Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 3 (1929-1930)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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täten miteinander plötzlich in einen Gruppenzusammenhang geraten, der sich als so stark erweist, daß sich sogar daran die vitalen Verhältnisse von Alt und Jung und Mann und Frau orientieren und in kurzer Zeit verändern können. Auch in der Gruppe wird Feindschaft und Gegnerschaft sein können, ja müssen. Dieses gegensätzliche Element hat sogar eine wichtige Bedeutung für den Gruppenzusammenhalt. Aber diese Gegnerschaft innerhalb der Gruppe selbst hat eine völlig andere Struktur als die Feindschaft zwischen Organisierten und Gruppenzugehörigen. Die Bedeutung der Feindschaft innerhalb und außerhalb der Gruppe darf nie verwechselt werden. Die Erkenntnis der Strukturverschiedenheit der Feindschaft ist für alle gruppenmäßigen Neubildungen von ausschlaggebender Bedeutung. Man darf nicht den Gegner innerhalb der Gruppe mit dem Feind außen verwechseln. Die Feindschaft, die heute jedem Versuch zu lebendiger Gruppenbildung - das heißt also, von einer andern Seite gesehen, jedem neuen Verbindungsversuch von Leben und Arbeit - mit letzter Folgerichtigkeit entgegensteht, hat zweierlei Gestalt: Feindschaft aus Haß und dunkler Lust ist das eine, Feindschaft aus lustlos-mechanischer Gegenaktion ist das andere. Das Wissen von dieser Spaltung und Spaltungsmöglichkeit der Feindschaft ist entscheidend wichtig. Diese Erkenntnis gibt jedem Gruppenzugehörigen die Möglichkeit, den Eisstrom, der ihm von organisierter Seite als Todfeindschaft entgegenstarrt, in seiner Trennung wirksamer zu begegnen. Zwei Typen von Feindschaft müssen unterschieden werden, dürfen in der verschiedenen Bekämpfungsart, die sie erfordern, nicht verwechselt werden. Dem Freiheits- und Auf lockerungsdrang des gruppenwilligen Menschen steht die lustlos-mechanische Gegenaktion, und seinem neuartigen Verbindungswillen steht die Feindschaft aus Haß gegenüber. Jeder Angehörige einer Berufs-, Partei- oder Kirchenorganisation, aber auch eines Sportvereins, Kegelklubs oder einer wissenschaftlichen Fachvereinigung sieht in jedem, der sich von dieser Organisation frei fühlt und ausschließt oder auch nur merken läßt, daß Organisation für ihn nebensächliche Bedeutung hat, einen Schädling der Gesellschaft. Sein Freiheitsdrang ist der Organisation als solcher gefährlich. Die Organisation versucht, ihn unschädlich zu machen. Persönlicher Haß braucht 70