Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 5 (15.5.1928)
- Date
- 1928-05-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 _ Jüdisch e Schulzeftung. Nummer 5 ihr Recht, aus I. von Stockhausen „Das große Leuchten", die Pest, aus Harri) Vosberg „Rtichel Obentraut" (mittelalterliche Judenverfolgung), Schiller auf der Karlsschule. aus Walter von Molo, ..Schiller-Roman", das tolle Jahr 1848, Walter Schulte vorn Brühl, die Beschießung, aus Henri, Barbusse ..Das Feuer" u. a. m., so zeigt diese vorzügliche Aus» wähl nicht nur den treffsicheren Griff des erfahrenen Schulmannes. sondern in gleichem Maße auch den objektiven weiten Blick des Erziehers, der das Herz erglühen und den Willen erstarken lassen will, für die höchsten Ideale der Menschheit. Wer seine Schüler dafür begeistern will, an der Lösung großer Menschheitsaufgaben initzuarbeiten, der greife zu diesem Büchlein, er wird's nicht bereuen. Dem 7. und 8. Schuljahre kann das Merkchen zur Ergänzung. Belebung und Vertiefung des Geschichtsunterrichts in die Hand gegeben werden. Jedenfalls sollte es in jeder Volksschule in niedreren Eremvlaren für die Schülerbibliothek angeschafft werden, um von begabten Schülern Vorträge über die einzelnen Abschnitte halten zu lassen. Rektor Abraham- Essen,. Blätter des Heine-Bundes. Zum Beginn seines zweiten Jahrganges bringt der Heine-Bund eine kleine interne Zeitschrift heraus. Die BDHB. find bestimmt, den Kontakt der Mitglieder mit der Leitung und untereinander herzustellen und über beiuerkeuswerte Vorgänge des jüdi.'ch-literarischen Lebens zu informieren. Das erste Heft liegt uns vor. Es enthält folgende Beitrüge: Erinnerungen des Herausgebers Dr. Ahron Eliasberg an Martin Bubers Jugendzeit init einem Bildnis Bubers als Verbindungsstudent im „Wichs" — eine nachträgliche Gabe zu Bubers 50. Geburtstag: eine Analyse des Romans von Myriam Harn, (Bd. 1 der zweiten Iahresreihe) aus der Feder des großen französischen Kritikers Jules Lemaitrc: eine hübsche Auseinanderseßung der Frau Nadja Stein mit den „Judendichtern" Gebrüder Tharaud anläßlich ihrer „Kleinen Geschichte des jüdischen Volkes": ferner Proben aus den in Vorbereitung befindlichen Büchern, Bildnisse von Verlagsautoren und endlich wissenswerte Angaben über Aufbau und Stand des Heine-Bundes. — Interessenten erhalten die Nummer kostenlos durch den Verlag des Heine-Bundes, Berlin W 57. Pallasstr. 10/11. Bitder-Bibel. für Kinder gezeichnet von Otto Geismar. Verlag N. Maß. Berlin 1928. Preis RM. 3.—, in Leinen RM. 3.50. Wer die „Tierzeichnungen" und die „Hagadah" Otto Geismars kennt, der weiß von vornherein, daß auch hier wieder etwas gegeben wird, das in seiner Eindringlichkeit, Klarheit und Kindertümlichkeit ungemein viel für unseren Unterricht ' in der biblischen Geschichte der Unterstufe bedeutet. In 48 Bildern begleitet diese Bibel unfern Gang durch die Geschichte unseres Volkes von der Schöpfung bis zur Errichtung der ehernen Schlange, alles in einer Darstellung, die die kindliche Phantasie beschäftigt, zur Nachahmung und eigenen Produktion reizt. Betrachtet man einzelne der Bilder, so kann man ihnen stärkste Dranurtik nicht absprechen. Da ist das Opfer Kains und Abels: der eine demütig, der andere in selbstgefälliger Haltung: daun wieder die schwimmende Arche, das wogende Wasser mit den verzweiflungsvoll sich gebärdenden, auf die Gipfel fliehenden Menschen: das Opfer Noachs: die ungemein markant wirkende Darstellung des Turms zu Babel: besonders zierlich, den Märchenvorstellungen des Kindes angepaßt, zugleich aber typische Nillandschast zeigt die Findung Mose. Das Lagerleben, die Kämpfe mit den Wüftenvöllern. unendlich viel wäre noch zu nennen. Doch man sehe und prüfe selbst. Der wesentlichste Vorteil des Buches besteht jedenfalls darin, daß der weniger geschickte Lehrer in diesem neuen Werk Geismars eine ausgezeichnete Handhabe zur Belebung des Unterrichts gewinnt. . . , Cilli Marr-Köln. Bei der GMftitiuig eingegaitgent Bücher. Erziehende Nechtskunde, von Rektor H. E i ch h o f f und Rechtsanwalt und Notar Dr. A. Baer. Unter Mitwirkung der staatlichen Auskunftsstelle für Schulwesen in Preußen. Berlin, Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Otto Geismar, Bilder-Bibel. Für Kinder gezeichnet. Berlin 1928. R. Maß. Michael Abraham. ijvtV’V (Für unsere Kinder.) Neue hebräische Lesefibel. Illustriert von Oscar Haberer, Berlin- Frankfurt a. M. I. Kauffmann. Preis 1.G0 -1t. Dr. Julius Höxter, Quellenbuch für jüdische Geschichte und Literatur. iV. Teil. Europäische Länder in der Neuzeit.' Frankfurt a. M. I. Kauffmann. Preis 1.00 M. D r. Arnold M e r z b a ch, Zeitkultur und Jüdische Cr« ziehungs-Geineinfchaft. Frankfurt a. M. I. Kauffmann. 1928. Brosch. Preis 1.20 Die Schrift. Zu verdeutschen unternommen von Martin Buber mit Franz Rosenzweig. Band VI. Das Buch Jehoschua. Band VlT. Das Buch Richter. Berlin. Lambert. Schneider. Myriam Harry. Das kleine Mädchen von Jerusalem. Roman eines Kindes. Aus dem Französi>chcn von Z. Holm. Gegen 200 Seiten, holzfr. Papier. In Ganzleinen gebunden. Erster Band der zweiten Jahresreihe. — Der Heine-Bund, eine jüdische Buchgemeinde, Berlin W 57. Pallaßstraße 10/11. Mitgliedsbeitrag: bei jährlicher Vorauszahlung für die vier Jahresbände -,1t 14.— (Ausland -,1t 15.40), bei vierteljährlicher Zahlung M 3.75 (Ausland JL 4.10). * Nollzen. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Merkbücher unseres Kollegen Rosenfelder in Ladenburg a. N. (im Selbstverläge des Verfassers erschienen) und zwar Nr. 1 Hebr. Sprachlehre. Nr. 2 Israel. Neligionslehre (besprochen in Nr. 3 Jahrgang 1925 dieser Zeitung), und soeben erschien Nr. 3 Jüdische Geschichte. Desgleichen erschien ein „Hebräisches Lehrbuch für die Grundschule". In der Ankündigung heißt es über dieses Buch: In der Anlage neuartig, trägt es nach Ansicht von Fachleuten mehr als alle bisher erschienenen Bücher den Anforderungen des modernen hebräischen Unterrichts Rechnung. Das Februar-Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums beginnt mit einem Rückblick auf die 25 jährige Arbeit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums aus her Feder von Professor Elbogen. Unter den zahlreichen Aufsätzen des Heftes darf eine Arbeit von Harald M. Wiener über das Deuteronomium besondere Aufmerksamkeit beanspruchen. Der Verfasser, ein durch eine große Reihe bibelwissenschaftlicher Arbeiten bekannter Forscher, ist von Haus aus Jurist und wirft aus die Fragen, die sich an das t>. Buch Mosis knüpfen^ neues Licht, indem er es zugleich unter juristischen Gesichtspunkten, als Urkunde eines Bündnisses zwischen Gott und Israel, betrachtet; von hier aus ergeben sich ihm schwere Bedenken gegen die herrschende kritische Auffassung,- die in dem Buche das Programm einer Kultusreform der ausgehenden Königszeit sieht, und neue Anhaltspunkte für das hohe Alter und die Einheitlichkeit des Buches. Der greise Gelehrte M. Weisberg weiß den Kämpf der Aufklärung in Galizien mit äußerster Lebhaftigkeit darzustellen. Von den beiden Sammelbespcechungen. die das erfreulich starke Heft enthält, ist die Uebersicht über die Geschichte der Juden in den östlichen Ländern (Lewin) .mehr für Geschichtsforscher. die sehr feinsinnige Analyse von Werken der schönen Literatur des letzten Jahres (L. Barschak) für jeden gebildeten Leser von Interesse. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 Mark an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, .welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgezahlt sind.