Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- Heft 8 (15.8.1929)
- Date
- 1929-08-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 3. Der ethische Humanismus: Gott und Mensch (Jean Bodm und Herbert von Cherbury) sind die weiteren Themata die>er Abhandlung. Lewkowitz zeigt an der Hand einer instruktiven Begrisssentwicklung vie>er Hauptströmungeu der Renaissance der Philosophie, wie bei dem einen der Gonesbegriff in der strengen Betonung der Einheit Gottes zur Ablehnung des Dogmas der Trinität führt und damit in Einklang steht mit der arabisch-jüdischen Philosophie. Die Schöpfungslehre Plathons sucht den neuplatonischen Begriff der Emanation mit dem biblischen Begriff eines persönlichen schöpferischen Gottes zu vereinigen, besonders spürt man hier den Einflug durch Salomon idn Eabirol. Ebenso haben die jüdischen Philosophen und Kabalisten Ficinus stark beeinflußt. 2" unmittelbare und intensive Auseinandersetzung mit der jüdischen Gedankenwelt trat die Florentiner Akademie, und ihr glänzendster Vertreter Pico von Mirandola steht nicht an, itt der Bibel den Ursprung und Inhalt aller philosophischen Erkenntnis zu sehen; er nennt Plaihon einen attischen Moses. Bon dem Einfluh der Kabala stammt bei Pico die Verbindung des Uuerlennbar-Einen mit dem persönlichen Gottesbegriss der Bibel. Und im Nachfolger Picos, in Johann Reuchlin, wird diese Verbindung von Kabala und Humanismus auf deutschem Boden fortgesetzt. Darin liegt auch der Schlüssel des Verständnisses tKifur, dag sich Reuchlin von der Reformauon Luthers fernhielt. Im Gegensatz zu Reuchlin gehörte dann Don Juda ben Isaak Abarbanel — Leo Hebraeus — dem tiefsten Gehalt seiner Philosophie nach ganz zur Florentiner Akademie, und in ihm berührt sich aufs innigste der Geist des Judentums mit der philosophischen Religion der Platoniker der Renaissance. In ebenso exakter Form geht Lewkowitz den Beziehungen und Gegensätzen und Ablehnungen zu jüdischer Weltanschauung bei Nikolaus von Cusa, dem Vorläufer des Deskartes, nach, den Gehässigkeiten Eiordano Brunos und den Gedanken des jpiritualistischen und ethischen Humanismus, die sich mit dem Judentum berühren oder es ablehnen. Mit Recht kann Lewkowitz in seinem Schlußwort daraus Hinweisen, das; in einem bislang nicht genügend gewürdigten Ausmag das Judentum auf die Entwicklung der europäischen Menschheit vom Mittelalter zur Renaissance eingewirkt hat. Es ist unsere ernste Pflicht, unsere Heranwachsende Jugend in den Oberklassen der Gymnasien, unsere akademische Jugend des weiteren und auch die Erwachsenen auf diese Zusammenhänge hinzuweisen und die geistige Auseinandersetzung unseres geistigen Erbes mit der europäischen Kultur fruchtbar und positiv zu gestalten. Dafür eignet sich diese Schrift von Lewkowltz ausgezeichnet und wir empfehlen sie wärmstens. Freilich kann man daraus diese Fragen nicht bequem herauslesen und übernehmen, sondern man wird angeregt und vielfach gezwungen sein, die Werke der behandelten Autoren selbst anzusehen, sich ebenso mit Eabirol, Hebraeus u. a. vertraut zu machen; dann wird man an Lewkowitz einen schätzenswerten Führer haben, der die Beziehungen herüber und hinüber aufzeigt und lebendig macht. , . In diesem Sinne begrüßen wir diese Schrift als einen Anfang und sehen den Fortsetzungen gerne entgegen. Dr. Bamberger, Nürnberg. Moses Mendelssohn. Eine Auswahl aus seinen Schriften und Briefen. Zweite Auflage. Frankfurt a. M. I. Kauffmann. Brosch. 1,90 M. . Im Jahre 1912 begannen I. B. Levy und Nabbmer Dr. May. sem Andenken sei gesegnet — während der Niederschrift dieser Besprechung erreicht uns die erschütternde Nachricht von seinem frühzeitigen Tode — unter dem Titel »^Denkmäler jüdischen Geistes" eine Sammlung von Auszügen aus den Werken großer jüdischer Meister herauszugeben. Es erschienen leider nur zwei Bände, „Moses Mendelssohn" und „Gabriel Rießer"; da unterbrach der unselige Weltkrieg die Fortführung des begonnenen Werkes. Zur „Einführung" schrieben damals die beiden Herausgeber: „Das Quellenstudium ist für den Juden keine moderne Forderung: die Wissenschaft des Judentums und seiner Lehre kann nur aus den Quellen geschöpft werden. Das ist auch immer geschehen, und nur dieser unausgesetzten Forscherarbeit verdanken wir die ewige Friiche unseres „Quells lebendigen Wa.sers". — So wollen wir eine Sammlung besonders wertvoller . und merkwürdiger Werke jüdischen Geistes, zum Teil in geeigneter Auswahl, erscheinen lassen und hoffen, auf diese Weise dem Betrachter dieser „Denkmäler" einen Einblick in das Denken und Wirken unserer größten Geister und ihrer Zeit zu verschaffen." Don der Sammlung aus Mendelssohns Werken rst jetzt eine. 2. Auflage, erschienen (es. erscheint , uns nicht recht Jüdische Schulzeitung. Nummer verständlich, warum der Verlag die Namen der Herausgeber dabei verschweigt) und der vorliegende Band, der jetzt zum Misten Geburtstage Mendelssohns erschienen ist. veranlaßt mich, unserem wackeren Kollegen I. B. Levy den Gedanken nahe zu legen, das durch den Krieg unterbrochene Wert wieder aufzunehmen und uns mit weiteren solchen „Denkmälern jüdischen Geistes" zu erfreuen. Lehrer und reifere Schüler, auch die Mitglieder unserer Jugendoereme, werden die Fortsetzung sicher dankbar begrüßen. M. Sk. Simon Unna. Vorschriften betr. die Fehler, dre eine Thorarolle unbrauchbar machen. Frankfurt a. M. 1929. I. Kauffmann. 0,60 M. Ein kleines Heft von nur wenigen Seiten, enthaltend die „Dinim", welche darüber entscheiden, ob eine Thorarolle als possu! zu betrachten ist. Für Lehrer, die in orthodorea Gemeinden als Thora-Vorleser fungieren, recht beachten», wert. M. St. Berichtigung. In dem Artikel: „Dem Gedächtnis Michaels Holzmanns" haben sich einige, den Sinn verwirrende Fehler im Druck ergeben: Seite 1, Spalte 2, Absatz 2. Zeile 8: am stakt im Kleinen: Zeile 14 daselbst: von statt vor der Entwicklung: Seite 2, Zeile 3: allem statt vor allen. Dr. M. G. Sr Bei Spiel und S im Freien, auch bei grosseren und kleineren Touren, sollten Sie stets Wrigley P.K.-Kau-Bonbons bei sich haben. EinkleinesPäckchenlässtsichbequem überall unterbringen. — Sie beseitigen das Durstgefühl und wirken dauernd angenehm und erfrischend. Den Herren Ptdagogen (teilen wir gern für Schulautflüge ein Quantum der m erfrischenden P.K.-Kaa-Bonbons gratis zur Verfügung. Füllen Sie bitte den anbftngenden Abschnitt aus und das angefragte Quanten wird Ihnen gratis und franko für Ihre Schulkinder zur Verfügung geiteCk An die Wrigley Aktien-Gesellschaft, Frankfurt a.M» Hierdurch ersuche ich um kostenlose Uebersendung von Musterpäckchen P.K.-Kau-Bonbons für _Kinder. Schulort Name des Lehren Adrette Bezeichnung der Schule