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Jüdische Schulzeitung · 1928-03-15 · 3 (15.3.1928) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
4 (1928)
Issue
3 (15.3.1928)
Date
1928-03-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Jüdische Schulzeitung. Nummer 3 ferro, 3. J-esrausschuß. 4, Jugendgottesdienst-Kommission. 5. Jugendschriften-Kommission. Am 9. Verbandstag in München nahmen. 10 Mitglieder der JB, V." teil. Es waren dies: der 1. Vor». r^trrM Verbandes, Stern, der Verbands Geschlistsführer. Abraham, das Verbandsausschusj-Mitglied Hirschseld und die Kollegen Falkenberg, A. Auerbach, Stu'„ diendirektor Dr. Gutmann, Dr. Löwenberg. Reschke und Sawady als Delegierte, und als Nichtdelegicrter: der Kollege Silberberg. Von der in München zum Wohlc der gesamten jüdischen Lehrerschaft Deutschlands geleisteten Arbeit darf daher die „W. V." einen Teil für sich in Anspruch nehmen. Michael Abraham trat aus dem . Vorstand der „W. V." aus, weil er mit anderen dringenderen Arbeiten Überlastet ist. Der übrige Vurstund wurde wicdergewc'lhlt. Für den Kollegen Abraham trat der Kollege Kadisch neu in den Vorstand ein. Georg Sawady. 1. Schriftführer. Bereinigung israel. Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt a. M. 18 1. S i tz u n g. Nach Besprechung wirtschaftlicher Fragen hielt Studienrat Walter Rothschild einen Vortrag über „Reiseeindrücke vom französischen Judentum". Der Vortragende schilderte zunächst in launiger Weise, wie er auf der Fahrt nach Frankreich, unmittelbar hinter der Grenze, in ein mit Ostjuden besetztes Abteil hineinkam und was sic ihm von dem Leben ihrer Landsleute, die sich um Metz und Nancy herum angesiedclt haben, erzählten. Der Schicht der alteingesessenen französischen Juden trat er bei einem Besuch der Synagoge in der Rue de la Bictoire näher. Bei der Schilderung des dort beobachteten Ritus wies er mit nachdrücklicher Empfehlung auf das Buch „Der kleine Prophet" von Edmoud Fleg hin. Als auffallend bezeichnete er die hyperpatriotische Einstellung der französischen Glaubensgenossen, die er auch an einem Beispiel aus der französischen Literatur illustrierte. Die Erwähnung des Grand Rabbin de France gab ihm Veranlassung, die Organisation des französischen Judentums näher zu beleuchten. Sodann berichtete er über eine Versammlung der Aktiousgruppe der vereinigten französischen Jugendbewegung, bei der auch, ein Redner der Union Universelle 6e lä Jeunesse Juive auftrat. Hieran schlossen sich Bemerkungen über den in Frankreich kaum verspürbaren Antisemitismus und über den Anteil der Inden am üsfentlichen und geistigen Leben des Landes. Wie lüc brbra Seichten von Juden, die Alteingesessenen und die Ncuzugewanderten, Zusammenarbeiten, versinnbildlichte eine Versammlung der „Gesellschaft der Freunde der jüdischen Kolonisation in Sowjet-Rußland", die dem Vortragenden Gelegenheit gab. Reden von Torres, dem Verteidiger Sckwar.zbrrrs, sonne von Schalom Asch, Bernard Lccache u. a. zu Nach einer Erwähnung der jüdischen Spuren, auf die man beim Durchstreifen von Paris in Museen imb auf Friedhöfen stößt, ging Redner dazu über, von seinem Besuch iu der De-- puticrtenkainmer und von den Anschauungen der Franzosen über das deutsch-französische Problem zu berichten, wie sie ihm in vielen Gesprächen entgegentraten. Er schloß mit dem Hinweis auf die Rolle, die, seiner Ucberzengnng nach, die Inden in der Frage der deutsch-französischen Annäherung zu spielen haben, weil sie in besonderem Maße die Fähigkeit besitzen, sich in fremde Wesenheit einzufühlen. An den Vortrag knüpfte sich eine äußerst angeregte Debatte, an der sich die Kollegen Leopold, Studienassessor M. Simon und Rabb. Dr. May beteiligten. 182. Sitzung. Koll. Israel hält einen Vortrag über „Die jüdische Jugend und wir". Er sagt: „Der Geist, der zur freideutschen Jugendtagnng auf dem Hohen Meißner führte, beseelte auch junge jüdische Menschen. Jenem Geiste gesellte sich ihre besondere jüdische Not: zunächst die antisemitische Haltung vieler Lehrer und Lerngcnossen auf höheren Schulen und Universitäten, dann einerseits ein.Elternhaus, das sehnsüchtig nach den christlichen Mitbürgern hinschielte, das versuchte, sich der Umwelt anzuglcichen und möglichst alles abzustreisen, was noch jüdisch an ihm war, anderseits eine Frömmigkeit die in Formeln und Riten erstarrt war. So war der Jugendliche gezwungen, gegen zwei Fronten zugleich zu kämpfen. Im neutralen jüdischen Jugendverband schlossen sich nach dem Kriege größere Kreise zusammen, um durch Vorträge und Arbeitsgemeinschaften den Weg znin Judentum zurückzusiuden. Aus d-esem Verband eutstaud der Juugjüdische Wauderbuud. der seine Mitglieder zu echten jungjiidischeu Menschen zu erziehen versuchte. Allmählich entwickelte sich dieser Bund zu einer starken. Jugeudgcmeinschaft mit dem Ziele, durch Mitarbeit am Arfban Palästinas die Möglichkeit einer neuen jüdischen Lebensform zu schaffen. Eine große Zahl seiner Mitglieder hat die Buudesauschauttng in die Wirklichkeit umgesettt und kämpft in den Reihen der palästinensischen Arbeiterschaft um die Schaffung einer besseren jüdischen Zukunft. De'.: im Jahre 1926 gegründete Bund Kadimah will seine Mitglieder durch Pfadsinderleben und Heimabende so erziehen und ihnen eine solche Vertrautheit mit der großen jüdischen Vergangenheit und den geistigen Ströinimgen der Geyeniukirt einiml's'Ni, daß sie sich iliee» yi'eg in frei-'r <5,,ts>i,^ jkll.p liiüljlrn fliimi'ii. '.’trl;iilltl;rä tniiii i>»nl titihif>c (HMjitjief: Psilbsin )ec gesagt merdeu. Bei den Kameraden tonnen wir einerseits von Menschen sprechen, die ein bestimmtes jüdisches Ziel ablehncn, anderseits macht sich bei ihnen immer mehr eine Strömung geltend, die von jüdischer Renaissance redet und den Weg zu positiver Arbeit beschreibt. Bei den Kameraden und im Jüdisch-Liberalen Jngendverein versucht man auch, das religiöse Leben durch Veranstaltung eigener Gottesdienste zu erne.lern. Esra und Agudas-Jisroel-Jugendorganisation sind nicht zur eigentlichen Jilgendbewegiuig zu rechnen, da sie' sich auf die Erziehung zu einem streng thoratreueu Lebenswandel beschränken. Auch der Neutrale Jugeudverband ist nicht als Jugendbewegung im eigentlichen Sinne zu betrachten, da in ihm nicht die Jugend selbst, sondern im wesentlichen Aeltere, Lehrer und Rabbiner, die Erziehungsarbeit leisten. Daraus erttärt sich die starke Teilnahme der Lehrer au seiner Arbeit." „Wanderungen und Vortragsabende," fährt Resereut fort, „sollen die Jugend zusammensühreu und ihr ihr Judesein wieder zum Lebensinhalt machen. Sicherlich ist hier das Arbeitsfeld, das uns Lehrern die größten Möglichkeiten bietet. Unsere Mitarbeit muß sich allerdings aus das Hiusühren der jungen Menschen zu den Werten beschränken, die uns den Geist des Judentums vermitteln. Da, wo das Erkennen jüdischen WejeuS starke innere Kräfte weckt, die nach Erlösung drängen, müsseil wir uns bescheiden. Hier führt kein Vermitteln fest geformter religiöser Anschauungen zu innerer Befreiung: hier suchen Mcuschelt im innigsten gemeinichaftlichen Ringen Wege zu wirklicher religiöser Erneuerung. Die Jugend zu der Größe ihrer Aufgabe hiuzuleiten und sie in ihnen bewußt werde» zu lassen, ist Ziel und Aufgabe des jüdischen Lehrers in der jüdischen Jugendbewegung. An der sich anschließenden Diskussion beteiligen sich die Kollegen iftabb. Dr. Mainzer, Dr. Hö>crer, Studienassessor Sundheimer, Marr, Rosenwald und die Kolleginnen Schleifer, und Jsenbnrger. Zunächst wird aus die Schwierigkeiteit hingedeutet, die sich für uns Pädagogen ergeben, wenn die Schüler uns fragen, welchen Jugendverein wir ihnen zum Eintritt empfehlen können. Des ferneren wird betont, daß, falls die Jugend uns überhaupt in ihren Reihen zu sehen wünsche (wenn auch nicht als Führer, so doch als kameradschaftliche Mitarbeiter), von uns darauf hingewirkt werden müsse, daß bei allen Veranstaltungen nichts geschehe, was geeignet sei, das religiöse Empfinden zu verletzen. Das erleichtere den äußeren Zusammenschluß sämtlicher Jugendvereine zu einem erstrebenswerten großen Ganzen. Allerdings dürften die Schwierigkeiten, die in dem Bundesverhältnis zwischen Jugendlichen und Lehrern vorhanden seien, nicht übersehen werden. Man befürchte, daß bei-zu vertrautem Verkehr zwischen Lehrern und jugendlichen Kameraden, der sich bis zu gegenseitigem „Du" auswachse, die Autorität der Lehrpersonen leide. Der Referent weist im Schlußwort nachdrücklich daraus hin, daß der Lehrer als v o r st e h e n d e-r Kamerad und mit genauer Kenntnis der Psyche der Jugend in die Jugendbewegung eintreten müsse, dann werde seine Autorität keineswegs leiden und seine Mitarbeit reiche Früchte tragen. Dr- Hartmann. Auszug aus dem Bericht des Vereins jüdischer Lehrer und Kultusbeamten der Provinz Brandenburg über die Jahres« Versammlung vom 16. November 1927 zu Berlin. Zu der satzungsgemäß einberusenen Versammlung sind mehr als die Hälfte der Mitglieder erschienen, sowie ferner einige Berliner Kollegen als Gäste. Der Vorsitzende, Koll. Guttmann, begrüßt sie alle bestens, insbesondere den jetzt in Berlin

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