als Vorwurf. Ein geradezu erschütterndes Bild der Anstaltserziehung, wie sie zum Glück heute nicht mehr oft zu finden ist, entwirft Arnold 1llitz im „Aufruhr der Binder". Wer Waisenhäuser und ihren inneren Aufbau in früheren Jahren gesehen hat, der weih, dah hier die Wahrheit gesagt wird. Änd ebenso wahr ist der kürzlich verstorbene Herrn. Ungar in „Die Klasse". Wir erleben nicht nur Seelenkunde des Schülers, der Klasse, nein auch der Lehrer steht mit seinem Innenleben so wahr vor uns, dah wir uns manchmal selbst zu sehen glauben. Dah auch das Problem der Lehrerin in jüngster Zeit vor das Forum der Oeffentlichkeit gezogen wurde, davon möchte ich schweigen. Keinem zu Lieb und kleinem zu Leid. Ich konnte Ihnen innerhalb eines kurzen Referats nur einen Ausschnitt aus der fachwissenschastlichen Literatur geben. Ich hoffe, dah jeder etwas für sich davon nach Hause mitnehmen kann. Sie wissen, wie man's macht, ist's falsch. Alle die Probleme sind so alt wie die Menschheit, ein jeder glaubt, theoretisch oder praktisch eine Lösung zu finden. Die Probleme, mit denen wir uns zu beschäftigen haben, sind scheinbar so leicht zu lösen. Sie finden die Lösung im Koheleth: Höre mein Sohn, die Unterweisung Deines Vaters und verlasse nicht die Lehre deiner Mutter. Das Wort möchten wir heute den Eltern sagen, dah sie die Unterweisung ihrer Eltern in jüdischem Brauch nicht gehört haben, Sie, meine Herren, hätten es leichter im Unterricht. Und das Problem liehe sich aus Grund des Pestalozzi- Wortes lösen: Die Anschauung ist das Fundament aller Erkenntnis. Wir erzählen den Kindern z. B. von Freitagabend usw. wir laden sic zu uns ein, wir veranstalten einen Freitagabend im Jugendheim. Schön: schön ist nur der Freitagabend im Hause der Eltern, in der eigenen Familie. Wenn wir die Eltern miterzichen zu bemühtem Erleben der Religion, dann ist's gut. das können wir, mit Büchern und ohne Bücher, denn: Wäre nicht das Auge sonnenhaft. Wie könnt die Sonn es je erschauen. Lüg nicht in uns des Gottes Kraft, Wie könnten Göttliches wir je erschauen und erleben. LiblLschSMöralmNÄLschSNSUSrschSiMUgSK Von Landrabbiner Dr. Blum. Ein vorzügliches Werk hat der unermüdlich tätige Alttestamcntler Prof. König,') der „Senior der theologischen Akademiker" (wie er sich selbst bezeichnet), uns geschenkt, eine besonders dankenswerte Gabe für die Rcligionslehrer der Oberstufe. Aus Naturwissenschaft, Geschichte und Logik. ') König. Eduard: Die Wahrheit der alttestamentlichen Religion. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh) 1929. 56 S. Preis 2.— M aus dem Arsenal kritischer Betrachtungsweise selber holt er Beweise her für „die Wahrheit der alttestamentlichen Religion". Er bietet sowohl die grohen Gesichtspunkte dar zu einer glaubensstarken Einstellung gegenüber der biblischen Ueberlieferung im allgemeinen/ wie er auch trefflich die Wahrheit mancher Einzelberichte erhärtet. In unserer zweifelsüchtigen Zeit ist diese Arbeit besonders wertvoll zur Stärkung der eigenen Ueberzeugung und zur Paralysierung der destruktiven Einflüsse, denen unsere Jugend durch die mannigfachen unverantwortlichen Miter'zieher des Milieus und der Tagespreise zu erliegen droht. — klebrig ens hat König selbst in der letzten Nummer des „Jeschurun" (Jahrgang 16, Heft 11/12 S. 566—573) auf dieses Werk hingewiesen. Zwei Vorträge von Rabbiner Dr. Stein-) liegen ge- Preis 1,20 9UL (Verlag I. Kauffmann. Frankfurt a. M.) druckt vor, über die zehn Gebote und über die Psalmen, beide deutlich und klar, in schöner Sprache und mit religiösem Gefühl geschrieben, ohne an den Problemen, die sie aufwerfen, vorüberzugehen: beide überaus brauchbar zur Verwendung im Religionsunterricht: der über die zehn Gebote auch für die sogenannte systematische Religionslehre: der über die Psalmen am besten zur Einführung in die Psalmenlektüre oder noch richtiger zum zusammenfassenden Abschluß derselben: er ist aber auch bei der Behandlung einzelner Psalmen mit Nutzen zu Rate zu ziehen. Gerhard von Nad^) stellt ausführlich und eingehend die Sonderheiten dar, die das fünfte Buch Moses vor den vorhergehenden auszeichnen. Es wird eine wertvolle Vertiefung des Unterrichtes fein, wenn man diese sprachlichen und sachlichen Unterschiede bei der Uebersetzung des Buches Deworim hervorhebt und berücksichtigt. Und man kann es tun, ohne die bibelkritischen Argumente und Begründungen des Verfassers annehmen zu müssen. Die Erklärung ist meist noch zwangloser, wenn man mit Samson Raphael Hirsch und David Hoffmann immer wieder davon ausgeht, dah das Buch Deworim dem Volke Israel gekündet wurde, kurz bevor dieses mit dem Einzug in das heilige Land eben das eigene Volksleben beginnen sollte. Die Talmud-Tora-Realschule in Hamburg legt zwei Wörterbücher vor/) die warm zu empfehlen sind. Durch sie kann endlich mit dem schematischen Uebersetzen ein Ende gemacht und den Kindern die Möglichkeit zu einer Präparation gegeben werden. Dadurch würde auch unser Uebersetzungsunterricht zur Geltung und Wirksamkeit des Sprachunterrichtes .der höheren Schulen erhoben, und die Schüler würden zur Selbsttätigkeit angeregt. Daß in dem Wörterbuch zu Jesaja bei den im Pentateuch vorkommenden Wörtern die Uebersetzung nicht gegeben, sondern auf die betreffenden Wörterbücher hingewiesen wird, dürfte nicht nur aus Sparsamkeitsgründen geschehen sein: es ist vielmehr auch ein wirksamer pädagogischer Griff: nur daß es auch für andere Schulen den Zwang involviert, vorher die Wörterbücher zum Pentateuch ebenfalls zu verwenden oder anzuschaffeu. Mit feinem nachspürenden Sinn und warmer mitfühlender Seele gibt Else S chubert-Chri st aller 5) Erzählungen aus talmudischer und späterer Zeit wieder, die ihren Eindruck auf die Jugend nicht verfehlen werden. Sie sollten den Kindern im Wortlaut vorgelesen werden, ent- -) Stein, Salomon: Die zehn Gebote. Ein Vortrag. 22 S. Preis 1,50 ttJt. Die Psalmen. Ein Vortrag. 23 S. J) von Rad, Gerhard: Das Gottcsvolk im Deuteronomium. Beitrüge zur Wissenschaft vom alten und neuen Testament. (Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart) 1929. 100 Seiten. *) Wörterbuch zu Erodus. Dritte, neu bearbeitete Auflage. 1929. 24 S. Wörterbuch zu Iejajas. 1928. 34 S. (Verlag Talmud-Tora-Realschule, Hamburg.) fi) Schubert-Christaller, Else: Jüdische Legenden. (Verlag Eugen Salzer, Heilbronn) 1929. 123 S. Preis 1,50 StM.

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