Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 2 (1927-1928)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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und mit der Metonschen Reform z. B. - bemüht bleiben müssen, den alten oder die alten Schalt-Brüche zu beseitigen, können sie einerseits zwar den Fasching-Charakter bestimmter Dionysos-Feste verdunkeln, da sie auch diese nur in längerer als einjähriger Wiederkehr feiern, müssen anderseits aber diesen Charakter um so deutlicher betonen: um den Bruch zu überbrücken, müssen sie ihn scharf hervorheben; darum feiert Athen seine Dionysien nicht die ganze Winterzeit der Abwesenheit des Licht-Apoll, sondern nur an soviel Tagen, als wirklich zwischen Sonn- und Mond-L mlauf Differenz-Tage lagen, und verteilt diese auf Anfang, Mitte und Ende des Vierteljahrs. Womit doch abgesteckt wird, daß im Grund nicht mehrere Faschinge, sondern ein einziger herrscht: ein einziger Kursus dionysisch-festlicher Unordnung — in unserem Kirchenjahr, in seiner festlichen Hälfte, noch heute bemerklich den damals das mänadische Treiben erfüllt. Denn auf diese Stichzeit beschränken sich die Tänze und Chöre der Weiber auf den Bergen: alle zwei Jahr auf dem Kithäron, im „Fackelträger"-Monat des kürzesten Tages auf dem Parnaß, beginnt die Winter-Feier der Thyiaden, der „Stürmischen", wie sie in Delphi heißen, die Sterben und Auferstehen feiert, aber nicht deshalb, weil die klimatische Jahreszeit dazu veranlaßt. Wiewohl die Dichter der Natur- Empfindung, Euripides besonders, den Gedanken der Schaltzeit auch diese Stimmung verliehn haben. Denn freilich: die Jahrwende im Zeichen des Stiers, des auch dem Dionysos vorzüglich heiligen, fällt klimatisch für Hellas in den Anfang des lenzlichen Wieder-Aufblühns der Natur: an diesem Ostern jubeln denn die Bacchen-Weiber durch Wald und Wiese am hellen Tag. So tanzen auch ihre Reigen den Tanz der Gestirne vom Sinken des einen Herrscher-Lichts bis zum Neu-Tag des anderen. Genau so Gang und Sinn der Männer-Dionysien: auch sie feiern in Chören, und wie die Weiber hinaus auf die Berge schweifen, so die Männer aufs Land, in die Wein-Dörfer. Bis sie schließlich die Dorffeiern in die Vorstadt verlegen: dort, und nicht im heiligen Altstadt-Tempel-Bezirk, halten Athen wie Sparta die „städtischen" Dionysien. Die ländlichen bleiben, aber als schwächeres Zweitstück: ihre Wipp-, Schunkel- und Vaganten-Späße werden eingeschränkt auf den eigentlichen Schalt - Monat; die größere Schaltzeit wurde der Stadt zugewiesen. Dort wiederholen im „Hochzeitmonat44, nach dem einen tempus clausuni für Eheschließung, das in der christlichen Adventzeit fortlebt (wie konnte 329