Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 9 (15.9.1926)
- Date
- 1926-09-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2825247-2825294-2825303--0106-2825684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite ä Jüdische Schulzeitung. Nummer 9 oberten Spanien. Die Araber, den Inden stammverwandt. Wieso? Zu welcher Sprachgruppe. gehören Hebräisch und Arabisch? Die Araber versprachen ihnen volle Freiheit und wurden von ihnen 'als. Erlöser begrüßt. Die Araber vertrauten ihnen die eroberten Städte an. Kreidezeichnung an der Wandtafel Lage von Eordowa, Toledo, Granada, Malaga. Wo war bisher Sitz der jüdischen Wissenschaft? Nun wird statt Babel Spanien .Heimstätte jüdischer Wissenschaft durch einen jüdischen Minister. Aus der E i n d r u ck s st u f e werden folgende Momente dargcboten. Chisdai, Leibarzt des Khalisen zu Eordowa, sprachcnkundig, Minister, empfängt auswärtige Gesandte. Seine Klugheit dabei (Byzanz, Otto I.), Oberrichter der Juden, Förderer des Mose ben Chanoch, der das Talmudstudium in Spanien zur Blüte bringt. Natans Edelmut. Förderung der hebr. Grammatik und Poesie (arabischer Einfluß)' Streit zwischen Menahem und Dunasch, ob 2 oder 3 Wurzclbuchstaben den Wvrtsinn bilden. Chisdais Unrecht gegen Menahem! Religiöse Poesien. Piutim. Sein Brief an den Chazaren-Chagan. Die Ausdrucksstufe hebt die Vorzüge Chisdais hervor. Er vergißt im Glück nicht seine Brüder. Vergleich mit Joseph, Mose, Daniel, Mordechai. Seinen Reichtum stellt er in den Dienst der Religion und der ihr geltenden Forschung: Talmud Tora Kncgcd Knllam. Maecen! Sein Stammesgefühl, daß er der Brüder im fernen Osten in Liebe gedenkt. In seiner Erhöhung sieht er eine Fügung Gottes. Worin bestand sein Unrecht gegen Menschen? Zusammenfassung: 1. Was bewirkte die Bekanntschaft mit der arabischen Kultur. a) sie regte an zur Dichtung in Reimen nach arabischem Muster, b) zur Beschäftigung mit hebräischer Grammatik. 2. Welche Folge hatte Chanochs Beruftmg zum Rabbiner für das jüdische Geistesleben? a) Nun wird Spanien eine Hochburg des Talmudstudiums. b) Darum Loslösung und Unabhängigkeit von Babel. Anwendung. 1.) Die hebräische Reimdichtung. Adon olam. 2.) Worin kann Chisdai unser Vorbild sein. Juda halewi auf der Oberstufe der Volksschule. 'I. Vorbereitung: Juden in Spanien damals.frei und glücklich, doch das Land der Väter nicht vergessen. Pilgerfahrten, wie beschwerlich damals. Anknüpfung an den heutigen Zionismus. H. Ziel: Der Dichter der Zionsliebe. III. Eindrucksstuse: Wanderjahre. Bei Alsasi. Arzt in Lucena. Der Dichter: Gott, heiliges Land, heilige Lehre. Der Denker: Cusari, Einkleidung und Grundgedanken. . 1. Israel. Herz der Menschheit. 2. Die Erziehung zum Priestervolk durch heilige Lebensordnung. 3. Israel, der durch Leiden geläuterte Gottesknecht. 4. Christentum und Islam Führer der Menschheit zu Gott. Palästinareise. Sage. (Heine!) IV. A usdrucks st u f e. In der Religion ist ihm das Gemüt und nicht bloß der Verstand Offenbarungsquelle. Sinn der Todessage: Er wäre bereit gewesen, für seine Zionsliebe in den Tod zu gehen. V. Zusammenfassung. Juda halewi ist der Sänger der Zionslieder und der Denker der Zionslehre^ Kusari. Spruch Ki mizzijon teze usw. Anwendung. 1. Welche Stellung nimmt das Judentum zum Christentum und Islam ein? Es sieht in ihnen Sendboten, die Menschen allmählich für den reinen Gottesglauben empfänglich zu machen. 2. Warum ist uns Palästina teuer? a) als heiliges Land der Menschheit, b) als Land unserer Väter, c) als Heimstätte unserer verfolgten Brüder, d) als Land unserer jüdisch-religiösen Hoffnung. 3. Was könren wir für den Aufbau des heiligen Landes tun? Hier sachliche Aufklärung über Keren Hajessod und Mitteilung über den augenblicklichen Stand der Aufbauarbeit. Bilder zeigen! Vergleich mit der Heimkehrszeit unter Esra! VII. Das Hebräische. Wir können das Hebräische zumeist nur soweit in die religiöse Untenveisung der Religionsstunde hineinziehen, . als es zu einer verständnisvollen Teilnah me am religiösen Gemeinschaftsleben unbedingt erforderlich ist. Aber auch dieses Ziel ist nur bei einer währhaft kraftbildenden Methode, die zur Geist und Gemüt bewegenden Mitarbeit heranzieht, voll erreichbar. Schon in die unvermeidlichen hebräischen Leseübungen muß man den Bruch mit dem geisttötenden Mechanismus hineintragen und zur Selbsttätigkeit zwingende Ausgaben stellen. Man wollte die Methodik des deutschen Schreibleseunterrichts auf unser Fach übertragen. Aber abgesehen davon, daß die zur Einübung der hebräischen Schrift^ formen erforderliche Zeit schon im Anfang uns nicht zur Verfügung steht und wir die Kinder aus schulhygienischen Gründen mit häuslichen Rachmalungen nicht behelligen dürfen, rauben doch solche Schreibübungen der Stunde gänzlich den Charakter der religiösen Weihe. Zudem scheint es mir gerade vom Standpunkte der Arbeitsschule zweifelhaft, ob das Schreibwesen Leben weckt. Ich empfehle daher drei Wege: 1. Die Fibel soll nicht nur Lese-, sondern auch Uebersetzungsstoff enthalten. In jedem Stücke sind, sobald die entsprechenden Buchstaben auftraten, Vokabeln zu geben. Diese sind dann mit den Vokabeln der vorhergehenden Lektionen zu Übersetzungsübungen zu verbinden. Diese Uebungen, vom Lehrer richtig gehandhabt, können die Grundlage einer fruchtbaren Gemeinschaftsarbeit bilden. Die Schüler lesen Worte, die sie, wenigstens häufig, verstehen, und find so nicht auf das geistlose Herunterleiern gänzlich unverstandener Lautgebiloe angewiesen. Durch Verbindung des Lesemit dem ersten elementaren Sprachunterricht eignen sich die Kinder langsam aber stetig eine' hübsche Anzahl hebräischer Worte an und wachsen so unvermerkt in das „Gebetübersetzen" hinein. 2. Der Lehrer schreibe hie und da einige Worte an die Tafel und lasse sie lesen. Zumal beim Aufzeigen neuer Buchstaben lass«: der Lehrer sie vor den Augen der Kinder an der Tafel entstehen, befrage sie, womit der Buchstabe Aehnlichkeit habe, mit welchen anderen Buchstaben man ihn verwechseln könnte, worin er sich aber von diesem unterscheide. 3. Man verwende beim ersten hebräischen Unterricht nach Möglichkeit Lesctafeln. Diese dienen zur sicheren Einübung der Buchstabenformen, wie der manchmal schwierigen Silbentrennung. Ihre Verwendung bringt ein erfreuliches Moment der Abwechselung in den Unterricht.