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Jüdische Schulzeitung · 1929-11-15 · Heft 11 (15.11.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
5 (1929)
Issue
Heft 11 (15.11.1929)
Date
1929-11-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nummer 11 - _3übijd>e Spritung. Du wurdest genommen. l,ußvcbto. Sie wurden bedeckt. Waj'cbu88u. Schlußwort. Schulbücher sind in stetiger Entwicklung begriffen. Auch mit meinem hebr. Lehrbuch ist keine endgültige Arbeit geleistet. Ständig arbeite ich an der Vervollkommnung meiner Unterrichtsmittel. Es ist mein Bestreben, mit den Kollegen, die meine Bücher benützen, in steter Verbindung zu bleiben, ihre Erfahrungen und Wünsche kennen zu lernen und zu verwerten. Berbesserungsvorschläge nehme ich stets dankbar entgegen. Soweit die räumliche Entfernung es zuläßt. bin ich auch bereit, mein Buch persönlich einzuführen. Stoffverteilungsplan für Hebräisch Seite 3 Schuljahr Sprechen M,n Religio. seS Jahr Pentateuch. Auswahl Auswahl Sprachlehre systematisch 1 Übungen 1.6.29-34 Slemenlarlcskübungen Namen der Fest, u.Gebr. 2 Dgl. 1.6.35-40 Übungen schrittl. rigfeite^n Dgl. erweitert Bkldnngsbnchstaben 3. «ss- Auswahl Schöpfung,!- Hauptwort Fürwort 4 Celans. im Wrbetb. Dgl. ichwier. Stücke V-GanSden biSAbraham Zeitwort Schomor Hllfs,eitwor< SV itolfö Mit,-- 5 VI Geläuf. L'ei'eu im Feile Nalend. B. Mos. 1 B. Mos. t'eseregeln Zahlwort 6 V Dgl. II I! Morgen- Leryallnis- Elgeni'chaftS- 7' IV Dgl. IIIIV II Schabb. B'm 8 0. Dgl. V IIIIV Unregelmässigkeiten der Zeitwortes 0. Dgl. Haf- V Psalmen Wiederholt,. 0, Dgl. V SÄ Dgl. Bemerkungen: 1. Religionslehre im Anschluß an die übrigen Lehrgegenstände und an das religiöse Jahr. 2. Grammatik in Verbindung mit dem hebräischen Unterricht. 3. Geschichte: Stoffverteilung s. mein Merkbuch für Geschichte. 4. Sing en: Einstimmige Gesänge für Synagoge und Haus. Gesamlunterrichr im ersten Schuljahr. Tätigkeitsbericht über das erste Vierteljahr 1929 der Israelitischen Gemeindeschule zu Altona. Von Anselm Btug. Es gibt zwei schöne Träume, die immer noch in den Köpfen vieler Lehrer herumspuken, der Traum von der gleichmäßig geförderten Klasse und der vom „gleichschwebenden Interesse" (Herbart). Mit dieser letzten Forderung glaubte die Schulbürokratie nun auch noch von der Philosophie Brief und Siegel zu haben, daß jedem Schüler die gleichen Interessen abzuzwingen wären, und darum wurden die von lebensfremden Aktenmenschen ausgeklügelten Lehrziele für jeden. aber auch ausnahnrlos für jeden Schüler verpflichtend. Es gibt kaum 10 Schulen in Deutschland (Stuttgarter Walddorf, schule. Telemannstraße Hamburg und Lichtwark-Schule. die Leipziger MünchVersuchsschule usw.). die sich in der Praris restlos von den Forderungen des gleichschwebenden Interesses und der gleichmäßig geförderten Klasse freigemacht haben. Das Ideal der Arbeitsschule ist nicht der an allen Künsten herumnaschende oder der mit allen Wissenschaften vollgepfropfte. sondern der Eigenmensch der auf irgendeinem kleinen Gebiete seiner Sonderbegabung andern eine Nasenlänge voraus ist. weil er einem ganz bestimmten Interesse hat nach, gehen dürfen. Gerade die verschieden gerichteten Interessen der einzelnen machen den Reiz der menschlichen Gesellschaft in jeder Arbeitsgemeinschaft aus. In einer Schulklasse müssen die Interessen verteilt sein, wie etwa in hinein Lehrern kollegium. Jedes Glied des Kollegiums ist dem anderen in irgendeinem Punkte überlegen, der eine treibt diese Wissenschaft. der andere jene. Der eine dichtet, der andere komponiert, der dritte zeichnet. Immer wieder tritt das Kollegium an den einen oder anderen heran: Hilf uns weiter. Der einzelne freut sich dieser Wertschätzung und setzt seine Ehre darein, uun auch auf seinem Spezialgebiet dem Kollegium etwas zu nützen. Genau so ist es in der Arbeitsschule, um das Zusammenleben der Schüler einer Klasse bestellt: jeder kennt seme Vorzüge und jeder fühlt seine Abhängigkeit In diesen kleinen Arbeitsgemeinschaften wird der Fortge- - schrittene ganz selbsttätig zum Lehrer des anderen. Jeder wird sozial geschult, einer lernt den anderen verstehen, in edlem Wettstreit wachsen sie zu tätigen und duldsamen Glieder der Kulturgemeinschaft heran. Die Arbeitsgememschaftsschule will nicht mehr und nicht weniger als ein Gleichnis des Lebens fein. Mit großer Schärfe stellt die heutzeitkge Pädagogik drei Forderungen auf, Erziehung zum Schöpfertum, zur Unbefangenheit und zum sozialen Bewußtsein. In der Synthese des schöpferisch tätigen, des natürlichen und des sozial oerbundenen Menschen erfuhr das bisherige Erziehungsprogramm eine ungeheure Bereicherung. Alles drängt heute nach Verinnerlichung. Der Mensch meidet die begriffliche Lauheit. Irrationales und Mächte des Unterbewußtseins bewegen unser Denken, redigieren unser Wissen. Da bedeutet es Roheit und Unverstand, den Heranwachsenden Menschen in die Unwirklichkeit toter Begriffe überstandener Weltanschauungen zurückzustoßen. Es gilt die Unbefangenheit und Unabhängigkeit des Denkens, seine Frische und Natürlichkeit wieder herzustellen, gleichzeitig aber auch den Reichtum eines unversehrten Ge-, fühlslebens wieder erstehen zu lassen, die Totalität des Menschen muß zurückgewonnen werden. Und nun stelle man sich vor, wie es mit diesen Gedanken aussehen wird, wenn man sie in die Praxis umzufetzen gedenkt, und zwar in einem ersten Schuljahr. Der planmäßige Lehrstoff muß die Schulungsgrundlage bilden, auf der sich die Prinzipien des sozialen, natürlichen und schöpferisch tätigen Kindes aufbauen. Das Wichtigste, die wesentliche Hilfe zu allem weiteren unterrichtlichen und erziehlichen Tun ist das Erkennen der Keimanlage des kindlichen Geistes. Ich habe folgenden Weg eingeschlagen, um zur 'Klärung dieser höchst grundlegenden Frage zu gelangen. Ueber jedes einzelne Kind habe ich mir die Berichte des Kindergartens, zum Teil auch Berichte der Eemeindepflegerm geben lassen. In diesen Berichten war zunächst die soziale wirtschaftliche und geistige Haltung der'Eltern in einigermaßen deutlichen Zügen zu lesen. Ueber das einzelne Kind der einzelnen Familie las man weniger, fast nichts Charakteristisches. Am ersten Schultag versuchteich den ersten Eindruck, den jedes einzelne Kind auf mich machte, schriftlich zu fixieren und mit dem voraufgegangenen

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