Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 3 (15.3.1926)
- Date
- 1926-03-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2825247-2825294-2825297--0056-2825628- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 6 Aber einen beachtenswerten Ersatz für diesen Ausfall bot immerhin der Feriensortbildungskursus vom 27. 12. 25 bis 3. 1...26. 36 Kollegen und-Kolleginnen ans dem. Reiche und zirka 50 ans Berlin selbst nahmen an ihm teil. Man kann nichts sehnlicher wünschen, als daß dieser Fortbildungskursus zu einer ständigen Einrichtung werden möge. Die W. V. zählte zu Beginn des Vereinsjahres 125 Mitglieder. Ren ausgenommen wurden im Laufe des' Jahres: 27. Es schieden aus: 4, so daß wir mit 148 Mitgliedern in das neue Vereinsjahr hineingehen. Der Vorstand setzte sich für 1925 wie folgt zusammen: - Vorsitzender: Robert Hirschfeld, ' 2. Vorsitzender: Dr. Adolf Löwenberg,; 1. Schriftführer: Georg Sawady, 2. Schriftführerin: Frau Auguste Rosenthal- •. Budwig, Schatzmeister: Siegfried Sander, - 1. Beisitzer: Michael Abraham, 2. Beisitzer: Abraham Jonas. Ehrenvorsitzender: Studiendirektor Dr. Joseph Gutmann. ''Ans den Vorstandssitzungen: Es fanden 1925 elf Vorstandssitzungen statt, in denen vornehmlich die Arbeit des Vereins und die Tagesordnungen der einzelnen Vereinssitzungen bestimmt worden sind. Von diesen 11- Sitzungen fanden zwei mit der „Wissenschaftlichen Kommission" und 4 unter Hinzuziehung zahlreicher Vereinsmitglieder statt. In ihnen wurden namentlich die Arbeiten für das Zustandekommen des Ferien-Fortbildungskursus geleistet. Außerdem hatte der Vorstand noch Besprechungen mannigfachster Art mit dem Gemeindevorstand und dessen Organen. Aus den Vereinsversammlungen: ' -Im ganzen wurden elf Vereinssitzungen abgehalten, von denen die zweite Märzsitzung' den Charakter einer gemütlichen Geburtstagsfeier trug. Die Vorträge der einzelnen Sitzungen: Stndienrat Prof. Gebälle: „Methodik des jüdischen Religionsunterrichts", von Rabbiner Dr. Rosenberg. (Buchbesprechung.) Rabb. Dr. Winter: Jüdische Jugendlektüre. Robert Hirschfeld: Zur Frage der Bildung neuer Arbeitsgemeinschaften. Dr. Löwenberg: Referat über das Verbandsthema. Rabb. Dr. Emil Cohn: „Bild und Sinnbild in der Biblischen Geschichte". Zeichenlehrer Geismar: Die neuesten Ausgrabungen am Sinai (Lichtbildervortrag). Rabb. Dr. Salomonski: „Jüdischer Jugendgottesdienst". Seminaroberlehrer -H. Falkenberg: Liturgischer Gesang. Außer diesen Themen wurden in den einzelnen Sitzungen noch andere Angelegenheiten besprochen. Es seien besonders genannt: Der jüdische Konrektor; Schulverlvaltungsfragen; Unsere besondere jüdische Schulzcitung; Die Themen der Kölner Verbandstagung; Amtliche Schulkonferenzen und Musterlektionen. ' Die einzelnen Sitzungen waren gut besucht. An ständigen Ausschüssen bestehen: 1. Soziale Kommission, 2. Wissenschaftliche Kommission, 3. Arbeitsgemeinschaft für Neuhebräisch, 4. Festausschuß. - Außer diesen bestanden mehrere Ausschüsse, die den Fortbildungsknrsus zu Stande bringen halfen, eine Kommission für jugendgottesdienstliche Angelegenheiten und eine Jugcndschriften-Kommission. ' Das Vercinsjahr 1925 schloß ab mit dem bereits.' erwähnten Fortbildungskursus.' Wir sind nach dem Urteil der Kursusteilnehmer auf dem rechten Wege,. wenn wir Nummer 3 weiterhin alles daran setzen wollten, daß der Weihnachtsf ferien Fortbilduugslnrsus zu einer ständigen Einrichtung J der W. V. werde. Damit dieser Wunsch auch zur wirks liehen Tat reife, schließt dieser Jahresbericht^mit der Bitte, ' § daß aus der recht stattlichen Reihe unserer Mitglieder L sich Persönlichkeiten finden mögen, die heute schon bereit .!■ sind, zusammen mit dem Vorstände an dem glücklichen Zustandekommen des nächsten Fortbildungskursns zu arbeiten. Möge der durch das Vertrauen der Mitglieder neugewählte Vorstand in allen Dingen eine glückliche ’ { Hand zeigen. Georg Sawady, 1. Schriftführer. -[] * & Vereinigung israelitischer Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt a. M. j (167. Sitzung.) , «fl Rabbiner Dr. Arnold Lazarus behandelte das Thema: ,'x „Die Psychologie des jüdischen Religionsunterrichts". Er - I tat es im engen Anschluß an die Schrift von Mittelschule § lehrer H. Stern, „Psychologie des Religionsnntcrrichts mit v | besonderer Berücksichtigung des jüdischen", Berlin, Philo- | Verlag. Der Berichterstatter hob vor allem das große § Verdienst Sterns hervor, der als erster eine Auswertung! allgemeiner Fortschritte der Religionspädagogik auf diesem L' in neuerer Zeit so eifrig angebauten Gebiet für unsere D jüdischen Aufgaben versucht hat. Der Referent nennt be | sonders einige Schriften, die er zur Kenntnisnahme bezw. :| Durcharbeit empfiehlt: W. Stern, Psychologie der frühen i Kindheit. Spranger: Psychologie des Jugendalters. Richert :! Psychologie und Pädagogik der Entwicklungsjahre. Richert: 1 Handbuch für den evangelischen Religionsunterricht er- I wachsener Schüler (allgemeiner Teil). W. 'James: Die 'L religiöse Erfahrung. Starbuck: Religionspsychologie. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die völlig verf änderte Einstellung des neuzeitlichen Juden zu Religion | und Leben, der eben von einem Leben in der Religion . i nur noch wenig oder auch gar nichts mehr weiß oder - wissen will, dem jüdischen Religionslehrer von heute ein A t völlig verändertes Schülermaterial (sit venia verbo) zuführt. Früher wurde religiöse Gesinnung und Stimmung I als selbstverständliches Besitztum vom Haus, von der t Synagoge, vom Gemeinschaftsleben her mitgebracht. Dar- . i auf fußend, brauchte der Lehrer im wesentlichen nur den \ Wissensstoff gedächtnismäßig zu übermitteln und ^edank- .if lich durchdringen und erfassen zu lassen. Es galt, unter ■:[ der Darbietung des Stoffes die Verstandeskräste in 58c* I« wegung zu setzen und zu steigern, was der früheren Epoche jj jüdischen Unterrichts mit größtem Erfolge auch gelungen;[ ist. Wir müssen nun endlich einsehen, daß wir einer völlig J veränderten Lage gegenüberstehen. Wir sind gezwungen, unsererseits den Versuch (sic!) zu'machen, daß wir | religiöse Stimmung und Gesinnung auf Grund der fast K in jedem Menschenkind vorhandenen Empfindungen . — . f man beachte auch die sich regenden Kräfte religiösen Be- - £ wußtseins in dieser Zeit jüdischer Renaissancebewegung — £ hcrvorholen und nach Kräften verstärken. Nicht der Stofs, | sondern der Mensch muß nunmehr im Mittelpunkt des Religionsunterrichtes stehen. f Die Anwendung und Durchführung dieser Formel | aber hat'im Zusammenklang mit.der jüdischen Religions- |; Philosophie der Gegenwart oder vielmehr von ihren Grund- A lagen aus zu geschehen. Da nun diese heute den einseitigen | Rationalismus üb Kunden und sich auf das Gefühl? als die primäre '^.przel des Religiösen besonnen hat, $ so gilt es, diejenigcn- Lefühlskräfte zu Pflegen, auf denen | das innere religiöse Leben, und, davon ausstrahlend, das f äußere sich aufbaut. Gemäß dem Charakter des Judenk Jüdische Schulzeitung.