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Jüdische Schulzeitung · 1927-03-15 · 3 (15.3.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
3 (1927)
Issue
3 (15.3.1927)
Date
1927-03-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nummer 3 ® 15 c i tim Q. Seite 5 ec über den Vertrag mit denk Verlag Lehmann-Hamburg und spricht besonders Dank und Anerkennung für Steinhardt aus, der eine solche immense Arbeit für die Schriftloiitung aufwendet. dah man sagen könne, er arbeite fast völlig selbstlos. Die geringe Mitarbeit der Lehrer an ihrem eigenen Organ ist sehr beklagenswert, nur selten erscheinen Arbeiten, in denen aktuelle Probleme wissenschaftlich gründlich durchgearbeitet sind, die Mische Lehrerschaft hält in dieser Hinsicht keinerlei Vergleich nnt der nichtjüdischen aus. Dem Beitritt des Bayrischen Verbandes mar ein wesentlicher Teil der Vorstandsarbeiten gewidmet-. Die Forderung der Bayern nach religiöser Neutralität wird am sichersten durch die geistige Einstellung im Verband erfüllt: der Erfolg der Vorverhandlungen ist in dem Beschluss der Bayern zu sehen, nach Erfüllung gewisser .Voraussetzungen und nach Annahme des den Bayern genehmen Statuts dem Neichsverbande beizutreten. 2n dem Bericht über die allgemeine Tätigkeit des Verbandes führt Stern aus. dah er den Hauptzweck des Verbandes einmal in der äusseren Zusammenfassung aller jüdischen Lehrer, ferner in der Pflege der Pädagogik der jüdischen Schule und des Verhältnisses der jüdischen Lehrerschaft zur jüdischen Oesfentlichkeit sieht: wenn der Lehrer seinen Einfluh auf das jüdische Eesamtleben steigern will, dann muh er sich um mehr als bloh seine Standesinteressen kümmern und auch seine Tätigkeit danach erweitern: das kommt dann u. a. auch in der Aufstellung von Lehrern als Kandidaten der jüdischen Verbände zum Ausdruck. In der Aussprache unterstreicht Stoll den Wunsch nach Erweiterung der Lehrertätigkcit und weist auf die Erfolge in Bayern hin, wo viele Lehrer im Landesverband sitzen. Die Austritts-Orthodorie wird voraussichtlich gegen den Eintritt in den Verband opponieren: Redner rät deshalb zur Annahme der Bedingungen der Orthodorie aus taktischen Gründen, um ihr die Agitationsmittel zu nehmen. Meyer bedauert das nicht hohe literarische Niveau der Zeitung: er empfiehlt Honorierung der Beiträge, um das Recht zu gewinnen, weniger wertvolle Beiträge abzulehnen. Tr. Härter weist auf die Verbandsaufgabe hin, das Erscheinen von methodischen Werken für den jüdischen Religionsunterricht zu fördern. Er ist im Begriff, ein Quellenlesebuch zur Jüdischen Geschichte herauszugeben und hat dazu aus eigener Tasche 1000 Mark voraus bereitstellen müssen. Subventionen für eine solche Sache können durch das Gewicht des Verbandes erreicht werden. Krämer begrüht den Zusammenschluss mit den Bayern; er fordert Verzicht auf Honorar für Arbeiten am Organ, da das Honorar doch von uns selbst aufgebracht werden mühte'. Steinhardt erklärt, dah Honorare vom Verlag Lehmann nicht mehr zu beanspruchen sind: er wünscht aber die Möglichkeit. Arbeiten fürs Organ etwa zu honorieren und beantragt hierzu die Einstellung von 600 Mark in den Etat. Er weist darauf hin, dah der Inhalt der „Blätter für Erziehung" vertraglich festgelegt ist, so dah viele Sonderwünsche hier nicht mehr berücksichtigt werden können. Anderseits stellt er fest, dah die Beiträge für die Jüdische Schulzeitung bisher aus besten Händen staminten. Dringend fordert er eine gröhere Disziplin der Mitarbeiter' in bezug auf die Einsendungstermine und den Ilmfang der Manuskripte, der meist das Zulässige weit überschreitet. AllgememerÄ Ausführungen zur Arbeit des Verbandes macht noch Abraham-Essen, der eine Beschränkung der Aufnahme von Einzelgruppen in den Verband wünscht, weil diese leicht die Arbeiten des Verbandes aushöhlen könnten. Löwenberg lehnt diese Befürchtung ab, er ist für schrankenlose Aufnahme aller bestehenden Untervereine und Gruppen als selbständige Glieder des Verbandes und meint: Reichsrecht gehe über Landesrecht. Levy befürwortet die Honorierung von Arbeiten für das Organ aus ideellen und praktischen Erwägungen. Guttmann unterstützt die Forderung des Schriftleiters nach gröberer Disziplin der Mitarbeiter. Die „Blätter" erscheinen in Berlin nur noch als persönliche Zusendung an' die Lehrer, nicht mehr im Familienblatt, wogegen Widerspruch zu erheben ist. Im Schlußwort dankt Stern für die rege Beteiligung an der Diskussion; er ist für Honorare nur für echte wissenschaftliche Arbeiten im Organ und rcht an, den Inhalt der Zertung über die engeren Belange des jüdischen Schulwesens hinaus zu. erweitern. Es wird in die. Beratung des von Steinhardt vorgelegten Satzungsentwurfs eingetreten. Die Beratung ist sehr eingehend und hat oft wesentliche Schwierigkeßten und Meinungsverschiedenheiten zu überwinden. Schliesslich werden die Satzungen mit mancherlei Abänderungen angenommen und zunächst einer Kommission (Dingfelder, Peritz, Steinhardt) zur redaktionellen Umgestaltung überwiesen: sie sollen dann dem nächsten Verbandstag zur endgültigen Beschluhfassung unterbreitet werden. ' Nach Annahme der Satzung richtet der Vorsitzende an die Vertreter des Bayerischen Lehrerverbandes die Frage, ob sie bindende Erklärungen wegen des. Beitritts zum Reichsverband jüdischer Lehrervereine Deutschlands abzugeben hätten. Unter aufmerksamem Schweigen der; Versammlung nimmt Oberlehrer Dingfelder-München das Wort zu der feierlichen Erklärung, dah er sich freue, im Namen seiner Mitvertreter und im offiziellen Auftrag seines Heimatvereins den Beitritt desselben zum N eichsverband aussprechen zu können. Diese Erklärung wird mit dem lebhaftesten Beifall entgegengenommen und zu Protokoll gebracht. Es wird beschlossen: der bisherige Vorstand bleibt unter Kooptation von Dingfelder-München vorläufig im Amt. Stern begrüht den Anschluh des Bayerischen Vereins mit sehr warmen und herzlichen Worten und betont unter einmütigem Beifall der Sitzung, dah wir Lehrer stolz darauf sein könnten, innerhalb des deutschen Judentums als erste die Mainlinie überbrückt zu haben: es sei zu hoffen, dah die anderen jüdischen Kreise diesem ausgezeichneten Beiispiel bald folgen würden und die Einigung des deutschen Judentums so bald-zur Tatsache werde. Hierauf ergreift Krämer- Speyer das Wort im Namen der jüdischen Lehrerschaft der Pfalz; er gibt seiner großen Freude über die erzielte Einigung Ausdruck. Die Pfalz habe damit aufgehört, ein besonderer- Provinzialverein im Verband zu sein, und er dürfe nunmehr sein Amtals Ausschuhmitglied niederlegen, hoffe jedoch, als Delegierter für Bayern noch oft Mitarbeiten zu können. Die Erklärung von der Auflösung der Pfalz als besonderer Provinzialverein wird vom Vorsitzenden offiziell zur Kenntnis genommen und Kollege Krämer mit herzlichen Dankesworten für die lange treue Mitarbeit seines Amtes enthoben. Unter dem Eindruck dieses historischen Augenblicks .in der Geschichte der jüdischen Lehrerschaft Deutschlands geht die Versammlung in die Mittagspause. (Pause von 1,40 bis 3 Uhr.) In der Nachmittagssitzung wird zunächst bekannt gegeben, dah zu Vertretern des Preuhenverbandes im Reichsverband bestimmt worden sind: Nuhbaum-Wiesbaden. Falkenstein-Landeshut, Hirschfeld-Berlin, Oberstudiendirektor Dr. Driesen-Frankfurt, Baronowitz-Repzin. Der Haushaltungsvoranschlag wird von Abraham-Berlin erläutert: er schätzt die Mitgliederzahl des Verbandes auf etwa 850. von denen ein Beitrag von je 4 Mark zu erwarten sei. Ausgaben entstehen 'durch die Kosten für die Schriftleitung und für Honorare für Artikel. Nach Verrechnung mit dem Preuhenverband kann der Reichsverband mit etwa 900 Mark Barbestand in Aktion treten. Steinhardt empfiehlt dringend die Werbung von Abonnenten auherhalb der Lehrerschaft für die Schulzeitung: sie kostet 1.20 Mark pro Quartal. Der Antrag, bis zu einem Betrag von 600 Mark Mitarbeiter am Verbandsorgan zu honorieren, wird angenommen. (Schluß folgt.) Bei Ser ßMtleitunö eingeganßene AVer. Hagadah für Pehach. Angeordnet und illustriert von Otto Geismar. Verlag: „Jalkut"; Berlin. Ganzleinen. Preis 3.20 Jl. Knnstgaben für Schule und Haus. Heft 9. Ludwig Richter: Herbst. Heft 55. Albert Hendsch el: Erlauschtes und Geschautes. Leipzig. Georg Wieland. E. Reich: Pestalozzi. Sein Wollen und Wirken in Selbstbekenntnissen. Berlin 1927. Union Deutsche VerlagsgeselMaft. Pestalozzi und Frantsurt. Ein Gedenkblatt zum hundertsten Todestag. Frankfurt ä. M. Verlag Moritz Diesterweg. S. Poljakoff: Ladbatei 2o>vi. Roman. Herausgegeben vom Heine-Bund. Eine jüdische Buchgemeinde. Berlins 9, Linkstraho 39. Korrespondenzblatt des Vereines zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des- Judentums. Berlin 1926. C. A. Schwetfchke & Sohn. -

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