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Jüdische Schulzeitung · 1927-03-15 · 3 (15.3.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
3 (1927)
Issue
3 (15.3.1927)
Date
1927-03-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Jüdische Schulleitung. Nummer 3 gäbe. Diese kann aber nur von K’Ial jißroiM, von einer Gesamtoereinigung, zu der mindestens zehn „Eotteskämpfer" gehören, rngestrebt und erreicht werden. Aus diesen Gedanken heraus, die wir aus den unerschöpflichen Schriften Samson Raphael Hirschs. dessen Epigonen Mendel Hirsch u. a. gewonnen, und die. nach meinem verewigten Führer und Lehrer Marcus Horovitz in einer mir unvergeßlichen Predigt auch in unserer Haltung (v/radöhem rexel j’schoroh) und unserer dreimaligen Emporhebung unseres Körpers zum Ausdruck kommen, als wollten , wir uns von der Erdgebundenheit lösen (uwischtajim j'auföf), glauben wir. vielleicht unter essäischem Einfluß — nach Elbogen verfechten besonders Köhler und Ginzberg diese Anschauung — die bei der Wiederholung durch den Norbeter von den Weisen angeordnete K’dusdischoh entstanden. Trotzdem Elbogen sich dieser Meinung nicht anschließt, verweist er uns in dankenswerter Weise auf das Buch Henoch, eines der Pseudepigraphen, ursprünglich wohl in hebräischer oder aramäischer Sprache geschrieben. in ihrem Urtext verschwunden und zur Zeit nur in einer äthiopischen Uebersetzung erhalten, die nach einer etwa in den ersten Jahrhunderten der christlichen Aera in Aegypten entstandenen griechischen Uebertragung angefertigt ist. Georg Beer, Privatdozent der Theologie zu Halle, übersetzt hier Kap. 39. 12 ff.: Dich preisen die nie Schlafenden (die Engel): sie stehen vor deiner Herrlichkeit, preisen, rühmen und erheben dich, indem sie sprechen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Geister: er erfüllt die Erde mit Geistern." Hier sahen meine Augen alle die nie Schlafenden vor ihm stehen, preisen und sprechen: „Gepriesen seist du und gesegnet sei der Name des Herrn bis in alle Ewigkeit!" Wir haben es hier, in der Henoch- Literatur (nach Gunkel) mit einer Niederschrift des seltsamen, bunt-synkretischen Geheimwissens der spätjüdischen Zeit zu tun. Immerhin finden wir hier Andeutungen der K’duschschoh, die sich Elbogen (s. Anmerkg. z. 2. Ausl, seines epochalen Werkes über den jüd. Gottesdienst) so entstanden denkt: Im dritten Stück der T’filloh war bereits die K’duschschoh mit Jes. VI. 3 erwähnt: daran haben poetisch gestimmte Gemüter dramatische Bearbeitungen angeknüpft, die dann nach talmudischen Erwähnungen von den Mystikern der Eeonimzeit verbreitet wurden. In Babylonien gelang ihnen die Einführung, in Palästina kämpften die eingewanderten Babylonier um WO so lange, bis sie die Aufnahme der K’dusdischoh in die tägliche Liturgie durchsetzten. „In Jesajah sind es die 8'rotim. in Jecheskel die Aufanim und die heiligen Chajatis (wie es in der K’duschschoh dijsdiiwoh, im Jauzßr ausführlicher den Propheten entnommen ist), die den heiligen Hymnus Vorbringen. die K’dusdischoh läßt sie zugleich auftreten und wechselseitig das Lob des Herrn anstimmen." — Der Psalmvers Jimlauch ist als jüngere Zutat zu kennzeichnen, der in der K'dusdischoh d’ßidro durch den Vers aus ll 15, 13: Adaunoj iinilauch 1’auloni woßd ersetzt wird, weil hier eine anerkannte aramäische Ilebersetzung, aus dem Tarrrum J’haunoßon, hinzugefügt werden sollte und eine solche zu den Psalmen nicht vorhanden war.- Der äußeren Form nach haben wir bekanntlich viele K'diischschaiis, wohl ein Beweis dafür, daß in den verschiedenen Aufenthaltsländern nach verschiedenen Vorlagen sich verschiedene Texte gebildet haben, zumal in den Zeiten starker Bevorzugung der Mystik. Wir haben es hier nur mit der kürzesten Form im Werktagsgebet, der eigentlichen zu tun. Auch hier herrscht ein Unterschied im Ritual der Aschkenasim und der Sefardim, da letztere, ähnlich wie wir im Nußak-Eebete, auch an Werktagen mit den Worten beginnen: Nakdisch’cho w’naäriz’cho k’nauam ßiach ßaud ßarfe kaudesch, harn' — schalfschim l’cho k’duschschoh, w’chön koßuw a! jad usw. — Unsere Form der Einleitung, die älteste, ist. wie Elbogen sagt, in den alten Quellen nicht nachweisbar. Wir sprechen in ihr die Absicht aus, Gott so zu verherrlichen — in übertragener. Sinne des Wortes N’kaddßsch Gottes heiligem Namen durch unser geheiligtes Leben in der Welt zu huldigen — wie die Engel in himmlischen Sphären. Das Wort 2D2. durchaus talmudischen Ursprungs, etwa dem biblischen laa entsprechend, deutet aus die Zeit der Entstehung des Gebetes hin (s. o). — Die verbindenden Worte L'ummoßom boruch jaumPru scheinen eine stilistisch nicht ganz einwandfreie Kürzung aus dem ausfllhrlicheren V:rbindungstext Os b’kaul rausch xodau! zu {ein. L’urnmoßoin ist den Visionen Jecheskels entnommen und etwa mir „ihnen gegenüber" oder „zu einander gewendet" zu übertragen, eine st. consti'.-Form von urmnoh, entstanden aus aa!?- OÄ anschließen, verbinden, woraus auch das Wort Volk. Demnach haben wir diese drei Worte am besten so zu übersetzen: Zu einander gewendet sprechen sie Boruch. — Die letzten Ver» bindungsworte Uw’diwrC kodsch’cho usw. haben ihren Ursprung darin, daß der dritte Teil unserer Bibel allgemein, bereits im Talmud (Kausch hasdisehotioh 3!) mit K’Uuwim. später mit Dkvrü kaudesch bezeichnet wird. — Ich will Hier nicht unerwähnt lassen, daß Abudraham (ein um 1311 in Sevilla lebender Kommentator der Gebete und des Rituals) den Ersatz des Adaunoj jiniIauch-Derses durch .Umlunch adaunoj l’aulom darauf zurückführt, daß man nach Pf. 137. 5 u. 6 verpflichtet sei, in allen Gebeten Zions und Jerusalems zu gedenken. Schließlich wollen einige Erklärer Zijjaun hier gar als eine Umschreibung für Israel erachten, indem sie auf Jes. 51, U» Hinweisen: W’ICanaur l’zijjaun aimnl otoh. — Wir sehen, de» Gedankenreichtums in unfern täglichen Gebeten herrscht eine große, schier unerschöpfliche Fülle. — Den Abschluß aller K’dusdischaus im Hauptgebete bilde! im Minliaj: aschk'nas das L’daur wodaur. schließend mit der Eulogie aus Attoh kodausch: Hoiil hakkodausch, in den zehn Bußtagen (nach lZ'rochaus 12s) mit Hammelcch hakkodausch, denn, wie dies im Hauptgebet für n"*i ausführlich dargestell: wird, in diesen Tagen des Gerichts zeigt sich der „heilige" Gon als Richter und Herrscher der Welt, wie es in B'rochaus 12’ heißt: Man bete in den Bußtagen Nammdcch hakkodausch. denn Gott ruft uns kurz vor Bachaudesch hasch’wil (III. 23, 21) zu: Anl adaunoj elauhüchern, womit er die Mahnung ausdrücken will: Hamlichutii altfchcm b'rausdi haschschonoh, erkennt mich als euren König am Neujahrsfeste! Bär will die Worte Hammelcch hakkodausch beide als VocativI aufgefaßt haben und verweist auf Ps. 115,1: FJauhai, harnmdech, wie auf unser Gebet Hoiil, j’schuoßPnu usw. — Protokoll der Vorstands- und Ausschußsitzung des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche in B e r I i n. Kleiststr. 10, am Dienstag. 28. Dezember 1926. Anwesend: Abraham-Berlin. Abraham-Essen. Baronowitz. Repzin, Faltenstein - Landeshut. Guttmann - Potsdam. Dr. Härter-Frankfurt. Iafsi-Leipzig. Katz-Nienburg, Leon- Frankfurt. Dr. Löwenberg-Berlin. Löwenthal-Darmstadt. Mannheim-Osterode. Meyer-Lünen. Neubaus-Fritzlar. Nutzbaum-Wies baden. Peritz-Königsberg. Steinhardt-Magdeburg. Stern-Berlin. Wollheim-Königsberg: für Bayern: Dingfelder-München, Stall - Würzburg. Krämer-Speyer: als Gäste: Schäler-Gotha, Schaumberg-Neukirchen. Der Vorsitzende. Koll. Stern-Berlin, eröffnet 10 Udr vormittags die Sitzung, begrüßt die Erschienenen und schließt hieran herzlichen Dank für langjährige treue Mitarbeit an die in den Ruhestand getretenen Kollegen Bähr-Waldenburg und Ransenberg-Neuwied. denen er wärmste Wünsche für die Zeit ihres Ruhestandes ausspricbt. Falkenstein-Landeshut hebt die großen Verdienste von Bähr-Waldenburg um die schlesische Kollegenschaft nochmals besonders hervor. Dann erstattet der Vorsitzende seinen Bericht über die Verbandsarbeit: Zum Thema Der band sorg an berichtet

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