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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 4 · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 4
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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ein wirkliches Verpuffen, nichts als Ausweg, Tart pour Tart-Leben. Daß es das gibt, dafür haben wir die biologische Analogie schon erbracht: auch das Bakterium in dem geschlossenen Kulturgefäß erzeugt wachsende und bedingende Schicksalsgemeinschaft, aber da die erzeugte Ganzheit nicht selbst wieder Teil einer höheren ist, so wird das Schicksal nicht zu prägender Norm, bleibt von ihm nichts übrig als der Tod. Der reinen Intensität nach kennen wir nichts Vitaleres als das Bakterium, sein l msatz von ungeformter zu formtragender Materie ist enorm, aber je näher das Leben der unteren Grenze, der Grenze des reinen Dranges ist, um so ferner ist es dem „offenbaren Geheimnis44. Es ist eben wirklich nichts mit dem „schöpferisch überquellenden" Leben, mit dem ,.elan vital" als Gestaltungskraft. Das ist einfach eine wissenschaftlich t\d>chc und dieses „Und" bedeutet nach meiner Überzeugung eine notwendige V erbindung - eine durch und durch ungläubige Anschauung vom Leben. Ich weiß wohl, daß sie die herrschende ist, gerade in der gegenwärtigen Biologie und wohl auch Philosophie und daß sich auch die Theologen glauben, besser mit ihr einrichten zu können als mit der mechanistischen. Aber wir Protestanten zumal sollten uns mit diesem Semipelagianismus nicht abfinden, wir sind vielleicht mehr in der Gefahr, ihm unter dieser Maskierung zu erliegen, als die -Katholiken. Noch einmal sei es als unsre wichtigste bisherige Feststellung gesagt: die größte Lebensintensität, die höchste L msatzgeschwindigkeit v on LTnform zu Form, in der üblichen Ausdrucksweise: die stärkste achstumstendenz sehen wir nicht dort, wo das Leben am gestaltungsreichsten in die Erscheinung tritt, sondern am gestaltenärmsten. Die Problematik des organischen Lebens wird uns somit zu derjenigen von Drang und Form, sie kehrt auf allen Ebenen des Lebens wieder, und weil sie sieh auch in der obersten Sphäre des kreatürliehen Lebens, im Selbstbewußtsein des Menschen wieder vorfindet, so tritt sie in zwei Gruppen von Lebenstheorien auseinander. Der elan vital, alle aktivistischen und voiuntaristischen LebensanschaHungen denken vom Drang, vom schöpferischen Grunde aus und lassen die Gestaltenfülle, unerschöpflich, aus ihm hervorbrechen. Die Entelechie, alle vitalistischen und teleologischen Theorien denken von der Form, vom heraufrufenden Ziele aus und lassen die übermateriell präexistenten Gestalten ihre materielle \ erwirklichung erzwingen. Religiös gewendet spricht die eine von dem in die m~>

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