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Jüdische Schulzeitung · 1928-05-15 · 5 (15.5.1928) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
4 (1928)
Issue
5 (15.5.1928)
Date
1928-05-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 5___Jüdische Schulzeitung. Seite 7 Icil nuftidjlci: La steht sie jetzt, furchteinflöhend. morgenländisch. altiubäisch ein Runenstein, Druidenstcin. Hyroglyvhenstcin — überlebt? nicht nur, sondern zugleich verdeutlicht, entkrustet, ins deutsche Wort eingedeutct: man wird amangen. zu verstehen, was eigentlich da als vertrauliches Hausbuch in die Neuzeit eingcmauert wurde — vergeblich eingemauert, wie der Krieg bewies. Wir möchten die,en wunderbaren Worten Arnold Zweigs nichts hinzusügen, sondern, um sie zu erhärten, wie auch bei den Besprechungen der früheren Bücher, einige Proben aus der Ileberfetzung wiedergebcn. Aus dem Buche I e h o s ch u a: Niemand hält vor dir stand, alle Tage deines Lebens: wie ich bei Mosche dawar, will ich dasein bei dir, nicht lasse ich dich los, nicht tue ich dich ab. Sei stark, sei fest. t . du sollst ja dieses Volk aneignen in das Land, das uh ihren Vätern zuschwor, ihnen zu geben. Sei nur sehr stark und fest. , cs zu wahren, zu tun nach all. der Weisung, die Mosche mein Knecht dir gebot, wende nimmer von dem rechts oder links, damit du wvhlgrcifest überall wo du gehst, nicht weiche die,es Buch der Weisung aus deinem Mund, sage dir daraus tags und nachts vor, damit du wahrest, zu lim nach allem was darin geschrieben ist, — alsdann machst du deine Wege gelingen, dann ergreifst dus. Habe ich dir nicht geboten: sei stark, sei fest? ängste nimmer, scheue nimmer, denn bei dir ist ER dein Gott überall wo du gehst. ' Und ferner aus dem Buche der Richter die ersten Zeilen aus dem Debora-Liede: Da Kriegsfällen sich lockten in Jihrael, da ein Volk sich willig hergab, segnet IHR! , Höret, Könige. lauschet. Erlauchte, ' ' ich will 2HM. ich. singen, saitcnspielen, IHN!. - - Iihraels (Sott. DU. als du ausfuhrst von Sseir, ' schrittest von Edoms Eefild, bebte die Erde. ' und die Himmel troffen, und die Wolken zertoffen zu Wasser, die Berge wankten vor IHM, — ein Ssinai dieser vor 2HM, E°It.-- M S,. Katalog der Bücherei der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden, November 1927. . Der 188 Seilen grobe Katalog zerfällt in zwei Teile: 1. Wünsche-Bibliothek — die Büchersammlung des bekannten Theologen und Orientalisten Karl August Wünsche, der als Professor 1913 in Dresden gestorben ist — und die Gemeindebibliolhek. Von dein überaus reichen Bestand des ersten Teils und dem immerhin ganz beträchtlichen des zweiten Teiles gibt der Katalog eine gute Uebersicht. Sämtliche Gebiete der jüdischen Wissenschaft — z. B. Bibelmissenschaft. Geschichte, Liturgie, Kultur-, Kunst-Geschichte, Pädagogik usw. — sind hier durch zahlreiche literarische Veröffentlichungen vertreten. Jeder Lehrer. Vortragende oder irgendwie wissenschaftlich Arbeitende wird in dieser Bibliothek nützliches und grobartiges Rüstzeug finden, so dab die Absicht der Dresdener Gen mcinde, die Bücher auch auswärtigen Personen zukommen zu lassen, sehr gelobt werden muh. Es sind auch viele seltenere! Werke dort, ferner für Geschichte und Philosophie viel allgemeine Literatur. Eng jüdische Probleme — wie Iudenfrage, Zionismus, C. V. u. a. — erhalten durch die Gemeindedibliothek eine reichhaltige Ergänzung. Leider enthält der Katalog unendlich viele Druckfehler, über die Einreihung zahlreicher Schriften und die technischen Angaben ist zu klagen. Das mutz bei einer erneuten Drucklegung des Katalogs gebessert werden. Diese Mängel beeinträchtigen die Benutzung nicht wesentlich. Jedenfalls ist es lobend anzuerkennen, dah die Dresdener Gemeinde an ihrer Bibliothek arbeitet und wünscht, dah auch Andere mit ihrer Hilfe arbeiten. Möge eine reiche Benutzerzahl den Bestand der Sammlung sichern und erweitern. Rabbiner Dr. A. P.osner, Kiel. Heinan-Harling. Geschichte des jüdischen Voiles, seit Zerstörung Ierusalems, zweite gerürzte und bis aus die Gegenwart sortgesührte Auslage. 1927. Ealver Aereinsbuchhandlung, Stuttgart. Seit einigen Jahrzehnten haben wir uns daran gewöhnt, die biblische und nachbibllsche Geschichte fast nur in Werken christlicher Verfasser zu lesen, Ilriprünglich gcsck>ah es „der Not gehorchend", da es kritisch-wiijenjchaslliche Darstellungen jener Perjooe von jüdischen Autoren kaum gibt, nachdem wir aber auf den Geschmack gekommen sind, tun wir es auch aus „eigenem Willen". Das Beoiirinis, jene Geschichte auch von unparteiischer Seite uns erzählen zu lassen, ist uns zur Gewohnheit worden. Diesem dem Streben nach objektiver Wahrheit entspringenden Bedürfnis konnten wir betreffs der zweitausendjährigen Geschichte der jüdischen Diaspora bis jetzt keinesfalls Rechnung tragen, da es an solchen Darstellungen christlicherseits fehlte. Die vortrefflichen Werke von Lenne am Rhin und I. iflidel beschränken sich aus das Kulturhistorische, die sonstigen kurzen Skizzen sind mehr oder minder von vornherein nur zum Zwecke antisemitischer Hetze geschrieben. Daher ist das hier angezeigte Buch, das aus der Feder eines objektiv urteilenoen Christen ge,lo,sen ist, ieoem Juden, der auch über das Galuth ein sinn im et studio gezeichnetes Bild sehen möchte, aufs a l l e r w ö r m st e zu empfehlen. Die Punkte, denen gegenüber der jüdische Leser eine gewisse Reserve sich auserlegcn soll, sind auherordent-r lich gering, die Betrachtungen hingegen, die es vollauf verdienen, hier wörtlich wiedergegeben zu werden, sind auherordentlich zahlreich. Aus diesem Grunde müssen wir es uns auch versagen, hier Beispiele anzuführen, und beschränken uns darauf, hier zu betonen, da st dieses prachtvolle Buch, das tatsächlich bis in die allerjüngste Gegenwart reicht und auch in einem glänzenden Stil geschrieben ist. jedern Lehrer, der den jüdischen Standpunktzu wahren fähig ist, beim Religionsunterricht in den oberen Klassen vorzüglich e D i e n st e l e i st e n w i r d. Dr. I a m p e l. Geschichten ans der Geschichte, zur Vertiefung und Belebung des Geschichtsunterrichts. (Wie die Dichter die Geschichte erzählen). Ausgewählt von Gustav Klar. Schulrat in Essen. Verlag von W. Erüwell in Dortmund. Preis 1,60 Mark. „Anstatt auf akademische Manier die Darstellung durch Noten zu beschweren, gilt es in unserer Epoche, öffentliche Charaktere als Vorbild und Warnung jedermann p l a st i s ch zu machen," Emil Ludwig, aus dem Vorwort zu „Bismarck"'. „-Somit steht hinter Geschichte niemals das nüchterne Sicherinnern und Festhalten an Vergangenheit, sondern eine aller wissenschaftlichen Formulierung unzugängliche, geheimnisreiche, produktive Leistung der Phantasie, worin Erhaltungs- und Ausheilungswille. Wunsthersül.ung, Sehnsucht oder Hoffnung sich bewähren." Theodor Lessing „Geschichte als Sinngebung", 2. Buch. Psychologie der Geschichte. „-Das Kind will nidjt ein schematisches Bild, das der Verstand zurcchtgezimmert hat, sondern ein natürliches, ein paar naturgetreue Episoden. Es will nicht in ersterer Linie über Geschichte Nachdenken, sondern sie tätig in seiner Phantasie miterlcben. Es will nicht eine Anspannung des Verstandes, sondern eine Spannung und Entspannung des Gemütes: es will nicht Urteile über Personen, sondern es will diese Personen lebendig vor sich erblicken, sie leben, denken, sprechen, fühlen und handeln schein damit es lebhaft an ihren Schicksalen teilnehmen kann." Scheiblhuber „Erleben durch phantasiemähige Darstellung". # In der Richtung der Gedanken der eben angeführten Historiker und Pädagogen liegt das Buch des Schulrats Klar- Essen, dem unter den zahlreichen Neuerscheinungen, die wir in der pädagogis.hen Literatur der letzten Zeit zu verzeichnen haben, entschieden eine beachtliche Bedeutung zukommt. Schulrat Klar zeigt, wie Dichter die Geschichte erzählen. Besser als das Lehrbuch und das Lehrerwort verniag der Dichter, der das Wollen und Sehnen seines Volkes und der Menschheit am tiefsten ersaht hat. Künder und Prediger der Geschichte. Mahner für Gegenwart und Zukunft zu sein. In 23 Abschnitten, die den besten, neuesten historischen Romanen und Dramen entnommen sind, veranschaulicht er der Jugend Menschen und Verhältnisse bedeutender Epochen. Wenn ich aus dem Inhalte anführe: Ein Stadtgericht im Mittelalter, aus Julius Wolff „Der Sülfmeister", Die Bauern fordern'

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