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Jüdische Schulzeitung · 1926-04-15 · 4 (15.4.1926) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
2 (1926)
Issue
4 (15.4.1926)
Date
1926-04-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 mehrere zusammenhängende Worte, frage ab und verlange zum Schluß die Deutschübertragung des Ganzen. Wir können diese mechanische Arbeit nicht von der Hand weisen, sie verli'ert über ihre schlimme Bedeutung durch die grammatische Unterstützung. Wenn der Wortinhalt sich dem Schüler eingeprägt hat, kann man ihn mit dem Gehalt des Gebetes vertraut machen. Doch zuvor die Stossauswahl für die einzelnen Altersstufen. Vorweg weise ich auf die Uebersetzung des Pentateuchs hin, da die Ucbersetzung desselben nur in solchen Schulen mög - I i cf» i ft, die mindestens für jede K l a s s e 2 volle hebräische Stunden eingerichtet haben. Es können nur ausgewählte Stücke etwa nach dem Werke von Abraham und Rothschild in Frage kommen. Ich stelle folgende auf: Schöpfungsgeschichte bis incl. f?21, Abrahams Berufung, Jsaks Opferung, aus /der Bedrückung Israels in Mizrajim incl. Moses Berufung, der Auszug aus Aegnvten, Offenbarung auf Sinai, Abschnitte ans der Sittenlchre Israels: 3. B. M. Kapitel 19, ebendaselbst Kapitel 23 von den Festen Israels. Und mm zur Stoffauswahl der zu übersetzenden Gebete. Nach welchen Genchtsvunkten hat sie zu erfolgen? KVns rch eine der w'.chngsten Fragen des ganzen hebräischen Unterrichtes angeschnitten. Und ich antworte daraus als älterer Kollege in schlichter Art: die Auswahl der Gebetsstosfe erfolgt nicht ausschließlich nach der Grundregel: Vom Leichten zum Schweren, auch nicht nach den ängstlichen Bedenken der Zweckmäßigkeit, sondern vor allem nach der Pflicht der Selbstheiligung. durch unsere Religion in Familie und Gotteshaus, nach der sittlich hohen Auswirkung des zeremoniell traditionellen Lebens. Deshalb beginne man mit den Kleinen mit dem U e b e r s e tz e n, U e b e n u n d' m ö g l i ch e r A n - wendung der Dank- und Lobsprüche: ‘p onb K'xiort ns kid ,noixn ns *nn dvj "nb hin rihio: by ,pKn nsw. .non Bei der Durchnahme der Danksprüche hat der Lehrer Gelegenheit, das Lebenselement des Juden, der ein VD miN ©ottbaufcnbcr ist und heißt, zu kennzeichnen. Auf die Anfangsworte einer Brochoh „unser Gott, König der Welt" ist Nachdruck zu legen und dem Kinde begreiflich zu machen, daß Gott als Weltenherr die Macht hat, uns alles zu gewähren, Freude und Leid, und wir ihm für alles zu danken haben. Den kurzen Segenssvrttchen reiht sich der erste Absatz des Tischgebetes an, auch der Anfang des 'Schmagebetes (3 Sätze), ebenso die kurze Antwort der Gemeinde bei einem Segensspruch: W' -pim kin ira und pk\\ Damit legen wir den Grund zur Teilnahme am Gottesdienst. Die Mittelstufe wird in demselben Charakter in das gottesdienstliche Leben, Haus und Synagoge mm fassend, cingesührt. Die Danksprüche werden vermehrt. Siehe Danksprüche in der Tefilla nach dem Tischgebet. Das Tischgebet wird weiter übersetzt und auswendig gelernt bis am. Bedingung bei allen Uebersetzungsstücken: Sorgfältiges Lesen zuvor in der Schule und zu Hause. .Hand in Hand geht damit das Bekanntmachen mit dem Gebctbuche, Einführung in die Liturgie, soweit es das Verständnis der Altersstufe zuläßt. Man lese, übersetze und erläutere den 95. Psalm: llh den Refrain Nummer l | 'TTI robf die Einsätze der Gemeinde, erstens wie in 1 der Unterstufe, zweitens ".1 ">112 ,y22T -im ’o ibo’ 'n resi nyi b««»- In HQ851 lasse man die Jugend erkennen, daß der Sabbat das Bundeszeichen zwischen Gott und Israel in für alle Zeiten. In» Morgengvttesdieuste übe man in gleicher Weise: O^l'^l ^22, die Gemeindeantwortcn der Keduscha, des Aus- und Einhebens, an Feiertagen 11^1 und N3K, ebenso den 113. Psalm ,»12> 11*11 Hllbri "fl unb an den hohen Festtagen 152*?2 1^2erste Hälfte. Etwa sechs Wochen vor Pessach beginne man mit dem Uebersetzen der Hagadah: Mah nischtannoh, Awo dim hojinu und einige Absätze mehr, je nach Auswahl: auch lese und übe man die Gesänge aus dem 2. Teil des Sedcrs rjJÖ O und xil IHN- Wenn die Zeit es erlaubt, so übersetze man noch in der Mittelstufe die ersten drei Absätze der Schehmoneh esreh bis 211p,1 j und Q*»D:n by- Die Erlernung der Sprüche beim Am zünden der Chanukahlichte ist selbstredend und kann schon > in der Unterstufe erfolgen.! Die Oberst ufe befestige zunächst das in der Mittelstufe erlernte. Sie hat die Aufgabe, den Gottesdienst, soweit.es die schul pflichtige Jugend vermag, nach seiner Bedeutung kennen und würdigen zu lernen, damit sie mit Verständnis, sittlichem Gewinn, Herzstärkung und ersreuung ihm folgen kann. Man sollte eher eine nachbiblische Geschichtsstuude versäumen, als eine hebräische Unterrichtsstunde. Wir haben die umfangreiche Tefilla, wir können sie nicht zerstückeln bezw. über Bord werfen/ Wissen ist hier die Seelenmacht. „Nur ein Unwissender vermag nicht fromm zu sein." Das Wissen wird bedingt aus Stoffkenntuis und Eindringen in die Tiefe dessen, was Jahrhunderte und Jahrtausende, uns zu eigen gemacht. Das christliche .Kind lernt feine Kirchenlieder alle kennen und beherrscht sie. Ganz gewiß darf der jüdische Lehrer so vieles mittelalterlich Ueberkommene und Unzeitgemäße als der Vergangenheit angehörig bezeichnen. Man gehe aber hierbei sehr vorsichtig zu Werke. .Manches Gebet leidet auch an der Häufung des Ausdrucks. Deutsch mag es überschwenglich lauten, z. B-. K21 il^y. Wird aber das Gebet recitativ stilgerecht vorgetragen, so wirkt es doch erbauend. Und nun zur Stoffverteilung selbst. Kiddusch- und Hawdolohsvrürhe. Vortrag dieser Sprüche durch die älteren Knaben dergestalt, als erfüllten sie selbst das Gebot des Kiddusch- und Haw dolohmacheus. . Ebenso übe man mit den Mädchen den Spruch des Anzündens der Sabbatlichte. Die Weisung über die Herrichtung des Sedertisches gehört auch zu dieser relig. Arbeitsübung. Die Schüler der Oberstufe sind weiter mit dem Inhalte der Haggadah in geeigneten Auszügen vertraut zu machen, das Tischgebet wie die Schemoneh Esreh sind ganz zu übersetzen. Es empfiehlt sich, das Tischgebet ganz auswendig lernen zu lassen. Der mittlere Teil der Hauptgebete von Freitagabend, Sabbatm o r g e n, von den drei F e st e n sind tun lichü ganz zu übersetzen, ebenso ^1 und 2"--, auch der Sabbatvsalm. POTJ \lbtf pitf, Danksprüche, danach pn irn* können wegen ihres tiefen Gehaltes nicht übergangen werden, ebenso wenig CWIp und EinleitungsgebA gehören dazu/ . Den Kindern ist auch ein Einblick in die tf12H ^122 und I iibi) ch eSch ulzeit u ng.

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