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Jüdische Schulzeitung · 1928-01-15 · 1 (15.1.1928) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
4 (1928)
Issue
1 (15.1.1928)
Date
1928-01-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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i Seite 6 5. Methodik: Methodik des ethischen Unterrichts auf der Oberstufe und in Fortbildungsschulen. 6. Angewandte Methodik: Das '5. Gebot, oder Psalm 15. oder Amos. oder Pflichten gegen die Nebenmenschen. Verknüpfender Gedanke: Ethik.! Drittes Beispiel: -1. Bibel: Hiob oder Jcsajah (von Kap. 40 an). 2. Talmud: Taanis. 3. Geschichte: Geschichte der Ostjuden im 19. Jahr- ' hundert. 4. Methodik: Behandlung der äußeren Geschichte der Juden. 5. Angewandte Methodik: Hiob. oder: „Der Knecht Gottes" bei Jesajah, oder: Alliance israelite universelle, oder: Entstehung des Zentralvereins, oder: Theodor Herzl. Verknüpfender Gedanke: Das jüdische Leid. Diese Beispiele können nach Zahl und Inhalt vermehrt werden. Die wenigen hier gegebenen dienen lediglich zur Veranschaulichung des Prinzips der Korrelation. Zu dem Ziele der Vertiefung führt noch ein anderer Weg. Er besteht darin, daß ein Gebiet in besonderem Ausmaße hervortritt; es hat die Vorherrschaft. aber nie die Alleinherrschaft. So kann turnusmäßig bald das Studium der Bibel, bald des Talmud, der Geschichte oder der Methodik usw. besonders hervortreten und dem einzelnen Kurse spezielle Farbe und Tönung verleihen. Da- ■ durch haftet der Kurs als äußere Veranstaltung wie dem Gebotenen nach fest in der Erinnerung. VII. Diskussion. Jeder Kursus muß reichlich Zeit zu Diskussionen frei lassen, denn durch sie werden am besten Anschauungen geklärt. C. Das Nivea u. Das Niveau ist der geistigen Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit der Hörer anzupassen. Es darf also nicht über ihrer Fassungskraft liegen. Eine Talmudvorlesung z. B. darf nicht selbständige Lam- , donim voraussctzen ober eine religionsphilosophische Vorlesung nicht so gestaltet sein, daß sie vor Professoren am Platze wäre. Anderseits darf das Niveau .nicht unter den erforderlichen Grad der Wissenschaftlichkeit herabsinken. Wie der Lehrer in der Schule kindesgemäß — aber nicht kindisch — unterrichten soll, jo muß das Niveau der Fortbildungskurse des Lehrers durchaus würdig sein. Die Achtung vor seinem Stand und vor seiner Aufgabe muß alle Zeit hervorleuchten. Kebräisch als Konzenlraliorrssloff. Von E. Gut. Nach der Auffassung der „Richtlinien für die Höheren Schulen" hängt der Erfolg der Unterrichtsresormen ganz wesentlich davon ab. ob es möglich ist. die Forderung der Konzentration in die Tat umzusetzen. Dabei muß die jeder Schulart zugewiesene Sonderausgabe und die dadurch bedingte Grrrppierung der Lehrfächer die Ausgabe der Konzentration in verschiedenem Sinne auffasseu. Gegenüber dem bisher allzu stark betonten Fach- Nummer 1 unterricht verlangt die Zielsetzung einer harmonischen Persönlichkeitsbildung die Zusammenfassung zu einem übereinstimmenden Gesamtunterricht. Die Erfüllung der Aufgabe der Eiuzeidisziplin ist nur möglich durch Stützen und Hilfen aus anderen Stoffgebieten. Dies gilt insbesondere für den Falt, daß ein bestimmter Kulturkreis zu allseitiger Darstellung gebracht werden soll. In den nachstehenden Zeilen seien einige nicht im geringsten auf Vollständigkeit Anspruch erhebende Hin. weise gegeben, wie das Hebräische, dem gerne eine g<>«. wisse Bezichungslosigkeit zu den übrigen Lehrgebieteni nachgesagt wird, auf andere Fächer bezogen werden kann, zmd wie andere Wissenschaften zum Hebräischen hinführen. Mögen Berufenere, die über Erfahrungen auf diesem Terrain verfügen, meine Ausführungen im Jn-- teresse der pädagogischen Praxis in diesen Blättern erweitern, ergänzen, nötigenfalls berichtigen. Wenn in der Geschichtsstunde Hannibals Siegeslauf und der Karthager sinkendes Glück behandelt wird, tritt uns der Name des großen Puniers Hasdrubal entgegen. Er erscheint in der hebräischen Sprache als „Hilfe ist der Herr" und der kühne Atpenbezwinger lautet auf hebräisch „Gnade des Herrn". Die anscheinend unüberwindliche Stadt, wo im Jahre 202 das karthagische Heer vernichtet wird. Zama, erinnert an das uns bekannte Aromo „die Feste", einem Worte, das dem Schüler noch in mannigfacher Gestalt zu Gesicht kommen wird. Vielleicht hat er schon Ezeni „Gebein" kennen gelernt, bann kann bei der Redewendung b'ezem bajauin hase „an ebendemselben Tage" gezeigt werden, wie sich abstrakte Begriffe von ursprünglich konkreten hertciten. Der Name Karthago ist aus mp „Burg" zu erklären. Auch für die Behandlung der Kulturzusammenhänge zwischen Griechentum und dem alten Orient erweist sich das Hebräische als Stütze. Schon die ersten Buchstaben des Alphabets lassen solche Vermutungen aufkommen. Den Schülern ist verhältnismäßig leicht klar zu machen, daß der Einfluß des Hebräischen auf die indogermanischen Sprachen zunächst der griechischen, nicht so unbedeutend ist, als gemeinhin angenommen wird. Wasserzieher weist in seinem vortrefflichen kleinen Buche „Woher?" (ableitendes Wörterbuch der deutschen Sprache) auf die bemerkenswerte Eigeilschaft des Wortes „Horn" hin, das mit den gleichen Hauptkonsonanten im griechischen keras. im lateinischen Cornu und im hebräischen Keren erscheint. Danach müssen die Jndogermanen. wenn sie wirklich von Hochasieu nach Europa gewandert sind, den semitischen Sprachgürtel mindestens berührt haben. So wird dem Schüler eine gewisse Erleuchtung aufgehen, wenn er erfährt, daß das ihm wohlbekannte Wort Keclern in Kadmus, „dem Mann aus dem Osten" wiedergesunden wird. Auch die Stadt Milet, als Sitz eines alten religiösen Kultes, ist dein Schüler nicht fremd. Ter tiefere Sinn des Wortes erschließt sich durch Gegenüberstellung der Pielform milet „retten". An das Wort sedomo „hoch sein" erinnert die Insel Samos, hieran reiht sich O'-lT, eigentlich „die Höhe". Das Wort Astarte (Glücksgöttin) ist dem Schüler aus Aschero bekannt, hierzu ist das Wort asehre heranzuziehen. Die durch den glanzvollen Sieg der Griechen über die Perser berühmt gewordene Stadt Salamis ist durch den Vergleich mit scholaum als Friedensstadt gekennzeichnet. Zugleich wird dem Lernenden klar, daß das hebräische dem deutschen Namen Friedrich gleichkommt, und Salem tritt (wie Salamis) in der Bedeutung Friedensstadt auf. Jüdische Schulzeitung

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