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Jüdische Schulzeitung · 1929-02-15 · Heft 2 (15.2.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
5 (1929)
Issue
Heft 2 (15.2.1929)
Date
1929-02-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Jüdisch e_ Schlilzeihm fl. Nummer 2 Sphinx. Mit Bewunderung schreitet man durch das ans- - gezeichnete ägyptische Museum und kann sich kaum los reißcn von der Betrachtung all der herrlichen Schmucksuchen, die den Königsgräbern, zumal dem des jungen Tnt-ankh-Amen. entnommen nnd hier aufgestellt sind. Das ausgeprägt Indische, das Indische der alten Zeit, das in die Gegenwart hineinragt, findet man in einem Elendsviertel schlimmster Art: darin anch die eindrucksstarke Ran,bau,schul. Schön sind in den verschiedenen Synagogen/ die silberbeschlagenen Holzsutteralc der Thorarollen. In dem hübschen Tempel „!<em8et Elijah«"- in Alt° Kairo ,vird eine gelbliche Thorarolte gezeigt, die Esra selbst geschrieben haben soll, und eine Tafel erzählt, daß da. wo sie ausgestellt ist, dereinst Moses auf seiner Flucht gebetet haben soll. Am Freitag abend wohnte ich in der noch neuen, im modernen Stadtteil errichteten Synagoge Jsmailia dem Gottesdienste bei. bei dem ein Knabenchor mitwirkte. Am; Schlüsse des Gottesdienstes siel nrir zweierlei ans. Jemand hatte einen Blumensttauß initgebracht; der ging von Hand zn Hand, und man machte B'rocho über ihn. Ferner ging ein großer Teil der Gemeindemitglieder, erst Männer nnd dann Frauen, zur Heiligen Lade hinauf und verrichtete da. das Haupt eng an die Lade gepreßt, ein kurzes stilles Gebet. ' IV. Rasch ist die. für Kairo festgesetzte Frist verstrichen. Der Abendzng führt uns an den Grenzort Kantara am Kanal von Suez. Es ist ein eigentümliches Gefühl der Erwartung, der Unruhe, der Ehrfurcht, mit dem man in halbheller Nacht hinüberschant nach dem unfernen Ufer dort drüben. Eine Fähre trägt uns hinüber. Hier schon, am Saume des Gebietes, das das Land umschließt, das seit fast zwei Jahrtausenden das Ziel jüdischer und nichtjüdischer religiöser Sehnsucht ist. grüßen den Ankömmling die Zeichen der jüdischen religiösen Urkunden auf den weltlichen öffentlichen Anschlägen. Kalt ist die Nacht. Der Schlaf wird inehr gesucht als gefunden. In der Morgenfrühe hat der Zug. betreut von einem jüdischen Schaffner, bereits die Höhe von Gaza erreicht. Bald ist cher Rest des ehemaligen Philistergebietes ~ durchfahren. Ortschaften, ganz in Grün gebettet, gleiten in einiger Entfernung an uns vorüber, jüdische Kolonien sind es. voll Orangengärten nnd Mandelbäume. Auf der Station Ludd. dem Lndda der Alten, verlassen wir die Hauptstrecke. In Tel Awiw steige ich ans. aufs allerlebhasteste. ja stürmisch begrüßt, jedoch nicht von Bekannten lind Freunden, sondern von den Dienern der Pensionen. : Niemals hätte ich gedacht, daß ich eine so heiß bc^ gehrte Persönlichkeit bin. Der.hartnäckige, stimmgewaltige, wortreiche Kampf, der sich besonders zwischen zweien-solcher ihren Pensionen treu ergebenen Vertreter entspann und lange sortsetzte bis zum Siege des einen, war aber nur — leider — ein deutliches Zeichen für wirtschaftliche Be- ' ' drängnis. Tel-Awiw. zunächst als Villenort für die alte, lebhafte Hafenstadt Jaffa gedacht. 1919 noch nicht 3000 Einwohner zählend, ist jetzt eine sehr ansehnliche, modern eingerichtete Stadt von zirka 40 000 Einwohnern. Sie ist ganz und gar von Inden auf den Sanddünen erbaut — und wird nur von Juden bewohnt und verwaltet. (Wahrlich. es liegt etwas Fesselndes und Nachdenkliches in dieser Tatsache!) Tie breite, gerade Allenbystraße führt durch . die Stadt hindurch vom Bahnhof, bis zum Kasino am Strand, auf dessen Terrasse es sich, wenn man einsam fitzt, nur das Rauschen des blauen Meeres zu seinen Füßen, wundervoll träumen läßt von alter Herrlichkeit und künftigenr Glanze. / — Träume. — Mir wollte es scheinen, als ob in dieser Sonnenstadt allzuviel Straßen jeglichen Baumes entbehren. Dafür gibt es Aerzte und besonders Zahnärzte und Zahnärztinnen in unheimlicher Fülle. Ich habe nicht ohne Grund zuerst in Tel-Awiw Sta tion gemacht. Purim stand unmittelbar bevor, und in Tel-Awiw gilt nicht die alte jüdische Redensart: „Pnrim ist kein Jomtow!" Im Gegenteil, in Tel-Awiw ist Purim ein Jomtow allerersten Ranges. Ganz Tel Awiw —. niinaar wead soken. tüph w’noschim —, jung nnd alt, Kinder und Frauen, steht tagelang unter seinem Banne> Freudige Erwartung schon lange vorher, gesteckt voll bei der Megilla Vorlesung die große, noch unfertige Synagoge. Uebcrtönung des verhaßten Namens Hainan durch Knarren. Klopsen. Knallen, Schießen, Bullern, wie im gelinden Maschinengewehrfetter. Pnriinseiern mit Ga-- bcnverteilnng in den Schulen, große Belustigung und Tanz für die in Masken und Kostüme gesteckten Kinder in dem Garten und den Hallen des Ausstellungsptatzes. willkommener Zustrom von Fremden nnd Gästen aus den, ganzen Lande. stark besuchte Maskenbälle und Kostüm feste und der .Höhepunkt: Festzug durch die Straßen der annisenhaft aufgeregten Stadt: der Kölner Karneval ins Jüdische übertragen. Biele Araber schauen interessiert dem Schauspiel zu. das in beängstigender Stärke besonders in der engen Herzlstraße stundenlang anslind abwogt. Vielleicht darf man mit Bariierung eines bekannten Wortes sagen: Wer nicht Pnrim in Tel-Awiw gesehen. hat nicht die Fest- und Volksfreude im neuen Palästina gesehen. (Fortsetzung folgt). Der Weg zum Eigenheim! Von Oberlehrer Wurster. Stuttgart-Kaltental. Der Wunsch von so manchem Beamten, eine Be amtenbausparkasse zu schassen, die cs ermöglicht, den Kol legeir ohne zu große Aicstrengung nach verhältnismäßig kurzer Zeit zu einem Eigenheim zu verhelfen, wurde durch das einmütige Zusainmenarbeiten einer Anzahl Beamter von ReichsStaats- und Gemeindeverwaltungen am kr',. September 1928 in Pforzheim in die Tat umgesetzt. Es ist eine Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Beamtenschaft, die nach dem Grundsatz. Kapital nnd Geschäftsgewinn den Genossen, anfgebaut und als Genossenschaft unter dem Namen „Gemeinnützige Banspar und Kreditgenossenschaft für Reichs, Staats- und Gemeindebeamte. Eigenheim und Wohlstand" (EWO) in das Genossenschastsregister eingetragen ist. Auf den wesentlichen Aufbau rnöchte ich nachfolgend kurz Hinweisen. Bei der Aufnahme in die Genossenschaft ist ein Geschäftsanteil von.20 RM. zu bezahlen; ferner werden als e i n m a l i g e r Verwaltungskostenbeitrag 2 vom Tausend der vorgesehenen Bausumme erhoben. (Beispiel: Sparsumme 20 000 RM. gleich 40 RM. Beitrag.) Dieser Betrag kann auch in Teilbeträgen von je 20 RM. bezahlt werden. Für die Bausumme ist eine Grenze von 4000 bis 40 000 RM. festgesetzt. Die Höhe der monatlichen, während des Kalenderjahres unveränderlichen. Spareinlagen ist beliebig, soll aber in der Regel nicht weniger als 2 vom Tauftnd der Bangeldsumme betragen. Die Zuteilung des Baugeldes erfolgt nach Schlüsselzahlen, die aber erst festgestellt werden, wenn der Genosse 12 tolle Monate gespart und mindestens 10 Pro

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