Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1926-08-15 · 8 (15.8.1926) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
2 (1926)
Issue
8 (15.8.1926)
Date
1926-08-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2825247-2825294-2825302--0097-2825674
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 2 * Jüdische Schulzeitung. Nummer 8 e) Tiere. Rebekka und Elieser. Der Gerechte erbarmt sich seines Mehs. Im Hebräischen werden ben, ab, ebed, och el, und die Sähe kabbcd et vwicho wees immecho, weohabto lereacho koinvcho eingeübt und immer wieder zur Anknüpfung benützt. 2. Kind und Gott. a) Gott sieht alles. , - Parodiesgeschichte. Ein reines Herz schaff in mir, o Gott! b) Gott straft und belohnt. , Noah und die Flut. Wer sein Kind liebt, züchtigt cs. c) Gott, Vater und Schöpfer. Schöpfung (Blumen!). Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. d) Gott sorgt. Jakob betet auf dem Wege. Verstoßung und Erhebung Josephs. Die Reise der Brüder. Siehe, nicht schläft und .schlummert der Hüter Israels. Hebräisches Memoriermaterial: hinneh lo jonum, hamozi. 3. Kind und Judentum. a) Abend- und Morgengebet. ' b) Sabbat Gedenk. c) Feste. Channukkah, Purim, Seder und Laubhütte. d) Synagoge. Altar, Thoraschrein, ewige Lampe. e) Auszug aus Aegypten. Ich bin der Ewige, Dein Gott usw. . f) Offenbarung auf Sinai. Wiederholung der bereits gelernten Gebote. Hebräischer Memorierstosf: Schma, weohabto es adonoj, best des tefillo. Dieser Lehrplan für den Vorkurs schließt grundsätzlich Märchen und aus nichtjüdischen Kreisen stammende Lieder aits, und zwar ans folgender Erwägung: cs sollen die Kinder möglichst früh hineinwachsen in die religiös-jüdische Welt, zumal das Haus leider diese Einführung nicht immer vermittelt. Dazu kommt, daß der jüdische Religionsunterricht eine gewisse Kenntnis des Hebräischen vermitteln muß und darum nicht so ganz frei mit der zur Verfügung stehenden Zeit schalten kann. Bei richtiger Stoffverteilung und Stofformung kann aber auch der Vorkurs mit rein biblisch-jüdischen Stoffen auskommen, ohne daß ihm ein pädagogisch-wertvolles Moment fehlte. Doch noch ein anderes bedarf der Rechtfertigung. Hier ist als Einteilungsgesichtspunkt für den Stoff der sittliche Allgcmcingedanke nach dem Grundsatz: „Vom Nahen zum Fernen" in den Vordergrund gerückt worden. Vom Kinde und dem, was ihm am nächsten liegt, gehe ich aus. Die biblischen Geschichten bilden dazu das Jnduktions- und Illustrationsmaterial. Man könnte im Gegensatz dazu die biblischen Geschichten als plastische Lebensbilder und Biographien nehmen, und von ihnen aus die sittlichen Erlebnisse anbahnen. Mir scheint es aber geboten, aus dieser Vorstufe das Kindgemäße so stark im Auge zu behalten, daß es sogar für die Lehrplangliederung bestimmend wird. Darum wird, so unangenehm ich die-Zerreißung der biblischen Geschichten empfinde — ich bemühe mich dafür, jede Einzelerzählung als ein geschlossenes Ganzes zu gestalten — von dem dem Schüler Nahen ausgegangen. Im ersten und zweiten Schuljahr wird die biblische Geschichte von der Schöpfung bis zum Tode Moses zur Darstellung gelangen und das hebräische Lesen mit Einübung einiger Vokabeln — Verbindung zu kleinen Sätzen als Uebersetzungsvorkurs — getrieben. Das 3. bis 5. Schuljahr führt die biblische Geschichte weiter, etwa bis zum Abschluß der Richterzeit und gruppiert den hebräischen Unterricht um ausgewählte Stellen der täglichen und sabbatlichen Liturgie und vermittelt in Uebungssätzen eine gewisse Sicherheit in der Scheidung der Sufsixa und Praesixa beim Haupt- und Zeitwort. Im (5. bis 8. Schuljahr wird die Königszeit mit besonderer Herausarbeitung der prophetischen Lebensbilder und der wichtigsten Predigtstücke (aus der deutschen Bibel) zur Darstellung gebracht und im hebräischen die wichtigsten und Festgebete und die ethisch-religiösen Hauptstellen aus dem Pentateuch. Die Hanptsormen des Verbs werden eingeprägt und gelegentlich wird gezeigt, wie die Lautgesetze Ausnahmen bewirken. Für das 9. und 10. Schuljahr werden im deutschen Bibellesen ausgewählte Psalmen- und Prophetenftellen gewürdigt, in der jüdischen Geschichte das Exil, Efra, Makkabäer,. R. Jochanen (Abot), Juda, La lewi, Maimuni, Raschi, Kreuzzüge, Inneres Leben der deutschen Juden im Mittelalter, Mendelssohn. (Weil hier für viele Schüler Abschlußstuse ist, ist auch ein Teil der jüdischen Geschichte hier zu behandeln!) Im Hebräischen werden Ergänzungsstellen, zu Sabbat und Festgebete, Adon Olom und Lechoh dodi, als Pintproben, einige hebräische Psalmen und Pentateuchstellen gelesen. Den Abschluß der Oberstufe bildet für Jüdische Geschichte Griechentum und Judentum (Daniel, Phil., Joscphlls). Die Ehochmah, Hiob und die Theodicee, die Entstehung des Talmud. Judentum und Ehristentum. Judentum und Islam. Saadia und der Karaismus. Spanische Juden: Chisdai, Samuel, Gabirol, Juda halevi, Maimuni, Nachmani, Vertreibung, die Gemeinde zu Amsterdam. Deutsche Juden: Unter römisch-fränkischer Herrschaft, Kreuzzüge, Raschi, Inneres Leben, Renaissance und Reformation in ihren Beziehungen zum Judentum, Neuzeit, Mendelssohn, Rießer. Die Richtungen. Chassidismus, Zionismus. Renaissance des Neuhebräischen. Hebräisch: Siddurpsalmen. Abot. Auswahl aus dem Deuteronnum und den Propheten. Probe von Bialik! Zur Krönung des Ganzen wird zusammenhänglich ein System der jüdischen Lebens- und Weltanschauung erarbeitet. (Zehngebote, Vätersprüche, Lazarus, Ethik, Freudenthals Lesebuch.)? Daß in Einzelheiten bei der Verarbeitung und didaktischen Formung des Unterrichtsstoffes auf die verschiedenen Schulen mit ihren Unterschieden sorgsamste Rücksicht zu nehmen ist, folgt daraus, daß die Arbeitsschule ihre Anknüpfungspunkte aus dem gesamten Bildungsstande des Schülers entnimmt. Darum muß der Religionslehrer auch die Lehrpläne in allen Fächern studieren, um die religiöse Unterweisung mit dem übrigen Wissen seiner Zöglinge in recht innigen Zusammenhang zu setzen und so dem Gebote der Konzentration zu genügen, dem alle Geistesbildung folgen soll. Die strenge Mittelpunktstellung des Gebetbuches ist durch die knappe Stundenzahl — durchschnittlich 2 für jede Abteilung — geboten. 2. Nun ein Blick auf den äußeren Rahmen des Religionsunterrichts. Entweder wird der Religionsunterricht in sogenannten Religionsschulen erteilt, die, vom übrigen Schulleben losgelöst, ihr Sonderdasein führen, oder er wird dem allgemeinen Unterrichtsbetrieb nach Möglichkeit eingegliedert. Gewiß haben die Religionsschulen ihre Vorzüge, - WWWWWW

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.