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Jüdische Schulzeitung · 1926-09-15 · 9 (15.9.1926) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
2 (1926)
Issue
9 (15.9.1926)
Date
1926-09-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nummer 9 Sehr viel Freude dürste der „Setzkasten" den Kindern bereiten. Der Setzkasten ist ein in Fächer cingeteiltes Kästchen, in dem kleine Buchstafentäfelchen verteilt sind. Die Kinder haben das geöffnete Kästchen vor sich stehen und setzen nun die Wörter auf den unteren Rand des zurückgelegten Deckels. Am Beginn des Lehrgangs sind die Kästchen leer und bei jeder Neueinführnng eines Buchstaben werden die neuen Täfelchen ausgeteilt und in das entsprechende Fach eingeordnet. Die Klasse ist dabei in lebendiger Tätigkeit, sie setzen die Wörter selbst zusammen, bilden durch Umstellen neue Wörter. Einen solchen Setzkasten kann zur Not der Lehrer für eine kleine Klasse selbst Herstellen. Bgl. Karstadt, math. Ström. S. 41. Ein Beispiel veranschauliche den Lehrgang. T h e m a: I. Vorbereitung. Gott sprach: es werde Licht. x Bibel, in welcher Sprache? Hebräisch Licht? or. anschreiben. groß. II. Ziel. Wir wollen heute den Buchstaben kennen lernen, der am kräftigsten rollt; welchen wohl? III. Eindrucksstufe. Or wird geübt. 1 wird mit 1 PI ) verglichen. In der Fibel von Abraham wird - St. 6 gelesen. Die bekannten Worte werden übersetzt, die neuen eingeprägt. IV. Ausdrucks stufe. Die Kinder ergänzen ") zu einer R u n düng (Kreis) Kugel. Vergleich mit der Kopfform rosch — Kopf. V. Zusammenfassung: 1 ist oben rund 1 fein, ist bereits gelernt, also “Hltf — sein Licht. VI. Anwendung. Wir übersetzen bei geschlossener Fibel aus dem Deutschen ins Hebräische. 1. Gott ist das Licht der Welt. 2. Sein Licht. 3. Seine Welt u. a. Man kann die Vergleichung auch getrennt von der Darbietung auf der Ausdrucksstufe vornehmen. Beim Leseunterricht wird im Anfänge ohnehin die Ausdrucksstufe nur! karg bedacht werden können, weil das Lehrstück zu wenig mannigfaltig ist, um ein längeres, erneutes, besinnliches Verweilen zu verlangen oder zu vertragen und die Kinderphantasie lebhaft in Bewegung zu setzen. Beim Gebet übersetzen mündet die Vorbesprechung, welche die vorhandenen Appereeptioushilfen über die Schwelle des Bewußtseins ruft, in der Zielstellung, welche den Grundgedanken des Gebetes angibt. Dann wird das Stück mehrere Male gelesen, die bereits bekannten Vokabeln werden herausgesucht und auf der Eindrucksstufe werden unter Anschreiben an der Tafel die neuen Wörter und Wortverbindungen erläutert und eingeübt. Dann versucht ein Schüler zu übersetzen. Die Arbeitsschule jverträgt nicht das Vorübersetzen des Lehrers. Bei Stockungen und Fehlgriffen des Uebersetzenden greift die Arbeitsgemeinschaft mit Vorschlägen ein. Ist die mustergültige Uebersetzung sestgeftellt, wird sie durch Chorsprechen eingeübt. Daran schließen sich Uebersetzungen aus dem Deutschen ins Hebräische zur festen Aneignung und Eiuprägung des hebräischen Gebetbuchwortschatzes und zur Gewinnung freier Herrschaft über die durchgenommenen Wendungen. Bei der sprachlichen Erläuterung wird das Notwendigste an grammatischen Regeln geboten: Die Scheidung von Stamm und Endung, die Präfixa und Suffixa des Nomen und Verbum und vor .allem die Hauptsormen des regelmäßigen Verbum. Auch bei den Uebungssätzen handelt es sich nicht um grammatisch formalistische Schu- Sein- 3 lung, sondern um Eiuübung des Sprachsatzes, um einen Ersatz für das ermüdende und geisttötende Einerlei des eintönigen Nachübersctzcns durch ein belebendes, den Geist der Schüler durch Gelegenheit zur Selbsttätigkeit erfrischendes Verfahren. Die A u s d r u ck s st u f e mit freier Aussprache der Schüler über den Gebetsinhalt tritt erst dann ein, wenn volle Herrschaft über das Stück gewonnen ist. Es wird bei der Besprechung immer wieder auf den hebräischen Wortlaut zurückgegrifsen. Je mehr es gelingt, das Durchgcnommene mit allen Gedanken und Erkenntnissen des Kindes, mit allen Teilen seines Geisteslebens und mit allen bisher erworbenen religiösen Wahrheiten in innigen Zusammenhang zu setzen, umso fester und inniger wird das Gebet organisch in die Psyche des Kindes hineinjwachsen und seine Entwicklung fördern Helsen. Die Ueberschriften 'lasse man'finden, das Suchen zwingt die Schüler, sich den Kern des Ganzen zu erspähen. Ihren Platz hat diese Arbeit naturgemäß bei der Zusammenfassung. Bei der Anwendung wird man viel, mehr ins Einzelne gehen, als es sonst üblich war, man wird auf die kleinen Anliegen des Kindeslebens achten, auf seine Freuden und Leiden, auf seine Sorgen und Sünden. Auch die Anwendung im synagogalen Leben muß gewissenhaft beachtet werden, denn imfcrc Schüler sollen doch einigermaßen sich in den gottesdienstlichen Einrichtungen heimisch fühlen. Also fragen, wann, an welchen Feiertagen und an welcher Stelle des Gottesdienstes betet man Halle!. Beim Uebersetzen auf der Oberstufe lasse man erst lesen, dann extemporieren, und fremde Vokabeln und grammatische Erläuterungen werden während der Uebersetzung ver- . mittelt. Eine Lehrprobe möge die Behandlungsweise des Uebersetzens auf der Mittelstufe veranschaulichen. Haschkiwenu. I. Vorbereitung. Wir haben einst gelernt: Siehe nicht schlummert und nicht schläft der Hüter Israels. Wie heißt das hebräisch? Welche Gefahren umdräuen uns? Denn seht, nicht alle Menschen erleben den Morgen. Nicht alle, die erwachen, stehen gesund, fröhlich auf und zum Frieden! Sorge, Krankheit! Was heißt Leben, Frieden haben. Ter Tag bringt Mühe und Arbeit. Da brauchen wir wieder Gottes Beistand, er soll raten und schützen und Böses abwehren. Er soll Tag und Nacht über uns breiten, die Hütte seines Friedens. Wie heißt das hebräisch? II. Ziel. Wir wollen nun ein Abend- und Nachtgebet lernen, in dem Gedanken ausgesprochen werden wie die, über die wir eben uns unterhielten. III. Eindrucks stufe. (Zunächst noch die Bücher geschlossen.) Manch einer legt sich nieder, wird bald aufgestört: Räuber, Schmerzen, Sorgen, Angst, böses Gewissen. Bitte: Gott lasse uns ungestört liegen. Anschreiben: Haschkiwenu lascholom: Stamm, Endung. Wir wollen aber früh morgens gesund zum Leben aufstehen. (Wieder hebräisch anschreiben.) Dazu muß Gott uns beschützen, gleichsam seine .Hütte über uns breiten. Was heißt Hütte, denkt an Hüttenfest. Wir sagten schon eben, was heißt er breite über uns die Hütte seines Friedens? Imperativ breite, peros. Gedenke, hüte. Anschreiben. Also von Poras — Imperativ Kal wie gebildet? Manche Leute können vor Sorgen nicht einschlafeu, denken nach. Gott allein aber kann den rechten Rat geben, ezoh Rat (ähnl. hebr. Wort?) saknenu (anschreiben.) Stamm, Endung. Doch böse Menschen werden oft unsere Unternehmungen stören, darum „entferne den Feind" wehoser, wo hätten wir die Wurzel? Auch Krankheiten, Seuchen u. a. Unglücksfälle können uns bei unserer Jüdische Schulzeituug «an wm»«»''.»!»»»«w

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