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Jüdische Schulzeitung · 1928-01-15 · 1 (15.1.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
4 (1928)
Issue
1 (15.1.1928)
Date
1928-01-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nummer 1 Jüdische Schulzeitung. 3. Methodik der jüdisch-religiösen Unterrichtsfächer: Hebräisch. . - Geschichte. ’ Religionslehre. c) A n gewandte Methodik (die Praxis in Anschannngs-Bildern). 1. Die Darlegung irgend einer Lehrform kann dem Lehrer nicht genügen. Ihre Vorzüge oder Mängel müssen an durchgeführten Beispielen von dem Dozenten lebhaft vor Augen geführt werden. Er fingiert Unterrichtsstunden. Auf diese Weise erkennt der Lehrer die Wirkung einer Methode auf sich selbst. 2. Hierbei fehlt noch der seelische Kontakt mit der Klasse. Daher sollen — möglichst durch bereitwillige Teilnehmer selbst — Lehrprobcn in den Schulen des Orts, in dem der Kursus stattsindet. gegeben werden. An der Teilnahme der Kinder erkennt der Lehrer die Wirkungen einer Methode auf die Schüler. Die Unterweisung muß allmählich alle Stufen in ' den Kreis der Erörterung ziehen. Gemeinhin bleibt sie bei den Unter- und Mittelstufen stecken, wie . denn die neuesten Bücher über Methodik des jüdischen Religionsunterrichts zu früh abbrechen. Fast alle Lehrer haben aber — mit wenigen Ausnahmen — auch in Oberstufen in irgend einer Art zu schassen; sei es in den verschiedenen Gattungen der Schulen selbst, sei es gemäß der neuen Gesetzgebung in den Fortbildungsschulen, sei es in den Vereinen oder an Privatschülern. Die Anzahl der Schüler spielt hierbei keine Rolle. Denn man muß für einen Schüler sich einer Methode genau so zu bedienen wissen, wie für eine große Klasse. Auslese betreffend Methodik. Nicht in jedem Kursus können — so wenig wie bei der Darbietung des positiven Wissensstoffes — alle Gebiete gleichzeitig oder auch nur ungleichen ' Ausmaß durchgearbcitct werden. Es muß also eine Auslese stattfinden. Sic regelt sich wiedort, so auch hier nach dem Prinzip a) Das Nahe geht dem Fernen voran. Die Lehrer haben z. B. kaum Talmud oder Religionsphilosophie im engeren Sinne zu unterrichten, noch seltener Seminaristen auszubildcn. Die Berücksichtigung dieses „Fernen" braucht daher bei der Tatsache des vielen „Nahen" kaum Raum einzunehmen. b) Aktualität. Die Beschäftigung mit der lebendigen Gegenwart hält den Geist in Regsamkeit und Bewegung. Doch sollen die Lehrer *vor der Gefahr bewahrt bleiben, den Sirenem klängen pädagogischer Schlagwö'rter der Gegenwart ohne Prüfung zu folgen, nur um modern zu erscheinen. Ihr Lehrversahren gerät dadurch nur in unnötige Unruhe und wird durch Mangel an Stabilität um den Erfolg gebracht. Um 'so dringender müssen sie in besinnlicher, objektiver und kritischer Art über alte aktuellen Fragen der Pädagogik orientiert werden. Denn die annehmbaren Ergebnisse der modernen Erziehungswissenschaft sollen ihr Licht durchaus in die jüdische Schulstube werfen. Unser Unterricht darf methodisch nie rückständig sein, darum ist uns das Beste der Gegenwart gerade gut genug. ' ' Insbesondere ist die Aktualität zu berücksick^ tigen. sobald gegenüber der Vergangenheit neue Ziele des Unterrichts ausgestellt werden ooer . neue Schntgattungen entstehen, die eine speziellere Methodik als die gewohnte diskutabel erscheinen lassen. Den Erfordernissen der Gegenwart gegenüber muß der Lehrer so schnell als möglich mit dem nötigen methodischen Rüstzeug versehen sein. Zur Zeit sind beispielsweise folgende Themen von Aktualität: 1. Arbeitsschulmethode. 2. Ziel des hebräischen Unterrichts (..Spnagogenreife" oder Kenntnis der hebräischen Sprache an sich und über diesen Umweg .„Shnagogenreife"). 3. Das Lehrbuch für Hebräisch von Daniel Fink, I. B. Levy. 4. Methodischer Aufbau der Apologetik. 5. Der Unterricht in der Fortbildungsschule ■ li. a. m. Die Darlegungen aus IV. und V. ergeben die Forderungen: Die Fortbildungskurse müssen programmäßig Methodik behandeln und bei Auslese die Grundsätze berücksichtigen: Das Nahe geht dem . Fernen voran. Aktualität. VI. Verknüpfung der Lehrgebiete. Bei der Anlage des Lehrplans für jeden einzelnen Kursus sei das Prinzip der Koordination der Themen — also des zusammenhanglosen Nebeneinander — vermieden oder wenigstens auf das geringste Maß eingeschränkt. Empfehlenswerter 'ist die Korrelation, durch die die einzelnen Teile zu einem möglichst einheitlichen Ganzen zusammengeschmolzen und verknüpft werden. Die Korrelation hemmt den Expansionsdrang der Dozenten, sie biegt das Ganze nach einem Mittelpunkte hin und gibt dem Kursus einen zentripetalen Charakter. Das Hcrumsllhren im Kreise aber ermöglicht die Vertiefung, und eben diese — nicht die Erweckung von Interesse, das bei dem Lehrer im Gegensatz zum Schulkind vorausgesetzt wird — ist das Ziel des Kursus. Erstes Beispiel: * 1. Bibel: Der Prophet Ezechiel. 2. Mischna. Gemara: Traktat Schabbos. 3. Schulchan Aruch: Hilchoß Schabbos. 4. Geschichte: Der Kampf zwischen Judentum und Christentum in den ersten Jahrhunderten u. Z. . 6. Religionsphilosophie: Religion als Gefühl und Tat. 6. Angewandte Methodik: Ter Sabbat, oder die Schönheit des jüdischen Gesetzeslebens, oder Esra. der Schriftgelehrte. Verknüpfender Gedanke: Das Gesetz. Zweites Beispiel: 1. Bibel: Der Prophet Amos. 2. Mischna: 'Vertiefte Lektüre der „Sprüche der Väter" mit klassischen Kommentaren. 3. Nichtgesetzliche Literatur: Aus einem hagadischen Midrasch öder aus der Mussarliteratur. 4. Religionsphilosophie: Autonomie und Heteronomie. WWMMMWMWM

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