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Jüdische Schulzeitung · 1929-08-15 · Heft 8 (15.8.1929) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
5 (1929)
Issue
Heft 8 (15.8.1929)
Date
1929-08-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nummer 8 Jüdische Schulzeitung. Seite 7 Psychologie, pädagogische Psychologie, Ethik. Soziologie, Sozialpädagogik. 2. Allgemeine Religionswissenschaft. Vergleichende Religionswissenschaft und Religionsgcschichte, - Religionspsychologie. Methodische Werke. 3. Bibelwissenschaft: Allgemeine umfassende Werke über die Bibel im Rahmen des alten Orients. Bibelexegese im engeren Sinne. Einleitungswissenschaft zur Bibel. Die einzelnen Bücher der Bibel (deutsch und hebräisch). 4. Semitische, speziell hebr. Sprachwissenschaft. Historischvcrgleichende Sprachwissenschaft des Hebräischen, z. B. König. HistorisckMitisches Lehrgebäude. Bauer u. Leander, Vergleichende Sprach- ' Wissenschaften, Schneider, Vergleichende Sprachwissenschaften, (hebräisch). Systematische hebr. Sprachbücher aller Art. 5. Zeitschriftenschau (Methodische Zeitschriften im besonderen). deutsche und hebräische, z. B. ”]Win urrftio. Abhandlungen über alle diese Gebiete, z. B. Morgen 5, Nr. 2. Ludwig Feuchtwanger, Grundsätzliches zur Forschung über das Alte Testament. 6. Homiletik, ihre Verwertung im Unterricht. 7. Belletristik. 8. Palästinakunde. > 9. Neuhebräisch. Mit diesem Verzeichnis ist die Sache noch nicht erschöpft. d. h. in ihrer systematischen Aufzählung, aber es genügt schon, um zu zeigen, was wir wollen. Unsere Schulzeitung soll umfassend werden und von unserem Standpunkt aus gesehen die mannigfachsten Anregungen und Hinweise geben, damit unsere Kollegen Gelegenheit haben, sich jeweils zu orientieren und zu arbeiten.! Auch die Belletristik muß in dieser Richtung herangezogen werden. Ich bin gecne bereit: Philosophische, pädagogisch-methodische. historische und geogr. Arbeiten, auch Neuhebräisch u. a. in dieser Weise zusammenfassend systematisch darzustellen." Wir bitten unsere Mitglieder und sonstigen geschätzten Mitarbeiter sich zur Uebcrnahme der Bearbeitung anderer Gebiete bereit zu erklären und sehen baldigen Mitteilungen darüber entgegen. Die Sch ri ft leitun g.- Fortbildungskurse für Rabbiner und Religionslehrer. Eine zustimmende Anregung von Hauptlehrer H. Unikower, Baisingen (Württemberg). Rabbiner Dr. Schlesinger. Buchau a. F.. berührte mit obigen Ausführungen in Nr. 7 der „Jüd. Schulzeitung" einen Punkt, zu dem ich auch als Religionslehrer mich äußern möchte. Es ist verständlich, daß, Rabbiner sich durch Vorträge von Lehrern nicht sortbilden lassen möchten. Ebenso verständlich aber dürfte es erscheinen, daß Lehrer in Fortbildungskursen nicht nur als Mauerblümchen verharren möchten. Sie wollen wenigstens mitdiskutieren, zumal dann, wenn die Darbietungen sich durch eine das Maß der Spannkraft weit überschreitende Dauer auszeichnen. Verschiedene Vorkommnisse bei solchen Fortbildungskursen haben nun gezeigt, °^aß es in der Tat besser erscheint, wenn jeder Stand Sr sich ^>ibt. Dann käme es vielleicht doch eher zu einer Arbeits g e m e i n s ch a f t. Tenn die Form des Vortragens und Zuhörens mit darauffolgender Diskussion ist für lebhafte Gemüter, zumal für mehrere Tage nacheinander. schier unerträglich. Was an Gegensätzen infolge religiöser Einstellung in die Versammlung mitgebracht wird, vermag am besten in der Arbeitsgemeinschaft, im gemeinsamen Tun. ausgeschaltet zu werden, gemäß der schönen Deutung jener Thorastelle, nach welcher man sich an dem unter der Last erliegenden Esel seines Gegners gemeinsam mit dem Gegner zu schaffen machen soll, weil aus diesem gemeinsamen Tun eine bleibende Wiederannäherung der beiden Menschen zu erhoffen ist. Möchte daher die Anregung von Rabbiner Dr. Schlesinger auf fruchtbaren Boden fallen, und möchten Arbeitsgemeinschaften, je der Rabbiner und der Lehrer untereinander, sich immerdar ersprießlich gestalten. Je öfter, desto besser. BS Literarisches. Albert Lewkowitz: Das Judentum und die geistigen Strömungen der Neuzeit. I. DieNenaissance. (Verlag: M. u. H. Marcus, Breslau, 1929.) In der Einleitung betont Lewkowitz mit Recht, dag das Neue sich in Der Umgestaltung der geistigen Welt, in jeinem Einflug auf das religiche, sittliche und geistige Bewußtsein der Menschheit sich erweisen müsse. Hat das Judentum diese Funktion erfüllt und kann es also den Anspruch erheben, etwas „Neues" der Welt gebracht zu haben? Lewkowitz führt den Nachweis, daß das Judentum nach Ueberwindung vieler Mißverständnisse seines Lehrinhaltes und seiner Gedankenwelt überhaupt der Welt das Gottesbewußtsein als Glaubensschatz gebracht hat. Damit soll keineswegs die Differenzierung der monotheistychen Religionen in Adrede gestellt noch geleugnet werden, daß in der Neuzeit eine Auflösung der dogmatischen Grundlagen des Christentums eine -Annäherung der monotheistischen Bekenntnisse in ihrem menschheitlichen Gehalt stattgesunden hat. Mögen ferner Rationalismus und Mystik im Murelalter eine lieber« universalistische Geisteshaltung und Annäherung und Einigung angebahnt zu haben — das Judentum hat bei diesen Auseinandersetzungen doppelten Anteil: a) Durch sein Gottesbewußtsein und seine Ethik hat es für die Begründung der neuzeitlichen religiösen Kultur Bedeutung erlangt und damit Anteil an diesen Auseinandersetzungen; b) die Emanzipation der Juden als Folge des Geistes der Neuzeit hat eine innere Krisis herbeigesuhrt: Kamps zwischen dem Offenbarungsglauben und seinen Grundlagen und dem autonomen Geistesleben der Neuzeit innerhalb des Judentums. Darin liegt die weltgeschichtliche Bedeutung des Judentums 5ür die Neuzeit, und unwillkürlich führt das zu einer Unteruchung der Frage um die religionsphilosophifche Begründung »es Judentums ln der Neuzeit und einer Prüfung des Verhältnisses des Judentums zu den geistigen Strömungen der Neuzeit. Lewkowitz behandelt dieses weitreichende Problem zunächst in einer kritischen Untersuchung derRenaisfanc« und stellt in einer einleitenden Begrisfsentwicklung über Inhalt und Strömungen fest: Der religiöse Universalismus und Humanismus ist ihr unvergänglicher Gehalt, er ist die Grundlage der Renaissance der Kunst und der Renaissance der Philosophie. Daraus entwickelt dann Lewkowitz eine Darstellung und kritische Prüfung des 1. metaphysischen Humanismus, deßen Problem das Verhältnis von Gott und Welt bildet: Eeorgios Gemistos Plathon, die Florentiner Akademie (Marsilius Ficinus u. Pico della Mirandola), der Wirkungskreis der Florentiner Akademie (Johann Reuchlin u. Leo Hebraeus) und das neue Weltbild (Nikolaus von Cusa (der Cusaner) und Eiordano Bruno) ziehen an uns vorüber; konkret, klar zeichnet L. das Weltbild dieser Humanisten und ihrer Schulen und zeigt im einzelnen überzeugend und nicht in gewagten Konstruktionen Einflüsse und Wirkungen der jüdischen Welt und des jüdischen Denkens, und an manchen Punkten zeigt er überraschende Zusammenhänge auf. 2. Der spiritual!stische Humanismusoder das Problem: Schrift u n d G e i st (Sebastian Franck) und

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