Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 6 (15.6.1927)
- Date
- 1927-06-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 schehen, der Geschichte der Juden, wird auch zum Judentum und zur jüdischen Religion erwachsen. Die Porgeschichle ist hier ftf. traurig wie oft in deutschen Gemeinden: Gegen ein teures Schutzgeld erhalten einige wohlhabende Juden endlich nach Jahren, nachdem sie. erst ein Wanderleben im Ermlcmd geführt haben, gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Erlaubnis zu ständigem Aufenthalt, werden im Handel uKd Handwerk von den Einwohnern bedrängt und gekürzt, verklagt jeder wird säst wortwörtlich von der Polizei beobachtet, was die angeführten Dokumente erweisen. Dies gilt für das ganze Ermland. In Gultstadt ziehen die Juden 1814 mit drei Familien (mit zusammen 18 Kindern) ein, gründen alsbald eine Gemeinde, beschaffen einen Begräbnisplatz, bleiben mit ihren Familien seßhaft, schassen ein Gebetshaus, für das noch die Nachkommen der Gründer viele Teilnahme zeigen. So ist der kleine Anfang die Keimzelle zu frischer Saat, die Blühen und Gedeihen erfährt. Das verfolgt der Verfasser mit Liebe in den Phasen und betont die Sorgfalt, die die Gemeiudevertreter nicht zuletzt dem Unterricht und der 'Erziehung der Jugend gewidmet haben. T-er Ausbau des Gemeinwesens wurde durch die Spende eines hochherzigen Guttstatters und die Opferwilligkeit immer wieder von neuem ermöglicht. Damals zählte die Gemeinde 02 Familien mit 288 Seelen, heute hat sie nur 28 Familien mit 98 S.eelm. Mit einem Schrecken kam Gultstadt bei dem kurzen Nusseneiusall am 30. 8. 1914 davon. Nach dem K.iege zog die alte Ordnung' und Fürsorge wieder ein, und die nur 113 Jahre alte Gemeinde ist bemüht, „das heilige Erbe der Väter, das Gemeinwesen mit seinen Einrichtungen trotz aller Schwierigkeiten zu erhalten und auszubauen". Ter Verfasser verdient den wärmsten Dank. Sein Büchlein liest sich mit Wärme, mit der es geschrieben ist, und wird ein Denkstein in der so vielfältigen Geschichte der deutschen Juden sein. Möge seine Arbeit aneisernd wirken, möge der Verfasser und die Gemeinde Guttstadt eine ucue Blüte erleben! Die beigegebenen guten Bilder erhöhen den Wert des Büchleins, dem viele Leser und Käufer zu wünschen sind. Rabbiner Dr. A. Posner, Kiel. Sei Der-etfjriftleifana eiRßffiünaene Jäiitfjer. Gestalten und Mo mente aus der Jüdischen Geschichte. Heransgegeüen von Professor Dr. I. Gl bogen. 020 Seiten, mehrere Bildtafeln, holzfreies Papier, in Ganzleinen gebunden. Jmeiter Band der ersten Jahresreihe. — „Der Heine-Bund", eine jüdische Buchgemeinde, Berlin XV!>, Linlstraße 09 (Mitgliedsbeitrag für die vier Jahres-(Pflicht-) bände: bei jährlicher Vorauszahlung AM. 11.-- (Ausland 15.10), bei vierteljährlicher Ja hl nag AM. '.'..75 (Ausland 1.10). Ai. A brah a in und I. B. L e v y : Seliaare Zedek. Eine methodische Einführung in die Sprache der Bibel und des Gebetbuches. Frankfurt a. M. 1027. Ai. Lehrberger & Co. Preis 2 Ai. Earl Cohen: Kurzgefatzte hebe. Grammatik. Frankfurt am Aknin. Ai. A. Wahrmann. Palästina. Aeiseberichte von Dr. Bruno Weil und Siaatsrat Dr. Cohn. Berlin 1927. Philo-Verlag. Oskar Goldberg. Die Wirtlichleit der Hebräer. Berl.in W 15. Verlag David. Preis brofch. 7.50 ,li. J^ C r l e b a ch e r. Höchberg. Hebräischer Leselüsten. ' Preis 1.70 cfi. Jüdische Schulzeitung. die Liebe Nummer 0 Aoliz. Ein j std i s ch e s Konversation s - L e x i ko n. Ein jüdisches Lexikon in der Art des großen oder kleinen „Meyer" und „Brockhaus" gab es bisher -in deutscher Sprache nicht. (Vor 25 Jahren erschien in englischer Sprache die 12bändige „Jewistz Euzyclopedia" und vor dem Kriege ein dieser ähnliches Werk in Rußland.) Rach achtjähriger vorbereitender Arbeit gelangt jetzt im Jüdischen Verlag, Berlin, die erste Jüdische Enzyklopädie in deutscher Sprache zur Ausgabe. Sie besteht aus vier starken Bänden in Lexikonsormat und wird von Dr. Georg Herlitz und Dr. Bruno K i r s ch n e r (Berlin) bei Mitarbeit von mehr als 230 der hervorragendsten jüdischen Gelehrten und Schriftsteller in den meisteir Ländern der Welt und unter der Fachredaktion von Prof. Dr. Jsmar E l b o g e n, Dr. Josef M e i s k, Dr. Aron Sandler, Dr. Mar S o l o w e i t s ch i k, Dr. Felix A. Theilhaber, Dr. Robert Welisch, Rabb. Dr. Max Wiener herausgegeben. Das Werk umfaßt in etwa 15 000 Stichworten und Verweisungen das Gesamtgebiet der jüdischen Geschichte, Religion, Literatur und Wissenschaft, die Biographien aller bedeutenden jüdisrhen Persönlichkeiten der Vergangenheit und Gegenwart, die Darstellung aller aktuellen jüdischen Fragen usw., so daß es ein umfassendes und dabei streng objektives Nachschlagewerk des Wissens vom Judentum geworden ist. Tie Enzyklopädie, von der gleichzeitig auch eine Ausgabe in monatlichen Lieferungen erscheint, bringt aus ihren etwa 3000 Seiten weit mehr als 2000 Illustrationen, Noten und Tabellen, außerdem viele Kunst beilagen. Von den 280 Mitarbeitern seien hier genannt: Julius Bab, Rabb. Dr. Leo Baeck, Prof. U. Cassnto (Florenz), Prof. Simon Dubnow, Dr. Alfred Einst e i n, Dr. Arthur E l o e s s e r, Dr. Jsmar Freu n d, Rabb. Dr. Felix Gold mann, Dr. Ludwig Holländ e r, Dr. Richard L e w i n s o h » (M o r u s), I. M i e - s e s, Leo M o tz k t n (Paris), Arno N a d e l, Professor Franz Oppenheimer, Chefredakteur Dr. Felix Pinn er, Jakob Rosen heim, Rabb. Dr. Caesar Seligmann, N. So ko low, London, Pros. Eh. Weizm a n n (London), Arnold Zweig nsw. Biß HBSSIHOEN Penlion Herzleid. Villa Carola Schiinbornstp. 9 - Totephon 1S7 Für Kiiltiisbcumto weit ormüUitfte Froi.se Die Stelle eines Leamlen der Vorbeter, Lehrer n. Schochet ist ist möglichst bald zu besetzen GekiaU nacl, Grnvve 7. Dntsnwlmnna ist vor» banden. Meldnnaen mit Lebenslauf. genants« nbickriNen u.Lirdtditd lind an uns einzureicven. Bernstavt i. Sckles.. den 01.Mai 1927 Der Sorttuuö SecöljmgsaeiigkmeWe i;;! /li Kollegen, werbt für die Verbreitung der „Jüdischen Zchulzeitung"! probennmmern in beschränkter 3ah! stehen bei der ächristleitung zur Verfügung. awmmwBmmmm 0134101719912