Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 3 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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zeit gingen. Da schickte es sich, daß der Besitzer dieser Uhr in den Besitz eines Präzisionswerkes kam, das wenigstens einen Monat lang die Zeit bis auf die Minute genau anzugeben versprach. Von diesem Tage an richtete sich die ältere Uhr genau nach dem Präzisioriswerk, und da dieses auch im Laufe eines Monats gegen alles Versprechen sieben Minuten vorging, so ging auch die ältere Uhr diese sieben Minuten vor. „Da wird halt..beginnt gleich der, der das nächste oder gar schon das letzte Wort haben will. Die Fortsetzung seiner Rede ist mir aber gleichgültig. Ich will noch eine Weile beim ersten Worte bleiben. „Da müßte man ja mit den Dingen reden können!" hebt jener wiederum an. Eine Hausfrau, die sehr ehrgeizig daraufsah, daß in ihrem Haushalt alles in tadelloser Ordnung sei, wollte immer alles erzwingen. Bis sie den unzählbaren Widerständen, die in den Dingen stecken, erlag. Ich weiß nicht, ob sie an meinen Kreaturaufsatz über die W iderstände und Beistände (Kreatur II, 1) gedacht hat, aber sie sehrieb uns jüngst, daß sie nun zu den Dingen in ein ganz anderes Verhältnis gekommen sei; sie habe es aufgegeben, irgend etwas von den Dingen zu erzwingen; sie verlege sich aufs Bitten, wohl eigentlich, von ihrem Stolz aus gesehen, notgedrungen, aber doch von Herzen demütig, und siehe da, der schier organisierte Widerstand beginne ganz erfreulich zu weichen. „Das lag nicht an den Dingen, das lag nur an ihr! Sie ist ruhiger und selbstbeherrschter geworden; sie faßt jetzt die Dinge ganz anders an, und darum gelingt ihr jetzt alles besser4", so wird der Inhaber des zw eiten und Behaupter des letzten Wortes reden. Von wem aber ging die Veränderung aus? Wer erzwang den Ubergang vom Zwingen wollen zum Bittenwollen? Am 7. Februar 1928 fuhren wir mit einem Sportschlitten, der aber meist den Dienst eines Lastschlittens tun muß, zum Kleinbahnhnf, um eine Kiste mit Büchern abzuholen. Es ging quer über die tietYerschneiten Felder. Unser Schäferhund brachte einen Ast herbei und legte ihn vor unsere Füße. Wir sollten den Ast ein Stück weit fortschleudern, damit er ihn wiederholen könnte. Ich ließ mich gern in das Spiel ein, bis wir auf die Straße kamen, wo es wegen der dahersausenden Vutos enden 7 D mußte. Als wir wieder daheim waren, merkte ich, daß ich meinen Ring verloren hatte. Natürlich, im kalten Schnee waren die Finger starr geworden, und der Ring konnte sich leicht losen. „O je!" sagten die Leute,