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Jüdische Schulzeitung · 1929-10-15 · Heft 10 (15.10.1929) · page 5

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
5 (1929)
Issue
Heft 10 (15.10.1929)
Date
1929-10-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nummer 10 Jüdische Schulzeitung. Seite 5 b) 1 11 J Reif — Kreis — Somech. Stock Strich Wow. Haus — Quadrat lVtem (8es. voles).. Zerbrochener Reif — Lbak (?be, Keseb). Sägebock — Olek oder ^jin. Die Druckschreibschrift ist für die Einprügung des Wortbildes sehr wertvoll. (Bereits 1907 in der 1. Auflage meines Sprachheftes empfohlen.) Praktische Winke für die Sch reib Übung eNi Linkatur: Rechenheft, klein kariert. Federhaltung: schräg. Strichführung: Querstrich dick — Abstrich dünn. Zwischenraum: zwischen den.Buchstaben wie eine Stecknadel, zwischen den Wörtern ein „Häuschen". c) Als Druckschrift für die Elementarleseübungen habe ich einfache, scharf ausgeprägte Formen gezeichnet.; (Vgl. 'meinen Artikel in der „Freien Lehrerzeitüng" von 1921. Rr. 1.) d) Die alte Schreibschrift (Kursivschrift) hat für uns nur historischen Wert. Man kann sie den Kindern! in späteren Schuljahren in 1—2 Stunden (etwa in einer Schlutzstunde des Schuljahres) zeigen. 7. Elementarleseübungen. Die Elementarleseübungen vermitteln die Kenntnis der Vokale und 22 (27) Buchstaben. Hier bieten sich keinerlei Schwierigkeiten. Die Verwendung der Schreibdruckschrift macht es unnötig, für den neu auftretenden Buchstaben Uebungswörter zu häufen. In 4 bis 5 Monaten dürfte dieser Abschnitt behandelt sein, sodatz man hernach das Gebetbuch zum Lesen benützen kann. An 4 Gruppenbildern, die dem Anschauungskreis des Kindes entnommen sind, werden alle Buchstaben behandelt: Haii8 — Feld — Haustiere — Schabbos-, In jedem Uebungswort erscheint nur ein neuer Buchstabe. Jeder Buchstabe tritt 1. in Wortverbindung. 2. allein und 3. in Druckschreibschrift auf. Die Hebungen sind nicht so gedacht, datz man gleich mit Lesen und Schreiben der Wörter beginnt. Vielmehr sind zuerst die Dinge im Bild oder in der Natur (Gang ins Feld) zu betrachten, zu besprechen und die Begriffe zu gewinnen. Beispiel: rVQ- Die Kinder betrachten das Bild und besprechen es unter Anleitung des Lehrers« Man knüpfe daran eine Begebenheit, etwa die Reise des Vaters mit dem Sohn, vielleicht eine Ferienreise, denn die Mutter winkt zum Abschied mit der Hand (T» )• Der Vater führt den Jungen an der Hand (-p ). Es folgt die Benennung der Einzelbildchen, zuerst deutsch, dann hebräisch. Hierauf Abfragen, z. B.:?n? HD "■?nar PO by hd?rran bsy no?JJ3 HD?ürxn Dy ■fnn 'v Usw. Erst wenn das Kind den Wortinhalt versteht, geht man zum Lesen und Schreiben der Wörter über. Ich beabsichtige. solche Anschauungsbilder für gröbere Klassen in Form von Wandbildern Herstellen zu lassen. Für unwesentlich erachte ich es, die Buchstaben nach Laut- oder Formschwierigkeiten folgen zu lassen. Denn, die Buchstabenlaute kommen auch in der deutschen Sprache vor und werden im deutschen Unterricht geübt und die hebräischen Buchstabenformen sind äußerst einfach. \ . (Schlich folgt.) Bemerkungen zum hebräischen Anlerrichl. Von Rabbiner Dr. Nachum Wahrmann. Oels (Schlei.). Der sehr beachtenswerte Aufsatz „Der hebräische Unterricht" von Herrn Reinhardt-Köln in Nr. 8 der „Jüdischen . Schulzeitung" berührt eines der wichtigsten, bisher aber sehr vernachlässigten Gebiete unserer Jugenderziehung. Der Verfasser kennt die Mängel des heutigen hebräischen Unterrichts und gibt einige instruktive Anregungen zur Beseitigung derselben. Jedoch scheint mir auch hierdurch das Problem nicht vollkommen gelöst werden zu können. Im folgenden sollen dah>er unter Bezugnahme auf die Ausführungen des erwähnten Artikels einige Punkte des hebräischen Unterrichts zur weiteren Diskussion gestellt werden in der Hoffnung, daß durch ausführliche Erörterung dieser Frage eine Aenderung des bisherigen völlig unhaltbaren Zustandes herbeigeführt werden wird. 1. Das Lehrziel. Als Ziel des hebräischen Unterrichts wird allgemein die Befähigung zur verständnisvollen Teilnahme am Gottesdienst gefordert. Orthodore wie Liberale werden dieses Ziel als erstrebenswert anerkennen, wenn auch die Orthodoren sich damit allein noch nicht zufrieden geben werden. Wie sieht aber dieses Ziel aus? Welche hebräischen Kenntnisse muh sich der Jude aneignen, wenn er am Gottesdienst verständnisvoll teilnehmen und auch zu Hause als traditioneller Jude sich betätigen will? — Eine Antwort auf diese Frage erhalten wir, wenn wir die Terte. die in unserem Gottesdienst in der Synagoge und in unseren häuslichen Andachten Verwendung finden, naher betrachten. Hierbei ergibt sich, daß zur verständnisvollen Teilnahme am religiösen Leben des Judentums ausreichende Kenntnisse auf folgenden Gebieten notwendig sind: a) Von der Heiligen Schrift: Die fünf Bücher Moses, die fünf Megilloth. große Teile aus den Prophetenbüchern und eine ganze Anzahl von Psalmen. b) Von der Mischnah: Außer den zahlreichenMischnah- Abschnitten. die in die Liturgie ausgenommen wurden. ist vor allem das kostbare Konpendium jüdischer Ethik, die rVQK 'p~ID zu erwähnen. c) Die synagogale Poesie des Mittelalters, die uns die rnn^D ,nrra ,nwp und den größten Teil unserer Gebete an den Feiertagen geliefert hat. Mit diesen drei verschiedenen Literaturgattungen, die inhaltlich und sprachlich voneinander sehr verschieden sind, soll das Kind im hebräischen Unterricht vertraut werden. 2. Die Lehrerausbildung. Jeder Kenner der Verhältnisse wird aber zugeben müssen, daß die Lehrerbildungsanstalten in Deutschland zwar ausgezeichnete Volksschullehrer ausbilden, wie dies unsere jüdischen Volksschulen beweisen, aber für die Ausbildung der Lehrer in der hebr. Sprache und Literatur nicht in dem Maße sorgen, wie es bei der Schwierigkeit der Materie erwünscht wäre. Denn für den hebräischen Unterricht ist nicht bloß eine souveräne Beherrschung der hebräischen Sprache (Diese souveräne Beherrschung der hebräischen Sprache, die auch wir für erforderlich halten, fehlt aber nicht nur den Lehrern, sondern leider auch sehr vielen Rabbinern.' Die Schriftleitung) in allen ihren Entwicklungsstadien notwendig, sondern auch eine genaue Kenntnis aller zum Verständnis des Inhaltes in Betracht kommmden Realien erforderlich. 3. Die Lehrmittel. Dazu kommt noch die Unzulänglichkeit der meisten uns zur Verfügung stehenden Lehnmitte! für den hebräischen Sprachunterricht. Wir besitzen kein einziges Lehrbuch, das auch nur. annähernd den Lehrbüchern der klassischen oder modernen Sprachen , an die Seite

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