Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 9 (15.9.1926)
- Date
- 1926-09-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2825247-2825294-2825303--0105-2825683- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
Nummer 9 2. Jahrgang Jüdische Scbulzcifun Monalsschrist für Pädagogik und Schulpolitik Heransgegeben vom „Verbände der jüdischen Lehr ervereine im Deutschen Reiche" Die „Jkldistl'e Schul,Heilung" erscheint am 15. eines jedenMouats und wird allen Mitgliedern der dem „Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche" aiuieichlosseiien Vereine kostenlos Am.\citolU. - Post-Bezugspreis für Nicht Mitglieder: Mk. 1.20 pro Quartal. Hamburg, 1». September 1926 Druck, Verlag und Geschäftsstelle: M. Lestmann, Hamburg, ABC-Strcitze 57. Fernsprecher: Elbe 7910, 7911, Vulkan 8083. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. Steinhardt.Magdeburg, für den Inseratenteil: E. L o o s, Hamburg. Anzeigenpreis 40 für die Ogespaltene Nonpareille-Zeile. Inhalt dieser Nummer: Der israelitische Religionsunterricht nach den Grundsätzen der Arbeitsschule (Schlaf;) von Rabbiner Dr. Beermann, Heilbronn. Asoziale und Psychopathen als Erzichungsobjckte von Direktor Baronowitz, Repzin. Ein jüdischer Kulturfilm. Bei der Schriftlcitung cingegangene Bücher. Aus dem Allgemeinen deutschen Kantoren-Bcrbande: Der jüdische Gemeindebeamte (Schluß) von I. B. Levy, Frankfurt a. M. Der israelitische Religionsunterricht nach den Grundsätzen der Arbeitsschule. Von Bez.-Rabb. Dr. Beermann--Heilbronn. (Schluß.) An plastischer Anschaulichkeit und an lebenspendender Kraft und Frische hat es zumeist gefehlt. Wir müssen die Persönlichkeit in ihrer ganzen Eigenart vor den Äugendes Schülers erwachsen lassen. Wie die Hand des Künstlers ans dem rohen Stein das lebensvolle Gebilde schasst, so müssen wir aus den Einzelzügen, die wir den Geschichtswerken entnehmen, eine fesselnde und zur inneren Mitarbeit zwingende Erzählung herausformen. Dazu ift nötig: Sehr sorgfältige und verständnisvolle Stoffsichtung. Nur was typisch charakteristisch und für den Werdegang unserer Religionsgeschichte wertvoll und religiös ethisch fruchtbar zu gestalten ist und für das Vorstellungsleben der Schüler sich als assimilierbar.erweist, wird herangezogen etwa in folgenden 20 Hauptthemen: 1. Das Exil und seine Wirkung. 2. Die große Synode und die Schriftgelehrten. 3. Die Makkabäer, Judentum und Griechentum, die Sekten. Die jüdischen Missionserfolge. 4. Judentum und Christentum. 5. Der jüdisch-römische Krieg. Jochanan-Josephus. 6. Der Talmud. . 7. Das Gaonat. Islam. Karäer. Saadia. 8. Chisdai und Samuel Halewi. 9. Gabirol. 10. Inda Halewi. 11. Maimon und Nachmani. 12. Die jüdische Mystik und der Chassidismus. 13. Die Juden unter Römern, Franken und Karolingern. 14. Raschi. 15. Inneres Leben der deutschen Juden. 16. Die Vertreibung der Juden aus Spanien. Abarbanel. 17. Die Gemeinde zu Amsterdam. Manasse ben Israel. Spinoza. ' 18. Juden in der Renaissance und Reformation. 19. Der Spätrabbinismus (Schulchan Aruch). Mendelssohn. Reform. Emancipation. Zionismus. 20. Richtungen und Organisationen des Judentums. Im einzelnen erleichtert folgendes die tätige Mitarbeit: 1. Sprich nicht in Allgemeinheiten, gib charakteristische kleinmalerische Einzelheiten. Diese zu würdigen, in ihrem Wert für die Gesamtpersönlichkeit darznlegen und gegebenenfalls daraus Schlüsse zu ziehen, ist Ausgabe der Klasse. 2. Lege deinem Helden, wo die Quellen dies nur immer ermöglichen, kurze bezeichnende Aussprüche in den Mund. Von hier aus werde die Motivierung, das Ermessen der Tragweite der Worte, Vergleiche usw. in Angriff genommen. 3. Behandle das Leben der Dichter und Denker in innigem Anschlüsse au ihren Schöpfungen und lasse das Stück Menschentum, das sich in den Dichtungen und Geistesschöpfungen offenbart, von den Schülern vermitteln. Lasse dabei die Momente besonders kräftig heraustrcten, die von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung deiner Helden gewesen sind, z. B. Juda Halewis Zionsliebe und seine Palästinasahrt. Gabirols frühe Vereinsamung und die Schwermut in seinen Liedern. 4. Bleibe bei aller Wärme und Begeisterung immer wahr und verschweige nicht die dunklen Punkte im Leben der Großen, z. B. Chisdais ungerechtes Verhalten gegen Menahem, und suche durch Vergleichung und Entgegenstellen von Personen und Handlungen das sittliche Urteil zu klären und durch Anregung zu Parallelisierung von Ereignissen das geschichtliche Verständnis zu bereichern, z. B. Chisdai und Samuel Hannaggid. Maimuni und Mendelssohn, Philo und Saadia. Solche Aufgaben können in kleinen Referaten, nachdem die Klasse das Einzelmaterial herbeibrachte, dann von einem fähigen Schüler erledigt werden. 5. Sei mit deiner Darstellung immer der Gegenwart zugewandt. Arbeitsschule ist Lebensschule. Orientierungspunkt ist immer das Heute. Z. B. bei den Essäern!wird auf Tolstoi, bei den Pharisäern auf ihre moderne Behandlung in Dramen Johannes, Maria von Magdala, beim Ritualmvrd auf „Samaels Sendung" hingewiesen und stets Prophylaxe und Apologetik dabei berücksichtigt. Geben wir einige Proben: Chisdai auf der Oberstufe der Volksschule. Ziel: Von einem jüdischen Minister, dem treuen Freunde seiner Glaubensgenossen im arabischen Spanien, will ich erzählen, der des Land zur Heimstätte der jüdischen Wissenschaft machte. Vorbereitung. Spanien nach der Völkerwanderung von den Westgoten besiedelt. Diese finden dort schon Juden vor. Wie behandelt? 711 kommen die Araber, er-