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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 3 · page 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 3
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 56)
Language
German
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geistes ist, so ist weder das Wasser damit zum Symbol des Herzens, noch der Äther zu dem des Geistes verflüchtigt und entwirklicht. Die inneren Elementarwesen Herz und Geist grüßen in den äußern Elementarwesen Wasser und Äther die Verwandten. Immer häufiger werden ja von nun an auch die Anreden Mutter und Schwester, Vater und Bruder an die göttlichen Elemente. Im Vorstoß ergriffen aber, wie die klare Gemeinschaftsschau, ist auch die sichere Ordnung, in der hier die religiösen Prinzipien stehen, die man als Polytheismus und Monotheismus in Gegensatz zueinander zu bringen pflegt. Von dieser Stelle aus läßt sich die Art, wie sie bei Hölderlin verbunden und gesondert sind, auch begrifflich klar umschreiben: Der Polytheismus offenbart Gottheit als schöpferisch im Substantiellen und Plastischen, also in göttlichen Einzelwesen, die in gestaltetem Raum, Tempel, und gestalteter Zeit, Festtag, verehrt werden; der Monotheismus offenbart Gottheit als Beziehung erschaffend, also unendlich „einig und einigend" — der Eine, dem kein Tempel angemessen ist, den kein Tag feiert, wird in und mit der Verbundenheit verehrt: Verbundenheit des Seins der Wesen im Räume, Einklang, und der Stufen ihres Werdens in der Zeit, Wachstum. Wie Verwandtschaft Menschen zu Menschen, Menschen zu Göttern bindet, so bindet sie auch die Götter zueinander. Und in der Verwandtschaft aller lebt der Eine Gott, von dem es viel später, 1801, in dem Brief an den Bruder aus Hauptwyl heißt: ,,Alles unendliche Einigkeit, aber in diesem Allem ein vorzüglich Einiges und Einigendes, das, an sich, kein Ich ist, und dieses sei unter uns Gott!" Anfang und Ende des „Hyperion" in seiner letzten Fassung Idingen zusammen in dem, schmerzlich betonten, Verzicht darauf, den in der Natur waltenden Einklang für die Menschenwelt zu gewinnen. Der erste Brief des ersten Buchs endet, im Rückblick Hyperions aufsein Schicksal: ,,0 hätt ich doch nie gehandelt! um wie manche Hoffnung wär ich reicher! - Ja vergiß nur, daß es Menschen gibt, darbendes, angefochtenes, tausendfach geärgertes Herz! und kehre wieder dahin, wo du ausgingst, in die Arme der Natur, der wandellosen, stillen und schönen.44 Die Situation des fünfzehnjährigen Hölderlin, der sich mit Gott in der Natur einig fühlte und keine Menschen um sich leiden konnte, kehrt vertieft und bewußter geworden bei Hyperion wieder, und der christliche Widerstand von da- 304

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