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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 4 · page 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 4
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
Belongs to
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EUGEN ROSEN STOCK DIE POLYCHRONIE DES VOLKS 7. Die Rückkehr zum Ursprung Der Wiedergewinnung des Mythos war der Aufsatz ..Lehrer oder Führer?44 gewidmet, der im ersten Heft dieses Jahrgangs erschien. Der Mythos, der am Ursprung der Völker in ihrer Stammeszeit absolut und in ewiger Jugend geherrscht hat, der Mythos, den die ewig alte [ ehre des kirchlichen Weltalters bis auf den Namen auszurotten versucht hat, - er erstand uns wieder als ewiges Element im Aufbau der Generationen des Volkes. Kein Leben des Volkes ohne Mythos. Denn der Mvthos ist der Geist jeder einzelnen Generation in ihm. Er überfällt diese, weil und soweit sie sich unbedingt muß zu vollstrecken trachten. Geist w ird vollstreckbar nur dort, wo er Fleisch und Blut befällt. Jeder Mvthos fordert also von seiner Generation ein Menschenopfer. Daran wird er sichtbar. Daß ein Geschlecht es unbedingt ernst mit sich selber meine, zeichnet sich in der Person ab, die ganz an die Vollstreckungsaufgabe des Geists der Zeit glauben muß, im Führer. Wo also leibhaftige Führung statt bloßer Schulen und Richtungen herrscht, da ist Mvthos. Mvthos und Führung sind Geist und Gestalt eines einfachen und einfältigen, gradlinig durcht? o r> gehaltenen Generationsantriebs. Und dieser Mvthos lebt heut wieder auf in Jugend und Alter, in Jugendbewegung und Politik. Nur ein Menschenalter, nur dreißig Jahre umspannt der Mvthos. Daher diese doppelte Wiedergeburt. Die Jugendbewegung ist die erste programm- und ideenlose Bewegung, daher zum ersten Male rein psvehisch, und ohne jede Anlehnung oder Anleihe oder Nachahmung christlicher Kirchenideale oder damit konkurrierender geistiger Traditionen. Und die Politik ist heut ,.reine44 oder ..nackte44 Interessenpolitik; alle ihre Programme sind als bloße Ideologie fadenscheinig geworden. Also ist auch sie ohne jedes Bekleidungsstück in Art der alt- oder neutestamentlichen Gebote und Pflichten. Jugend und Alter stehen heut beide traditionslos und in der Wirklichkeit ihres eigenen Antriebs, jung oder alt zu sein. Jung oder alt zu sein - das kann man auch umschreiben mit ü-ttu^tlr und xü/rrur; denn der junge Mensch will staunende und doch noch unverantwortliche spielende Vorschau auf das Leben; der alte Mensch will ernüchterte aber verantwortliche ernste Bewältigung des Lebens. Der l mv ersalismus der 109

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