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Jüdische Schulzeitung · 1929-07-15 · Heft 7 (15.7.1929) · page 6

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
5 (1929)
Issue
Heft 7 (15.7.1929)
Date
1929-07-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 _Jüdische Schulzeitung._ Nummer 7 derung ist für die wissenschaftlichen Tagungen der süddeutschen Rabbiner und so ziemlich auch für die badischen Lehrerkurse bereits erfüllt, während bei den württembergischen Kursen fast ausschließlich, Kursteilnehmer selbst zu Vorträgen berufen werden, derart, daß im Laufe einiger Jahre jeder Rabbiner des Landes und eine größere Anzahl der Lehrer einmal „drankommt". Das hat freilich auch einen Vorzug: die Vortragenden, das heißt also abwechselnd die Mehrzahl der Kursteilnehmer, müssen sich jeweils intensiver mit den betreffenden Themen befassen. Ob indessen der Gewinn für die Hörerschaft immer groß ist. bezwcifte ich. ■3. Die dritte und wichtigste Frage bezieht sich auf die Darbietungen selbst. Zwei Punkte sind dabei zu erwägen: zunächst ob eine Reihe untereinander zusammenhangloser Vorträge gehalten werden sollen oder der ganze Kurs in der Hauptsache einer einheitlichen Leitidce zu unterstellen ist. Sodann fragt es sich, ob Vorträge odelx Quellenbehandlung vorherrschen sollen. Was den ersten Punkt betrifft, so scheint. mir das System der selb ft ändi gen Sondervorträge nicht empfehlenswert. Zwar kommt auf solche Weise Abwechslung in das Ganze, allein die erforderliche innere Verarbeitung der einzelnen wesensverschiedenen Darbietungen! ist bei der Notwendigkeit einer fortwährenden* völligen Umstellung der Hörer fast ausgeschlossen. Als weitaus am zweckmäßigsten betrachte ich das wohl zuerst von Herrn Rabbiner Dr. Unna für die badischen Lehrerkurse eingeführte und auch bei dem letzten württembergischen Fortbildungskurs angewandte System der Teterminierung des ganzen durch eine einheitliche Leitidee. Ich will zur Veranschaulichung das Programm des letzten Mannheimer Kursus mitteilen. Zugrunde lag das Thema: „Das Peßachfest". Es wurden gelesen: 4 entsprechende Psalmen in exegetischer Behandlung. Stücke aus Talmud. Kizzur Schulchan Aruch und Midrasch, ferner über die Agada und die Liturgie sowie aus dem Gebiete der Aegyptologie, dazu noch Lehrproben und Kantorales. Außerdem wurden abseits vom Grundthema einige Vorlesungen gehalten über religiöse Lyrik in der ncuhebräischen Literatur. Psychologie. Jugendbewegung usw. So läßt sich eine verhältnismäßig gründlichere Verarbeitung der Materie erzielen und eine stärkere Nachwirkung erhoffen. Hinsichtlich des zweiten Punktes möchte ich der Bevorzugung der Quell enb eh andlung das Wort reden, die selbstverständlich nicht den Ausschluß von Einzelvorträgen bedeutet, sondern sie nur mehr an die Peripherie verweist. Wie aus dem oben wiedergegebenen Programm hervorgeht, wurde in Mannheim diese Forderung erftttlt. ebenso wie bei der letzten Stuttgarter Tagung. Quellenbehandlung braucht sich aber keineswegs auf die Gebiete der Bibel, des Talmud. des Schulchan Aruch zu beschränken, sondern müßte sich auch in den Kursen für Rabbiner auf Religionsphilosophie, Dezisoren, Geschichte usw. erstrecken. Jedoch wäre der Stoff den Kursteilfnehmern mehrere Wochen, zum Teil schon mehrere Monate vorher zur privaten Vorbereitung bekannt zu tun. 4. Eine letzte Frage bezieht sich auf die Z eji t d a u e r der Kurse. Zwei, höchstens drei Tage, wie es bisher bei den süddeutschen Rabbinerkursen und bei den württem-- bergischen Tagungen üblich war. scheint mir zu kurz. Eine Dauer von etwa einer Woche dürfte das Richtigste sein. Allerdings muß die Gefahr der Ueberladung vermieden werden, worauf bei allen bisherigen Kursen zu wenig Bedacht genommen wurde. Täglich 6 bis 8 Stunden ermüdet viel zu sehr. 5 bis 6 Stunden täglich einschließlich der den Vorlesungen folgenden Aussprachen sollte die Höchstgrenze bedeuten. Fraglich scheint mir übrigens auch, ob die Veranstaltungen alljährlich stattfinden sollen. Das Ganze nimmt so allzu leicht den Charakter des Gewohnheitsmäßigen an und übt keine sonderlich anregende Wirkung mehr aus. Ich hielte es für ausreichend und zweckdienlicher, wenn die Kurse nur alle zwei Jahre abgehalten würden, dann aber unter sorgfältiger Vorbereitung und Beachtung der Forderungen, die sich aus einer positiven Kritik ergeben. Prokvkoll der Ausschutzsitzung des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine am Dienstag. 21. Mai 1929, in Leipzig. Beginn 9 Uhr. Anwesend: Feiner. Dr. Stern. Dr. Bambexger, Steinhardt. Abraham. Levy, Peritz, Krämer. Rothschild. Neuburger. Jaffo. Hirschfeld, Falkenstein, Bick-Michelstadti Oppenheim. Entschuldigt: Dr. Driesen. Gans-Niederauka. Kahn-Alsfeld. I. a) Der Vorsitzende. Dr. Stern, begrüßt die Kollegen und gedenkt in einem ehrenden Nachruf des vor einem Jahre verstorbenen 2. Vorsitzenden des Reichsverbandes Dingfelder. München. d) Steinhardt übermittelt dem Vorsitzenden die Glückwünsche des Ausschusses zum 50. Geburtstag und zur Dr.-Promotion. II. 1. Ter Vorsitzende berichtet über den Stand der Lchrerbildungsfrage. An der Diskussion beteiligten sich die Kollegen Dr. Bamberger. Feiner, Krämer, Neuburger, Falkenstein, Rothschild, I. B. Levy, Bick, Oppenheimer- Abraham und Steinhardt. Nach zweistündiger Debatte nahm der Ausschuß folgende Resolutionen einstimmig an: a) „Der Ausschuß des Reichsverbandes jüdischer Lehrervereine ersucht die Verbandsvereine. ihre Satzungen dahin zu revidieren, daß siein Zukunft nur solcheMitglieder aufnehmen, deren Ausbildung nicht im Gegensatz zu den Beschlüssen des Lehrerverbandes steht. Die Rechte der jetzigen M itglieder bleiben unberührt." b) „Der Ausschuß des Reichsverbandes jüdischer Lehrervereine legt Verwahrung dagegen ein. daß einzelne Rabbiner Zeugnisse. die zur Erteilung von Religionsunterricht befähigen sollen, ausstellen. Der Lehrerverband erwartet von den Landesverbänden. daß sie solche Zeugnisse nicht anerkennen." 2. Kollege Abraham erstattet den Kassenbericht. 3. Kollege Steinhardt berichtet über das Verbandsorgan. In der Aussprache beklagen verschiedene Kollegen die schlechte Placierung der Blätter für Erziehung und Unterricht auf den letzten Seiten der Unterhaltungsbeilage des Familienblattes und wünschen eine Aenderung.' Dezügl. derJüd. Schulzeitung wurden Wünsche nach Erweiterung und wissenschaftlicher Vertiefung laut. Dr. Bamberger wünscht regelmäßige Literatursammelberichte für die verschiedenen ftir die Schulzeitung in Frage kommenden Gebiete und Ausstellung von Sachreferenten zu diesem Zwecke. Kollege Steinhardt verspricht, die geäußerten Wünsche — soweit es möglich ist — zu erfüllen. 4. Pädagogische Kommission. Es wird ein Brief des am Erscheinen verhinderten Berichterstatters Stolt, Würz-

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