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Die Kreatur · 1927-01-01 · Heft 3 · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
2 (1927-1928)
Issue
Heft 3
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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höchste Erhabene so einfach ist, daß Kinder und Buben meinen, sie können gar viel mehr als nur das" (4, 331). Es ist die strenge Einheit des Ordnungsprinzips, die uns die Erhabenheit des Einfachen empfinden läßt. Auf den Inhalt solchen Ordnungsprinzips können wir hier nicht näher eingehen, als wir es dort taten, wo wir des einenden Bandes um die Vielheit der Kräfte menschlichen Wesens gedachten. Es war die Du- Verbundenheit, auf der Höhe ihrer Bahn Liebe, der wir die Führung zuerkennen mußten bei der inneren Ordnung der Kräfte menschlichen Wesens; es kann nur der Wille zur Du-Verbundenheit sein, dem wir sie zuerkennen bei der Ordnung des Inhaltes sittlichen Bewußtseins. Wir gehen vorüber an der Menge der Einzelfragen, die sich hier alsbald erheben wollen, und lassen's uns an diesem Punkte wiederum genug sein mit dem Zeugnis jenes Berufenen: „Und nun ist unwidersprechlich im ganzen Umfang der menschlichen Gefühle des Gefühl der Liebe . . . dasjenige Gefühl, das das Wesen des höheren Sinnes der Menschennatur allein rein ausspricht und der Mittelpunkt ist, von dem alles übrige Fühlen geordnet . . . werden muß" (9, 243). Das ist die Manneseinfalt, der Kindeseinfalt Gegenpol in ihrer Willenhaftigkeit, ihrer Klarheit und Eindeutigkeit, Ordnung und Einfachheit, doch zugleich in ihrer tiefen Verbundenheit mit ihr. Das ist sie, wie sie walten kann nicht nur im Manne, sondern auf eigne Weise auch im Weibe, als Same und Keim auch im Kinde. So wie Kindeseinfalt auch im Mündigen. Nur daß wir nicht vergessen: auch dabei, auch dort, wo beide in einer Brust sich finden, bleibt Manneseinfalt der Kindeseinfalt Gegenpol - wie der wache Mann es bleibt dem schlummernden Kinde. 4. Manneseinfalt und Zeitbildung Wir sahen, wie Kindeseinfalt dem Geiste der Zeitkultur fremd ist. Der faustische Mensch als der unbegrenzt vorwärtsdrängende, als der Mensch der Intensität, kennt sie nicht. Wir können jetzt vielleicht das andere verstehen, wie derselben Zeitkultur die Manneseinfalt, die Einfachheit der großen, klaren Linie widerstreben muß. Nur ist es hier nicht der faustische Mensch der Intensität, es ist der - faustisch nur geplante Mensch der universalen Bildung, der vor der Größe der Einfalt versagt. Wir sahen ja bereits, wie die echte universale Menschenbildung der Großen unserer Geistesgeschichte in ihrer Übertragung auf die Breite 272

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