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Jüdische Schulzeitung · 1929-10-15 · Heft 10 (15.10.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
5 (1929)
Issue
Heft 10 (15.10.1929)
Date
1929-10-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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beiten". Sogar die negative Formel für die „innere Not", Schleiermachers „Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit", findet keine Gnade vor dem Richterstuhl der kritischen Religionsphilosophie (Eörland, Religionsphilosophie 63,70). *) Ob diese Art von Religionserlebnis lehrbar sei, untersucht Schorsch nicht, wenn er immerhin im Anschluß an Spranger auch zugibt, daß z. B. Spinozas „mystische Glut" nur von dein erfaßt werden kann, der Spinoza „strukturgemäß" ist. Da es aber immerhin solche Typen gibt, und sie scheinen uns gerade in den Kreisen der Intellektuellen zu Hause -u sein, bedarf die Frage der Klärung, wie diesen Religion gelehrt werden kann. Schorsch untersucht augenblicklich die religiösen Typen und wir dürfen hoffen, daß in diesem neuen Werke, das wir erwarten, manche bisher noch ungeklärte Problemlage ihre Aufhellung finden wird. Wenn daher durch die Lektüre des Schorschschen Buches die Kollegen veranlaßt werden, sich in die einschlägige religionsphilosophische Literatur zu verliefen, so steckt darin eine wertvolle Nebenwirkung. Schorschs Arbeit ist so aufgebaut, daß sie die Lehrbarkeit „der" Religion, d. h. aller Religion erörtert. (Siehe auch Vorwort!) Daß er als Rabbiner seine Belege und Erempel dein jüdischen Schrifttum entnimmt, macht es für den jüdischen Religionslehrer besonders anziehend. Darüber hinaus hätten wir den Wunsch, daß das Buch in die Hände christlicher Religionslehrer und Geistlicher gelangt. Gerade in diesen Kreisen wird es wegen seiner kenntnisreichen Darstellung jüdischer Frömmigkeit die Wirkung haben, daß man unserer Religionsauffnssung jene Achtung zollt, die heute ganz besonders erstrebenswert ist. In diesem Sinne besonders sei nicht nur dem Verfasser, sondern auch dem Herausgeber gedankt. Jüdische Kollegen haben die Pflicht, in den Zirkeln der christlichen Lehrerschaft, besonders der akademischen Lehrer und der Geistlichkeit, die Religionsunterricht erteilen, auf das Schorschsche Buch aufmerksam zu machen. Der jüdische Religionslehrer aber muh diese Arbeit nicht nur gelesen. sondern verarbeitet haben. Wir empfehlen es dringend als Grundlage der Diskussion für padägogische Arbeitsgemeinschaften und Konferenzen. Wie man sich psychologisch und philosophisch zu den Resultaten, zu welchen Schorsch kommt, stellen mag, man wird das Buch nicht ohne inneren Gewinn aus der Hand legen. Der hebräische Unterricht in der Grundschule. Von S. Rosenfelder. Auf Grund meines Lehrbuches l und II. Seit Jahrzehnten betrachtet es die jüdische Lehrerschaft als ihre vornehmste Aufgabe, die Methode des hebräischen Unterrichts zu verbessern. Heute können wir sagen, wir besitzen Lehrbücher, die auf neuzeitlichen methodischen Grundsätzen aufgebaut sind und dem Kinde das Erlernen des Hebräischen zum freudigen Erlebnis gestalten. Wer nach neuen Methoden arbeiten will, muß sich u m st e I l e n, muß sich von liebgewordenen Wegen trennen und darf Arbeit und Mühe nicht scheuen, die beim Einarbeiten in neue Gedankengänge unerläßlich sind. Mein Lehrbuch will Leben und Schaffensfreude in den Unterricht bringen. Es ist. wie alle meine Lehrmittel, aus der Praris herausgewachsen. *) Siehe hierzu: Bruhn, Milh.: Der Vernunstcharakter als Religion. Lessen. Joh.: Die Relig.-Philof. der Neukantizismus. Kessler. Kurt: Kritik der neukantrschen Religionsohilosoohkc .'der Gegenwart. .Schlemmer. ^Hans: Die .xrii* frttor'- '.XfTttimUänr m ökr Lzrermng. Ltzmolrnbaw: -Starrt £? iaeiiqion. . Voraussetzung für ein sachliches Urteil ist Kenntnis und praktische Erprobung. Ziel. Ziel unseres hebräischen Unterrichts ist verständnisvolles Lesen im Pentateuch und Gebetbuch. Mein hebräisches Lehrbuch will den Schüler in 4 Jahren befähigen, leichte Texte selbständig und mit Verständnis lesen zu können. Mit dem 5. Schuljahr besucht der größte Teil unserer jüdischen Jugend die Mittelschule. Für den hebräischen Unrerricht bleibt dann wenig Zeit übrig. Des» halb ist schon frühzeitig eine sichere Grundlage zu geben. . Hebräisch läßt sich, wenn versäumt, in den späteren Jahren kaum mehr nachholen. Stoff. Der Stoff des Hebräischen, soweit der Gottesdienst in Frage kommt, ist so umfangreich, daß er bei unseren Schulverhältnissen nicht zu bewältigen ist. auch nicht bei den besten Methoden. Man denke z. B. an die Machsor- Stücke! Um s» mehr aber ist es unsere Pflicht, die Schüler zur Selbsttätigkeit anzuregen. Man vermittle ihnen Wortschatz und gründliche grammatikalische Kenntnisse. Bei den ungleichen Schulverhältnissen ist die Stoffauswahl nicht leicht. Wir haben: Stadtschulen mit vielen Kindern und wenig Zeit. Landschulen mit wenig Kindern und viel Zeit, Filialschulen mit wenig Kindern und wenig Zeit. Dazu zeigen die Schüler in den einzelnen Klassen eine ganz verschiedene Einstellung zum Religionsunterricht. Die Frage ist also: Marimal- oder Minimallehrplan? Um eine gewisse Einheitlichkeit zu erzielen, hat man in Baden die amtlichen Frühjahrskonferenzen bei Beginn des Schuljahres eingerichtet. Sie befassen sich mit der Vorbesprechung der Lehrpläne und mit der Festsetzung des Lehrstoffes für das laufende Schuljahr unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse. Ich habe einem Markmal- und Minimallehrplan Rech» nung getragen. Meine Bücher lassen Kürzungen und Erweiterungen zu. Dem Ziel unseres hebräischen Unterrichts entsprechend, beschrankt sich der Wortschatz aus die Bibel- und Eebetsprache^ Das sogenannte Neuhebräifch ist nur ausnahmsweise herangezogen, z. B. Der Stoff ist einfach und kindlich, dem Fassungsvermögen der Kleinen angepaßt. Der beiliegende Stoffverteilungsplan zeigt, wie die Fortführung des hebräischen Unterrichts durch alle Schuljahre gedacht ist. Für die Vorübungen ist der Stoff und die'Zeit reichlich bemessen. Es wird nicht allzu sehr aufs Ziel geeilt. Langsam und gründlich gehts voran. Die Vorteile zeigen sich erst später. Zusammenhanglose Sätze werden gemieden. Vor allem ist auf die Pflege des religiösen Sinnes unserer Jugend Bedacht genommen. Die Bilder, von Frl. Klara Unna, find mit viel Liebe und Hingebung zur Jugend gezeichnet. Sie sind kindlich und künstlerisch und regen die Kleinen zum Nachzekchnen an. Ein prägen von Vokabeln (Gedächtnishilfen). Lernen mutz man bei jeder Methode, und ohne ein wenig Mechanismus geht es nirgends ab. Aber es gibt doch allerlei methodische Hilfsmittel, die das Lernen erleichtern und in den Kindern das Bewußtsein des Lernenmüssens und das Gefühl des harten Zwanges nicht aufkommen lassen. Als solche Hilfsmittel sind in meinem Buche verwendet: 1. Psychische. Mittel. a) Schaffensfreude! nnCKO rny Der Lehrer arbeite mit Freude und erzeuge Freude. Freude ist die DoriLedrurrMp ifär sgriftjs? Jtasatstaiitosi. ist bas GeHeinr'nrs arXIes *£r1 sigsL

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