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Jüdische Schulzeitung · 1926-07-15 · 7 (15.7.1926) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
2 (1926)
Issue
7 (15.7.1926)
Date
1926-07-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nummer 7 Jüdische Schulzeitung.__ Seite 7 bei* heiligen Schrift. Drei Tendenzen leiten die gelehrten Herausgeber: Möglichst wortgetreue Uebersetzung, modernstes Deutsch und' Wiedergabe des biblischeu Rhythmus. Ein Werk von Martin Buber und Franz Rosenzwcig bedarf keiner besonderen Empfehlung. Eine Probe jedoch möchte ich wiedergebcn, die dem Leser die Art der Uebersetzung ohne weiteres erkennen läßt. Josef träumte einen Traum und erzählte ihn seinen Brüdern, seitdem paßten sie ihn noch mehr. Er sprach zu ihnen: Hort doch diesen Traum, den ich träumte. . So war's: Wir banden Garbenbündel inmitten des Felds, da aufrichtete sich meine Garbe und stand auch schon, und denkt, rings um sie traten eure Garben und neigten sich meiner Garbe. Seine Brüder sprachen zu ihm: König warft wohl gern, bei uns du Königs/ oder Walter du, über uns Walter? Und seitdem haßten sie ihn noch mehr für seine Träume, für seine Reden. Er aber träumte wieder, einen anderen Traum, und erzählte ihn seinen Brüdern. Er sprach: Denkt, noch einen Traum habe ich geträumt. So war's: Die Sonue und der Mond und elf Sterne neigten sich mir. Er erzählte es seinem Vater und seinen Brüdern, da schalt sein Vater ihn und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, den du geträumt hast! Kommen sollen wir, ich, deine Mutter, deine Brüder kommen, : uns vor dir zur Erde neigen? Seither neideten ihn seine Brüder. Aber sein Vater bewahrte das Wort. Es ist das erste Mal, daß auf diese Weise eine Uebersetznng den Rhythmus der Bibel wiedergibt und so ihre poetische Schönheit auch dem Leser, der das Original gar nicht oder doch nicht genügend versteht, erschließt. Aber auch dem gediegenen Kenner des Hebräischen erschließt sich das Verständnis für manche schwierige Stelle, v die -er in neuem Gewände hier vor sich sieht. Von besonderem Reiz ist noch die Sprache, die vielfach an Richard Wagner erinnert. Wir empfehlen das Buch zu weitester Verbreitung und wünschen, daß die Fortsetzung recht bald folgen möge. M. St. Dr. L. A. Nosenthal, Ges. Schriften. 1. H. Berlin 1926. Louis Lamm. Eine Zusammenstellung verschiedenartiger Arbeiten, die teils apologetischen, teils belehrenden Charakter tragen. Wenn auch jede einzelne Arbeit Gebiete streift, die seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts und seit dem Erscheinen der Schrift Bischofss über „Jesus und die Rabbinen" neue Beleuchtung erfahren haben, man denke etwa in diesem Punkte an die Kommentare zum N. T. von Strack-Billerbeck, so sind die Aussätze trotzdem auch heute noch recht lesenswert und lehrreich. lieber Narbmanidcs ist ebenfalls in neuerer Zeit ausführlicher abgehandelt worden. Der S. 116 gebrauchte Ausdruck „chover ir" hat viele Meinungsverschiedenheiten hervorgerusen und dürfte S. 116 nicht ganz richtig übersetzt sein. Wir verweisen auf die Forschungen von I. Horovitz. B. M. Bei Ser SLristleilmg eingegimgeiie BWer. Der Jude. Zeitschrift von Martin Buber. Sonderheft: Erziehung. Berlin, Jüdischer Verlag. Jakob Loewenberg: Abendleuchten. Ausgewählte Gedichte. Hamburg. M. Elogau jr. Robert Hirschfeld: Hilfsbuch für den Unterricht in der nachbiblischen jüdischen Geschichte. Berlin. M. Poppelauer. Preis 2.00 Max Speier: Daheim und Draußen. Ein Jugendbuch. Frankfurt a. M. 1026. I. Knuffmann. Preis in Geschentband: :»,r»o Jl. \ ' 's Aus dem Allgemeinen Deutschen Kantorenverband Unter verantwortlicher Leitung von Hermann Zivi, Elberfeld. Warum wiederholen sich synagvgale Melodien? Bon Oberkantor S. Guttrnann-Potsdam. (Schluß.) Melodische Uebereinstimmung braucht aber nicht unbedingt auf völliger Textgleichheit zu beruhen; es genügen auch inhaltliche oder sogar mehr technische Beziehungen, um sie hcrbeizuführen. Ein sehr beachtenswertes Beispiel scheint mir in der Intonation der „Haftara-Nachbrochaus" zu liegen. Während die einleitenden Worte der Vorbrochoh bereits im Stile des „Haftara- Niggun" selber erklingen, lauten die abschließenden Nachbrochaus ganz wie die Wochentags-Sch'moneh-eßre; sicherlich nicht grundlos, denn neben inhaltlicher Verwandtschaft der einzelnen Stücke hat durch motivische Verschmelzungen ein Austausch auch in musikalischer Beziehung stattgesunden. Daß ferner auch ganze in sich abgeschlossene Gebetskomplexe, wie „Kabbolas schabboß", die schon mehrmals erwähnte „Sch'mauneh-eßre" für die Wochentage, wie die „T'silloh" für Schabboß und Janm-tauw oder gar die „Malchujaus, Sichraunaus und Schansoraus" uns immer wieder die ihnen eigentümliche Tongrundlage erkennen lassen, dürfte erst recht nicht unbegründet erscheinen. Besonders, wenn gleichartiger, regelmäßiger Ausbau der Gebete als liturgische Parallele hinzukommt, wie z. B. bei den am wochentäglichen „Maariw und Schacharis" um das Sch'ma sich gruppierenden, auch inhaltlich verwandten Stücken, die morgens und abends in der Hauptsache auch musikalisch gleichklingend sind. Ein Vorgang, den wir bei den Polen, wie bei den Aschk'nasim gleicherweise, wenn auch mit unterschiedlichen Melodien, beobachten können. Für die richtige Beurteilung unseres Gegenstandes ist ferner die textliche, wie die gesangliche Umgebung eines Gebetes von besonderer Wichtigkeit. Durch sie erklären sich die Vertonungen von „Tageseinschaltungen", wie z. B. „Sochrcmu", „Al-Hanissim", „Jaale w'jowau" usw. von selbst. Wie sehr in solcher Beziehung die Umgebung abzufärben vermag, zeigt sich am „Rausch-haschonoh" beim Ausheben der Thora, das in älterer Form durchgehend^ wie auch das Aufrufen, bereits im Stile des Leienens selbst erklang, bis der Aufgernfene, an die Tonalität ganz und gar gewöhnt, unwillkürlich ohne den Vorleser erst vernommen zu Haben, die „Brochoh" in der Weise des Leienens anstimmte. Natürlich paßt sich in der Folge dem alles an, wie „Mi scheberach" usw. In der gleich-

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