Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 1 (1926-1927)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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allein in Frage kommt, da für den Mythos keine Endgültigkeit mehr gefordert werden kann, so habe ich dafür den Namen des Einährigen Gebildes vorgeschlagen. Einaltrig also heiße eine Ordnung, nicht weil sie ~> oder 30 oder 100 Jahre lebe, sondern weil sie ihren Ursprung in einem Generationserlebnis habe. Alle „ursprüngliche" oder natürliche Ordnung also ist einaltrig, auch wenn sie viele Jahrhunderte sich erhält. Mehraltrig sei demgegenüber alles das genannt, was zur Verfugung und Uberlebung aller dieser sich auslebender Einaltersordnungen dient. Will es diesen Dienst tun, so muß es selbst aufsein eigenes Eines und Einmaliges Vollalter der Verwirklichung verzichten. Mehraltrig sein heißt keinem Alter ganz angehören, also nicht führen! Die Kraft zur Mehraltrigkeit geht eben gegen die zur Führerordnung geschaffene Natur des Menschen. Mehraltrigkeit ist nichts Ursprüngliches und nichts Politisches, weil sie Verzicht voraussetzt auf den Mythos, dem man „ursprünglich "angehört, und auf die Politik, die man nach diesen Interessen „eigentlich** treiben müßte, Sie ist der Mode, dem Zeitgeist, dem Augenblick, dem Generationserlebnis, kurz allem, aus dem einaltrige Führung entsteht, entrückt. Mehraltrige Lehre ist daher immer weniger teilhaftig der Wirklichkeit als die einaltrige Führung; ihre Rechtfertigung kann daher nur darin liegen, daß sie dafür mehr teil hat an der Wahrheit. Nur weil jeder Mensch selbst mindestens zwei Generationen angehört, also selbst seinen Mythos überlebt und überleben muß, ist mchraltrige Ordnung möglich und unentbehrlich. Wie mir ein Jugendführer schreibt: „Ich begreife, daß .Führer* mit seiner ungeheuren Gegenwartsnähe, seinen sehr persönlichen Beziehungen zu A, B, C (und so weiter bis zur Grenze seiner Intensität) unmittelbar an den Ablauf seiner Generation gebunden ist. Er ist uugeschichtlich im höchsten Grade in seinem ganzen Denken, sowohl was die Vergangenheit betrifft, die er nur fast in ihren Daten begreift und nicht irgendwie organisch, als auch im Blick auf die Zukunft - denn er tut nur das Allernächstliegendste, - die scheinbare Logik, die man aus den Tatsachen herauslesen möchte, liegt in der Konsequenz, mit der sich der Wirkungskreis und die Wirkungsmöglichkeit des Führers entwickeln. Seine Vktionen (dazu die Organisation derselben) schallen sinnvolle Beziehungen von Menschen, ähnlich wie wenn ein Magnet in die Eisenfeilspäne fährt, jedenfalls eine rein politische Angelegenheit. Aus den so entstandenen Differenzen von Gruppen, Menschen und Einrichtungen, also aus den U:i