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Jüdische Schulzeitung · 1926-10-15 · 10 (15.10.1926) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
2 (1926)
Issue
10 (15.10.1926)
Date
1926-10-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Jüdische Schulleitung. Nummer 10 Wie Du um kargen Lohn des Tages Dich bitterlich gemüht, gequält. Wir hätten's nie geahnt, wir Kinder, Wenn's nicht die Mutter uns erzählt . . Und dann spricht der Dichter vom Gebetbuch: - „Dies Büchlein hat Dich treu begleitet, D'raus sagtest Du Dein '.fromm' Gebet, Hast oft aus ihm auf stillen, Wegen Um Deiner Kinder Glück gefleht. Und wenn des Unglücks Nacht Dir dräute. Umdrängten Sorgen Dich zuhauf: Ein Blick hinein i— Du hofftest wieder, Und Deine Sterne gingen auf." Liebe Kinder, hier habt ihr das Bild eines wahrhaft Frommen. Prägt euch dieses Bild ein und denket dabei immer an den Spruch: „Ihr sollt mir nichts Fehlerhaftes darbringen." Amen! Literarisches. S. Rothschild, Die Ausgaben und die Schuldenlast der Wormser jüdischen Gemeinde. 1563—1854. Ein unermüdlicher Forscher in der Geschichte der Gemeinde Worms, einer der ältesten, wenn nicht gar der ältesten Gemeinde Deutschlands, ist der greise Kollege Hauptlehrer Rothschild-Worms. Er hat neben einer mehr als 50 jährigen Tätigkeit an der städtischen Schule und zugleich auch im Dienste der jüdischen Gemeinde jeden freien Augenblick, der sich ihm bot, dazu benutzt, um in den städtischen und jüdischen Gemeinde-Archiven zu forschen und hat mehrere wertvolle Schriften über die Vergangenheit dieser Gemeinde herausgegeben. Diesen gesellt sich nunmehr auch die vorliegende zu. Sie gibt uns beachtenswerte Aufschlüsse über die Lasten, die die jüdische Gemeinde zu ihrer Erhaltung, weit mehr aber noch an die geistlichen und weltlichen Herren zu erschwingen hatte. Es waren opferwillige Geschlechter, die vor uns gelebt. Sie haben ein Beispiel gegeben, von dem das heutige in .jeder Beziehung lernen müßte; dann stände es besser um die Erhaltung unserer Gemeinden und unserer Institutionen. Wir wünschen dem Büchlein eine weite Verbreitung. M. St. Eugen Wölbe, Spaziergänge im Reiche des A u t o g r a p h e n. Berlin 1925. Rich. Carl Schmidt & Co. Es gibt Liebhabereien, für die ein anderer kaum ein Verständnis besitzt, und die doch, wenn man ein fertiges Ergebnis vor sich sieht, uns Erstaunen und Bewunderung abringen. Hierzu gehört das mir vorliegende Buch Wolbes. Er hat Unterschriften berühmter Persönlichkeiten, z. T. ihm selbst gewidmet, gesammelt und sie in diesem ziem- Seite 7 lich umfangreichen Buche zusammengestellt. Kaum eine Persönlichkeit, die während der letzten hundert Jahre gelebt, die sich in der Geschichte, in der Politik, in der Wissenschaft und Kunst einen Namen gemacht, gibt es, von der wir nicht irgend einen Ausspruch, vielfach in Originalhandschrift, vor uns sehen. Auch die jüdische Welt ist recht stark in dem Buche vertreten. Wir nennen in bunter Reihenfolge Ludw. Aug. Frankl, Franzos, Barnah, Sonnenthal, Israels, Berth. Auerbach, Ludw. Bamberger, Rathenau, Paul Singer, Mendelssohn-Bartholdy, Zangwill, Sara Bernhardt, Ottolenghr, Liebrrmann, Einstein u. v. a. Es sind auch meistens wertvolle Aussprüche, die uns geboten werden. Wir geben davon wieder Karl Emil Franzos: „Klug sein, ist viel, — gut sein, ist mehr, — gerecht sein, ist alles." Ludwig Barnay, den einst so berühmten Bühnenkünstler: „Keinen Feind hasse ich so sehr, wie einen Freund, der sich nur halb bewährt!" oder den Dichter Julius Mosen: „Freies Wort bringt Licht und Luft, Leben in die Totengruft, und es weckt in allen Räumen Schläfer aus den Grabcsträumen; wag', die Augen aufzumachen, frische Jugend, du sollst wachen!" oder den berühmten Parlamentarier Ludwig Bamberger, dem wir das Schlußwort geben wollen: „Einfachheit der Lebensweise — Vielfältigkeit der Interessen am Leben, das ist eine gute Mischung, um sich auch im Alter lebensfrisch zu erhalten." . M. St. Bel »er MWlW ' Mer. I. B. Levy: Schaare Chajim. (Unter Mitwirkung von Dr. B. May.) Methodischer Lehrgang des hebräischen Unterrichts in der Unterstufe höherer Lehranstalten oder in der Mittelstufe der Bolks- und Religionsschulen. 2. verbesserte Auflage. Frankfurt a. M.: M. Lehrberger. Preis 2 JL Dr. Felix Coblenz: Predigten. Berlin 1926 Philoverlag. Fritz Friedlänber: Das Leben Gabriel Rieffers. Berlin 1926 Philoverlag. In demselben Verlage sind erschienen: Dr. Jsmar Fr« und: Die Recht st ellung der Synagogengemeinden in Preußen und die Reichsverfaffung. Dr. Jof. Norden: Auge um Auge — Zahn um Zahn. H. Stern: Warum find wir Deutsche? (Sechs Aufsätze für die deutlch-jüdische Jugend.) Paul Nathan: Das Problem der Ostj uden. Heinrich Nofin: Die Juden in der Medizin. Oberstudiendirektor Dr. Müller-Potsdam: Völkische Weltanschauung. Pros. Ludwig Stein: Die Juden in der Philosophie derEegenwart. Prof. Engelbert Krebs: llrkirche und Judentum'. (Die Morgenreih,:. 2. Schrift.) Julius Bab: Goethe und die Juden. (Morgenreihe, 3. Schrift.) Aus dem Allgemeinen Deutschen Kantorenverband Unter verantwortlicher Leitung von Hermann Zivi, Elberfeld. Emanuel Kürschner. Studie von Oberkantor Leon Kornitzer, Hamburg. (Fortsetzung.) . Was ist es, das Kirschners Schöpfungen so eindrucksvoll macht? Was ist es, — und diese. Frage mag die etwas langatmige Einleitung rechtfertigen — das sie auf solch ausgeprägte Gegenpole,'wie ich sie hier schilderte, gleich stark wirken läßt? Um hier klar antworten zu können, muß ich etwas weiter ausholeN. Wenn wir die Entwicklung der neuzeitlichen Synagogenmusik betrachten, fällt uns vor allem der beispiellose Umstand auf, daß Anfang und Höhepunkt zusammenfallen. Salomon Sulz er ist und bleibt vielleicht für immer der Kulminationspunkt unserer Literatur. „Schauet auf den Fels, aus dem'ihr gehauen, auf die Höhle, aus der B1A

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