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Jüdische Schulzeitung · 1926-04-15 · 4 (15.4.1926) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
2 (1926)
Issue
4 (15.4.1926)
Date
1926-04-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 zur Ehre Gottes, zu Ehren des Sabbats singen. Und das besagt - so ganz herrlich der SabbateingangSpsalm D*? K o m nvt, ' lass et un s lobsingen dem Herrn, laßt" uns jauchzen dem Fels un- H e i l s! L a ß t u n s m i t D a n k v o r s e i n A n t - litz hintrcteu, mit Lob ge sängen ihm jauchzen! usw., denn er ist ein großer Gott, der Wunder an uns tut. Noch ein Beispiel: Sabbat- und Fest tag es morgengebet. Was für ein Tag ist der Sabbat? Der Tag d<^r Ruhe und des Lobes Gottes. Von Gottes Lob spricht fCTl Wenn wir Gottes Lob aus tiefer Seele anstimmen, und das wollen wir alle, wovon wird dann unser Inneres frei? Von allem, was cs sonst bedrückt. Ja, das muß der Sabbat, der Festtag an uns bewirken. Können wir Gott genug loben? Nein; in steht ein herrlicher Spruch, wie groß das Lob Gottes sein soll. ^>>2 Wäre unser Mund voll von Liedern wie das Meer von Wasser und unsere Zunge des. Jubels voll wie die Menge seiner Wellen usw., so hätten wir Gott noch nicht genug gelobt. Und weshalb nicht? Weil seine Wohltaten, an uns unendlich sind. Zähler ihr aus eurem eigenen Leben Gottes Wohltaten auf! Merket nun, was in steht: DnSDD „Ans Aegypten hast du uns erlöst. — Bis hierher hast du uns geholfen, . . . und du wirst uns ferner nicht verlassen." Seht, Kinder, so erhebt uns das Sabbatgebet über die Alltäglichkeit, gibt uns den Frieden (immer wieder, und brächte die. Woche noch so viel Mühe, Enttäuschung und Leid. Das Sabbatgebet macht uns wieder zu dankenden Menschen. So ließe sich noch an anderen Beispielen der tiefe Gehalt unserer Gebete Nachweisen. Noch einige kurze Ausführungen. 1. Bei 123^-2 mache man den Kindern klar, daß wir erst unsere Sündhaftigkeit und Demut bekennen sollen — siehe die ersten 3 Sprüche — ehe wir es -»wagen, Gott um etwas zu bitten. 2. In dem Anfangsteil der rni^y zeige inan, daß dieses älteste Gebet ein aus der Tiefe des Herzens kommender Anruf an Gott sei) den Gott Abrahams, Jsaks und Jakobs, der Weltenschvvser ist, dessen Allmacht und Güte sich wunderbar an Israel gezeigt, der seine Verheißung an uns hält, um der Frömmigkeit der Väter willen Kindeskinder erlösen wird; denn seine Liebe erneut sich an uns unveränderlich. 3. ^rnrn HPN wird vorbereitet durch den Hinweis auf die Bedeutung des gerade zu feiernden Festes. Schon vorher befindet man sich in Feststimmung. Die Quelle dieser Festvorfreude ist. das Bewußtsein: Israel ist wie kein anderes Geschlecht zum Dienste Gottes berufen. Ganz besonders am Fest fühlt es sich Gott nahe im heiligen Dienste, und in diesem Dienste geht seine Festesfreude auf. Darum der frohe Ausruf: Du hast uns auserwählt, du liebtest uns, heiligtest uns durch deine Gebote, hast uns deinem Dienste nahe gebracht und deinen großen heiligen Namen über uns genannt. Es erübrigt'sich, weitere Beispiele zu bringen, die da besagen, daß wir in unseren Gebeten einen köstlichen Schatz besitzen, daß sie sittlich heiligend sind, uns den Halt in Höhen und Tiefen des Lebens geben, daß sie Ewigkeitswerte besitzen, die Verknüpfung Israels mit seinen spätesten Geschlechtern bilden. Unsere Aufgabe als Lehrer ist es, das hebräische Nummer 4 Gebetbuch in seinem tiefsten Werte den Kindern wieder zu eigen zu machen, daß es wieder zu dem wird, was es war, zu einer Tefillah für das Haus und für die Synagoge. Es gilt, für das Gelingen eines sehr schweren Werkes sich voll und ganz ciuznsetzen. Vielen Hindernissen stehe» wir gegenüber. Und sollten wir nur einen kleinen Teil von dem als Erfolg bezeichnen können, was heute in langer Ausführung als Wegziel genannt worden ist, so läge darin schon ein unverkennbares Vorwärts, ein Aufblühen auf dem Boden unseres Kultus, ein Segen für das Judentum, mini! IDD^l Dlp/Dri "DD1? und nicht .um des Lohnes willen setzen wir jüdischen Lehrer wie immer unsere ganze Kraft für die Lösung dieser heiligen Aufgabe" *ein. Uns leitet der Spruch des 90. Psalms: „Die Huld des Herrn sei mit uns, auf daß unse Werk gelinge." Und zuversichtlich setzen wir hinzu: „Ja, es wird uns gelingen." Soziale Ausgaben -es Lehrerverban-es. > Bon M. Steinhardt. Seit etwa 00—70 Jahren bestehen Hilfskassen für die jüdische Lehrerschaft, die zumeist den Lehrervereinen angegliedert sind. Als die älteste flilt. die Achawa in Frankfurt a. M. Die rheinisch westfälische, sowie die bayerische dürften auf ein ziemlich gleiches Alter zurückblicken. Die Hilfskassen waren ursprünglich als eine Art Versich.erungskasse gedacht. Und mit Recht. Tenn die meisten Lehrer hatten keine oder doch nur geringe Ansprüche auf Ruhegehalt und Hinterbliebenen Versorgung. Daneben sollten die Hilsstassen natürlich in Fällen unverschuldeter Not einmalige oder dauernde Unterstützungen gewähren. Die Lehrerschaft war in jenen Zeiten wirtschaftlich nicht stark genug, aus sich heraus wirklich leistungsfähige Hilfskassen zu unterhalten; die Vereine-suchten darum regelmäßige Jahresbeiträge von Nichtlehrern oder auch von Gemeinden und Organisationen zu erhalten. Dem Charakter der Unterstützungskasse trug eine Bestimmung in den Satzungen der Achawa Rechnung, nach welcher das aufzunehmende Mitglied sich einer, sorgfältigen ärztlichen Untersuchung unterziehen mußte. Dennoch sind die Kassen über den Charakter einer Unterstützungskasse nicht wesentlich hinansgekommen. Die Achawa gewährte in ihren besten Tagen einem verheirateten Lehrer im Ruhestand (ohne .Kinderzulagen) etwa 300 Mark im Jahre; einer Witwe ohne Kinder 200 Mark, die rheinisch westfälische etwa die gleichen Beträge. Wenn jemand sonst keine Pension bezog, so konnte er natürlich dabei darben und hungern; für die Lehrer, welche vom Staate oder der Gemeinde ein Ruhegehalt bekamen, war der Betrag eine angenehme, wenn auch durchaus nicht immer notwendige Nebeneinnahme. Einen unter allen Umständen berechtigten Ansvruch hatten die Lehrer i. R. oder ihre Witwen eigentlich nicht auf diese Quote, wie die Hilfskassen es nennen. Ter Einwand, daß sie viele Jahre ihre Beiträge gezahlt harten, kann als stichhaltig nicht anerkannt werden, weil diese Jahresbeiträge, nur minimal waren.. Der Kollege Peritz^ Königsberg hat einmal in einem Gutachten an die Achawa sich dahin geäußert, daß ihre Leistungen an die Mitglieder einer Jahresprämie von etwa 70 Mark gleichtämen, während in Wirklichkeit nur 10 Mark gezahlt *) Obiges Thema ist als zweites Verbandsthema in Aussicht genommen worden. 'Die Verhältnisse drängen darauf hin. das; dieses Thema in allen Vereinen eingehend erörtert werden muß. Im obigen will ich nur einige Gesichtspunkte für die Behandlung des Themas geben. M. St. Jüdische Schulzeitung.

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