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Die Kreatur · 1926-01-01 · Heft 2 · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Kreatur
Volume
1 (1926-1927)
Issue
Heft 2
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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kung und Sicherung ist; nicht die Einschränkung, sondern die Sicherung ist geschichtlich wirksam geworden. Wenn das Erkenntnisvermögen durch die kritische Grenzziehung, wie sie Kant vollzieht, auf die Erscheinungswelt beschränkt wird, so erhält es zugleich damit innerhalb seines Bereiches vollkommene Autonomie. Von der kritisch gesicherten Spontaneität der Vernunft ist aber nur ein kleiner Schritt zum Anspruch der schöpferischen Vernunft. Vielleicht ist es sogar richtiger, in der Wendung von der Negation zur Position nicht die Gefahr des kantischen Ansatzpunktes zu sehen, sondern den „Hintergrund"4, die „Einstellung", die seinem Ansatzpunkt zugrunde Hegt. Die Unerkennbarkeit des Dinges an sich bedeutet, daß wir in den Begriffen und Sätzen, die unser Wissen ausmachen, nicht die Erkenntnis der Ordnung einer vor unseren Augen ausgebreiteten Wirklichkeit haben. Die Wirklichkeit Hegt nicht vor uns, daß wir sie erkennen, sondern sie ergibt sich erst als das Resultat der Erkenntnis, als die Verknüpfung des ungeordneten „Mannigfaltigen44 der Empfindung nach den Regeln der Spontaneität des Erkenntnisvermögens. Hier Hegen die Ansätze des prinzipiellen Denkens: Die WirkHchkeit ist uns nur in Begriffen zugänglich, jenseits der Begriffe ist keine Wirklichkeit mehr. Die logische Gesetzmäßigkeit unserer Begriffswelt, die Erkenntnis a priori, gibt uns die Ordnung der Wirklichkeit. Esse fällt zusammen mit percipi, Wirklichkeit mit Wahrheit. Da auch Anschauung, in der uns ein Gegenstand unmittelbar gegeben ist, bei Kant nur dadurch Anschauung ist, daß in ihr das Mannigfaltige durch die reinen, apriorischen Formen der Anschauung (Raum und Zeit) verknüpft ist, hat in dieser Erkenntnistheorie das Sehen keinen Platz mehr. Von Sehen kann man auch sinnvollerweise nur sprechen, wenn eine Welt da ist, die wir sehen. Die kantische Erkenntnistheorie ist aber schon nach ihrem Ansatzpunkt, nach der an den Anfang gesetzten Verteilung von Rezeptivität und Spontaneität, eine reine Theorie des Denkens vom Nullpunkt aus. Durch seine absolute Voraussetzungslosigkeit erhält aber das Denken eine prinzipielle Betonung. Sehen und Denken stehen hier in einer ausschließlichen Antithese, und das hat zur Folge, daß das Denken mit seinen Formen, BegTiff und Satz, seinen Herrschaftsanspruch auch auf die Welt des Sehens ausdehnt. Der Begriff erhält Gegenstandscharakter, die Begriffs grenzen werden zu Grenzen innerhalb der Wirklichkeit. Jedem Wort muß auch eine Sache Hl

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