Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 3 (1929-1930)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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glaube deshalb zwecks weiterer Bestimmung dieses Standortes und seiner in ihm enthaltenen vorgegebenen Grundentscheidung über den Rahmen unserer speziellen Diskussion hinausgehen zu dürfen. Um die Erfassung der Ausgangsposition haben sich viele existentielle Denker schon bemüht. Wir müßten bis zu Heraklit oder Aristoteles zurückgehen. Sie erinnern selbst mit \achdruck an die Seholastik des Mittelalters. Die Ansätze bei Montaigne und Pascal seien nur kurz erwähnt, Die klassischen Bemühungen Hamanns, Schellings und Kierkegaards stehen uns heute näher. Die modernste systematische Ausführung der existentiellen Denkweise aber liegt be; Martin Heidegger vor. Seiner Darstellung der menschlichen Problematik werden Sie, meine ieh, restlos zustimmen können, denn er führt ja die Aufgabe durch, die Sie dem neuen Denken stellen. Er nimmt die von Ihnen geforderte ..Korrektur einer Theorie über das Denken46 energisch vor und stellt die Frage nach dem Sinn des Seins, ,,aus der Tiefe der Existenz selber". Im Hinblick auf die Gesamtheit dieser historischen Bemühungen ist es wohl möglieh, die zugrundeliegende vorgehabte Grundentscheidung kurz und allgemein anzugeben, ohne daß man sich an die Terminologie eines einzelnen existentiellen Denkers ausschließlich zu binden braucht. Die im einzelnen vorhandenen Unterschiede sind für die prinzipielle Grundentscheidung irrelevant. Um das Ergebnis gleich voranzustellen, die Grundentscheidung allen existentiellen Denkens ist ein Paradox, ein Widerspruch, dessen eines Moment der Mensch, das andere das Absolute in irgendeiner Fassung ist. 7 r> r* Das letztere als das Andere geht den Menschen an, beunruhigt, ängstet, erstaunt, bedroht ihn oder stellt ihn in Frage. Die Grundlage enthält ~ t~> JS somit ein Ja und ein Nein. Der Mensch, der zum Bewußtsein erwachte, der den „qualitativen Sprung" in die Differenz tat, sieht darin die Grundstruktur seiner ihm gegebenen Existenz, daß er sich in diesem absoluten Gegensatz gebunden, schuldig vorfindet, sich als Geschöpf einer im l nendlichen verborgen liegenden Ursache dunkel weiß. Indem der Einzelne c? C diese seine problematische Lage anerkennt, bekennt er sieh zu einer im Absoluten verankerten Wirklichkeit. Er wählt sich so. nach Kierkegaard, absolut. Er hat als Erkennender den Grund seiner persönlichen Existenz willentlich vorweg angenommen, und die Bewegung seines \\ illens in seinem Dasein bleibt von diesem Urgründe bestimmt. Er ist so in der n Wahl seiner selbst frei als Existierender und zugleich gebunden. Das