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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 3 · page 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 3
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 67)
Language
German
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Erfahrung, wie schön es ist liebevoll zu sein, wie beglückend der eigene liebevolle Zustand ist, grade indem es die Gabe bringt, indem es sie freundlich darreicht; auch an dem Widerschein bei dem, der empfängt. Es bereiten sich Ahnungen vor, daß Menschen „vor Gott" zusammengehören, verbunden sind, und einander dienen sollten, bewegend, beglückend auch in ihren leisesten Vorstadien. Durch das Tun lernt dd> Kind, erwärmt sich das Kind, erweitert sich das Kind. Auf dies kommt es an, auf das Lebendige, was sich da ereignet hat, kommt es an, auf das, was es da erfahren und erlebt hat, ein wie schwacher Schein es auch sei; auf das, was es in seiner Handlung, in seinem Tun erlebt hat; solches, dergleichen bildet das Kind. Auf die Wirkung der Handlung ist zu sehen, auf das Resultat für das Kind, auf die Wirkung auf das Herz des Kindes. Das ist der Punkt, auf den es ankommt. Die Spontaneität des Kindes kommt nicht durch das Handeln, aber sie entdeckt sich im Handeln, sie kommt herauf und breitet sieh aus im Handeln. Auf das Tun ist zu sehen, nicht auf seine Veranlassung. Ein Tun, in dem sich die Spontaneität des Kindes nicht rührt, ist mechanisch und als solches nutzlos. Aber nicht jedes befohlene Tun ist mechanisch und nicht jedes Befehlen ist mechanisch. Es gibt auch ein nicht-mechanisches Befehlen, oder sagen wir ein Hin-leiten, und Gehorchen, wie das Beispiel zeigen könnte — ein sorgfältiges Hingewöhnen eines Kindes. Und warum nicht warten, bis die Spontaneität des Kindes selbst es antreibt zum Handeln, was ist gewonnen mit diesem Hinleiten, was ist verloren mit dem Warten? Das Entscheidende ist, ob es in der Handlung zu dem lebendigen Ereignis kommt. Das, was man, ohne feiner zu unterscheiden, die Spontaneität des Kindes nennt, gibt rein als solches keine Gewähr für das Erwärmende, Lebendige, Erweiternde der Handlung. Das „spontane" Handeln des Kindes kommt oft aus einer flüchtigen „pathologischen Affiziertheit", etwa aus einer unangenehmen Empfindung vor dem Bettler, von der es sich durch ein Ablegen der Gabe befreit - vielleicht auch mechanisch; es ist damit durchaus nicht notwendig 7 o verbunden, daß es zu einer Wesensspontaneität des Kindes kommt, daß es zu einem lebendigen Vorgang kommt; so wenig es mit dem Befehlen und Gehorchen notwendig verbunden ist; darauf, daß die Handlung fruchtbar verläuft, kommt es in beiden Fällen an. Es ist durchaus nicht gegeben, daß dadurch, daß das Kind in seinen Handlungen jeder mo- Wt

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