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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 3 · page 115

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 3
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 115)
Language
German
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diese Allverbundenheit reicher, wie in einem Brennpunkte konzentrierter, zum Ausdruck und diese Allverbundenheit, diese Anwesenheit Gottes in jeder Kreatur ist der absolute und göttliche Maßstab, mit welchem Whitehead Werk und Fortschritt mißt. Das Übel in der Welt verhindert dieses Eindringen von allem in alles. Aber diese Allverschlungenheit kann nur geschwächt und nicht vernichtet werden, denn nur von ihr und aus ihr lebt jedes einzelne Ding. Wer Bubers philosophische Schriften kennt, wird sich oft bei der Lektüre von Whiteheads Schriften, die aus einer so andern Welt stammen, zu Vergleichen mit Buber angezogen fühlen. Was Whitehead den Gegensatz von Abstraktion und Konkretheit nennt, ist, wir sagten es schon, der Gegensatz zwischen der Ich-Es-Welt und der Ich-Du-Welt Bubers. Buber aber hat in voller Klarheit den prinzipiellen Unterschied zwischen dem Es und Du, der Abstraktion und der Koukretheit erkannt. Whitehead dagegen scheint nicht zu sehen, daß es das Schicksal der Wissenschaft ist, begrifflich, also unkonkret, zu sein und daß keine noch so lebensnahe Physik uns in die Konkretheit zurückführen kann, die wir verlassen haben, indem wir Physik zu betreiben begonnen haben. Wenn aber auch der Unterschied ein prinzipieller und unüberbrückbarer ist, so bleibt es doch die Aufgabe der Wissenschaft, ihre unendliche, nicht zu erreichende und ihr doch eben aufgegebene Aufgabe, die Wirklichkeit begrifflich zu erreichen. Daß in einer kritischen Stunde der Naturwissenschaft von einem ihrer hervorragendsten Vertreter dieser Weg von den Abstraktionen zur Wirklichkeit gewiesen wird, ist ein wichtiges geistiges Ereignis der Zeit. 363

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