Die Kreatur
- Journal
- Die Kreatur
- Volume
- 1 (1926-1927)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
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von Gotte zu Gott, von Gotte zu Mensch sind wir - kraft der Menschlichkeit Gottes, des schlechthin übermenschlichen, überweltlichen. In diesem, nur in diesem Verstand dürfen wir wagen, auch nur mit Worten des Gegenverstands, Geist und Idee als Einheit anzusprechen, ideale geistige Einheit zu verkünden: Reich Gottes nämlich. Messianische Idee schafft Rangordnung der Ideen, da sie ihre oberste, weil die pneumatische ist. In ihr verbindet sich Wort und Bild; sie gibt uns einen zielsetzenden Namen zu sagen. Eben diesen: Christus, Messias. Sonst keine Idee bringt welt-ordnendes Wort; vereinzelt stehn sie, den Farben vergleichbar, die uns das Rätsel ihres Sinns aufgeben, nicht lösen, da sie Schein zeigen, der auf Geist zeigt, aber nicht, wo dieser sich enthüllt; was will Blau und Rot und Weiß uns verkünden? So ist jedes Bild stumm, auch das Denkbild. Und das Wort des Pneuma ist unverständlich, ein Reden in Zungen, nur prophetisch deutbar. Gott wohnt im Schweigen. Nicht in dem beschaulichen, darin Gefühl sich angenehm grault. In dem tödlichen, das der Welt das Recht nimmt, ihn anzurufen, auf ihn sich zu berufen; das ihr das Wort entzieht, das ihn benennt. Keiner kennt den Namen Gottes - was wir seine Namen nennen, sind nur Namens Bilder, einschließlich des Wortes „Gott"; sind Halbwerk des pneumatischen Suchens nach Bild, Ihm wesen-ungleich, kaum atributiv; - keiner kennt Gottes furchtbar-gnädigen Namen - denn sein wahrer Name, wenn er gesagt würde, stürzte Gott auf die Erde herunter, auf die ihn anrufende Menschheit, und nicht Er, sondern die Menschheit stürzte, als die ihn berufen hätte zur Unzeit, da sie noch nicht Voll-Menschheit, zu ihrer unmessianischen Zeit: in Herabzerrung der Gnade, die, ihrem Wortsinne nach, ein „Genieden"-Komrnen, das schwebt - in der Freiheit Gottes schwebt, die auch selb-gebunden menschlich-unantastbar; - keiner kennt den furchtbar-gnädig-geoffenbarten Namen - denn ohne seine Offenbarung wüßten wir von ihm nicht —, außer: dem Gott ihn zur Geheimhaltung offenbart hat: Seinem verschlossenen Samen, Volk, Menschensohn. Dies Verwahren, des Namens Gottes, des geoffenbarten, bei dem er berufen werden kann, ist der furchtbar-gnädige Sinn des sinaitischen Gebots: „du sollst meinen Namen nicht vorbringen zu Nichtigkeit46. Die Macht der Beschwörung ist in die Menschheit gelegt, die Macht der Magie; aber die Macht macht zur Ohnmacht, wenn der .Mensch sie gebraucht. Denn als Pfand, als Prüfstein der Treue ist sie vertraut. Nun, 113