Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 3 (1929-1930)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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und alle Ansprüche, die darauf gerichtet sind, als Grenz Überschreitungen aufzudecken. „Wir müssen uns nach der kritischen Einsicht in die Wesensart der Innenwelten für das Problem des Außen offen halten, denn ohne seine Berücksichtigung kommen wir ja nicht aus der Sphäre der Einbildung heraus/4 Das Besondere seines Vorgehens ist nun aber, daß er nicht die Relativität der Erkenntnis nachzuweisen sucht und um ihrer Relativität willen die Erkenntnis verwirft, sondern daß er sie gerade umgekehrt um ihres Absolutismus willen verwirft. Seine Beweisführung geht dahin, daß die Erkenntnis infolge ihres Prinzips in die Innerlichkeit eingeschlossen bleibt und das Problem der Existenz in der Gegenwart verfehlt; dieses Problem taucht erst da auf „wo ein Anderes von außen als Begrenzung des Eingebildeten auftritt und damit die Geschlossenheit des erkennenden Wesens stört44. Daher wird das „Abstehen von der Behauptung der Autonomie gefordert44. Nicht, daß sie überhaupt nicht mehr gelten sollte, aber „den Mißbrauch der Freiheit und Autonomie gilt es zu verhüten44, der darin besteht, daß sie auf Gebiete übertragen werden, die nicht mehr innerhalb der humanistischen Welt liegen. Die Methode dieser Untersuchung ist eine rein philosophisch-formale von streng wissenschaftlichem Charakter, die also selber der humanistischen Welt angehört und nicht über sie hinausgreift. Wenn es anders wäre, so würde ja damit schon wieder der Anspruch verknüpft sein, mittels der Kritik die ethische Wirklichkeit zu erreichen. Ihr formaler Charakter besagt, daß sie sich jeder Position enthält, also auch bewußt darauf verzichtet, direkt von der ethischen Wirklichkeit zu sprechen. Sie vermag kein Tor zu öffnen und aus der Innenwelt herauszuführen. ,,Der Zirkel des Selbst ist mit der kritischen Erkenntnis noch nicht überschritten ... Es ist mit ihr noch nichts Entscheidendes für die Existenz gewonnen.44 Wenn die Kritik ihre Grenze nicht selber überschreiten soll, so muß sie technisch formal bleiben und darf keinen Standpunkt in der Wirklichkeit einnehmen; mit anderen Worten, sie darf nur ..philosophisch44, nicht „theologisch44 sein. „Diese formale Methode ist nur das Werkzeug, mit dem wir alle das wirkliche Problem vergessenden Ansprüche kritisch behandeln und als Zumutungen zurückweisen. Der Angriffspunkt dieser Methode liegt somit, wie jeder Gegenstand einer Erkenntnis, durchaus in jener vom Wesen beherrschten und besessenen Innenwelt. „Unser Angriffspunkt bleibt jene humanistische Welt in ihrer